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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 04. März 2017, 13:17:50 
 
Acht Jahre nach Einsturz in Köln
Und noch immer ist niemand schuld
Stand: 03.03.2017 17:52 Uhr

Vor acht Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv ein, zwei Menschen starben. Doch bis heute steht niemand vor Gericht. Und die Gefahr ist groß, dass strafrechtlich nicht mehr geklärt werden kann, wer schuld ist.

Von Marion Kerstholt, WDR

Mitten in Köln klafft immer noch ein tiefes Loch. Die Straße heißt Severinstraße, bis vor acht Jahren stand hier das Kölner Stadtarchiv, bis am 3. März 2009 um 13:58 Uhr die Erde zu beben begann und das Gebäude innerhalb von Sekunden einstürzte. Zwei Männer aus benachbarten Wohnungen starben, weil angrenzende Häuser ebenfalls einstürzten. 36 Menschen verloren ihre Wohnung. Jahrhundertealte Archivalien wurden zerstört. Der Schaden des Einsturzes wird auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt.

Doch bis heute, acht Jahre nach diesem Schicksalstag für die Stadt Köln, ist für den Einsturz niemand zur Verantwortung gezogen worden. Es gibt bislang keinen Prozess. Und es droht sogar die Verjährung. Wenn bis zum 2. März 2019 kein Urteil gesprochen ist, kann keiner der derzeit 94 Beschuldigten mehr strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Nur in einem Zivilprozess könnten die Beschuldigten darüber hinaus belangt werden.

Warten auf das abschließende Gutachten

Zwei Jahre bleiben also noch. Und bislang ist noch nicht einmal Anklage erhoben. "Ich habe die Hoffnung, dass das Verfahren noch vor Ablauf dieser Frist abgeschlossen werden kann", sagt der zuständige Staatsanwalt Ulrich Bremer. Doch bisher sieht es ganz anders aus. Derzeit wartet die Staatsanwaltschaft auf das abschließende Gutachten. "Wir erwarten es in Bälde", sagt Bremer, will sich auf einen festen Zeitpunkt aber nicht festlegen. Es scheint aber mehr um Monate als um Jahre zu gehen. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung.

Dabei lag bereits kurz nach dem Unglück die Vermutung nahe, dass die Einsturzursache mit dem Bau einer neuen Kölner U-Bahn-Strecke zusammenhängen muss. Direkt vor dem Stadtarchiv befand sich die 25 Meter tiefe Baugrube. Dort hinein kippte das Stadtarchiv. Die Gutachter der Staatsanwaltschaft vermuten schon länger, dass die Wand der Baugrube ein Loch hatte. Durch dieses soll danach Grundwasser und Erde in die Baugrube geströmt sein und dem Stadtarchiv den Boden entrissen haben.

Die zuständigen Bauunternehmen haben eine andere Erklärung: Wasser und Erde seien von unten in die Baugrube hochgedrückt worden, "hydraulischer Grundbruch" sagen Experten dazu. Dann hätten die Bauunternehmen keinen Fehler gemacht, für den sie zur Verantwortung gezogen werden könnten.

124,9 Mio. Euro für Beweissicherung
Um die genaue Ursache des Einsturzes zu klären, arbeiten die Ermittler nun seit die Bergung der Archivgüter 2011 beendet wurde. "So ein Fall ist deutschlandweit noch nie aufgetreten", sagt Staatsanwalt Bremer. Die Ermittler haben mit Zeugen gesprochen, große Mengen Daten ausgewertet.

Doch um die Ursache des Einsturzes zweifelsfrei zu belegen, musste erneut gebaut werden. Man errichtete ein so genanntes Besichtigungsbauwerk, also einen Betonschacht, um die vermutete Problemstelle in der Baugrube herum. Dabei wurde der angrenzende Boden künstlich vereist, damit bei der Ursachenforschung kein Steinchen von seinem ursprünglichen Platz wegbewegt wird. Die Beschuldigten könnten sonst sagen, dass ein möglicher Schaden erst nach dem Einsturz entstanden sei.

In dem gebauten Schacht wurde dann Schicht um Schicht Erde abgetragen, bis man zur vermuteten Problemstelle vorgedrungen war. Ein Großteil dieser Arbeit musste dabei von Tauchern ausgeführt werden, weil hier in der Nähe des Rheins Grundwasser einströmt. Weil alle diese Arbeiten so aufwendig waren, ist das Gutachten bis heute nicht fertig. Die Beweissicherung kostete bisher 124,9 Millionen Euro.

Keine Entschuldigung der Stadt

"Für uns ist es extrem unbefriedigend, dass die Ermittlungen so lange dauern", sagt Frank Deja. Er ist Sprecher der Bürgerinitiative "Köln kann auch anders", die nach dem Einsturz des Stadtarchivs gegründet wurde und Versäumnisse in der Kölner Stadtpolitik aufzeigen und verändern will. Es sei aber verständlich, dass man bei der Sicherung der Beweise extrem sorgfältig vorgehen müsse.

Auf Seiten der Stadt vermisst Deja allerdings eine Aufarbeitung des Geschehens. "Bislang ist niemand bei der Stadt zur Rechenschaft gezogen worden. Es wird nichts aufgearbeitet", so Deja. Bis heute habe sich die Stadt auch bei den Betroffenen nicht entschuldigt.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte heute bei der Gedenkfeier Initiative "Köln kann auch anders" man müsse nach vorn blicken. " Ein großer Teil des kollektiven Stadtgedächtnisses wird wieder nutzbar sein", so Reker. Mit ihrer Teilnahme war erstmals ein Oberbürgermeister der Stadt Köln bei diesem Termin mit dabei.

http://www.tagesschau.de/inland/achtjah ... n-101.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 11. Mai 2017, 14:21:23 
 
Stadtarchiv-Einsturz Gutachten bestätigt: Fehler in Schlitzwand löste Katastrophe aus
11.05.17, 13:55 Uhr

Köln -
Mehr als acht Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs liegt nun endlich das Gutachten der Staatsanwaltschaft zur Unglücksursache vor.

Das Ergebnis bestätigt den Verdacht, der schon lange im Raum stand: Eine Fehlstelle in Schlitzwand-Lamelle 11 beim U-Bahn-Bau löste am 3. März 2009 die Katastrophe mit zwei Toten aus.

Die Staatsanwaltschaft werde nun in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie auf der Grundlage dieser Erkenntnisse Anklage erhebe oder das Verfahren einstelle, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag in Köln.

Verjährung droht

Die Zeit drängt, denn wie Bremer bestätigte, muss bis zum zehnten Jahrestag des Unglücks am 3. März 2019 das Urteil gesprochen sein, sonst ist die Sache verjährt.

Das größte deutsche Kommunalarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Zwei Anwohner starben, der Schaden belief sich auf über eine Milliarde Euro.

Schon früh vermutete die Stadt Köln als Ursache einen „Ausführungsfehler“ der Firmen, die unter dem Archivgebäude die neue Nord-Süd-Verbindung der U-Bahn bauten. Die Klärung kam aber nur quälend langsam voran.

Aufwendige Beweissicherung

Zunächst hatte die Bergung der verschütteten Archivdokumente Vorrang. Erst als alles aus der Schuttgrube herausgeholt worden war, begann am Unglücksort die Ursachensuche.

Dafür musste in der Grube zunächst mit Millionenaufwand ein „Beweissicherungsbauwerk“ – eine Art Schacht – errichtet werden. Diese Konstruktion sollte verhindern, dass es zu Erdverschiebungen kam und dadurch Beweise vernichtet wurden.

Spezialtaucher im Einsatz

Die Staatsanwaltschaft nahm an, dass eine der unterirdischen Wände ein Loch hatte. Dadurch könnte mit der Zeit so viel Wasser, Sand und Kies abgeflossen sein, dass das Archiv unterspült wurde und einstürzte.

Um das zu beweisen, mussten Spezialtaucher die unter dem Grundwasserspiegel gelegene Wand mit dem vermuteten Loch untersuchen – Zentimeter für Zentimeter.

Um der eigentlich schon nach fünf Jahren einsetzenden Verjährung vorzubeugen, hat die Staatsanwaltschaft zur Sicherheit gut 100 Beschuldigte benannt – alles Leute, die in irgendeiner Weise mit dem U-Bahn-Bau zu tun hatten.

Hohe Chefs wie der ehemalige Technik-Vorstand der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sind allerdings nicht mit dabei.

(ck/dpa)

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– Quelle: http://www.express.de/26882768 ©2017


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 07. Januar 2018, 13:25:06 
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Kölner Stadtarchiv: Gutachten verzögert sich
Von Heinz Horst

Archiveinsturz: Wichtiges Gutachten erst später.
Mögliche Auswirkungen auf den Zivilprozess.
Strafprozess startet voraussichtlich 2018.

Nach Angaben des Kölner Landgerichts vom Dienstag (17.10.2017) braucht der zuständige Sachverständige für ein wichtiges Gutachten mehr Zeit als geplant. Es liege möglicherweise erst 2020 vor. Das könne Folgen für einen Zivilprozess haben, in dem es um Schadenersatzansprüche geht.

Urteil muss 2019 fallen
Haus mit aufgerissener SeitenwandZerstörtes Wohnhaus
Ob es auch Auswirkungen auf den im Januar 2018 beginnenden Strafprozess habe, sei reine Spekulation, sagte ein Sprecher des Landgerichts auf Anfrage des WDR. Sollte der Strafprozess jedoch in die Länge gezogen werden und bis März 2019 kein Urteil gefällt sein, drohe die Verjährung. Im Strafprozess werden drei Mitarbeiter der beteiligten Baufirmen und zwei Ingenieure der Kölner Verkehrsbetriebe angeklagt.

Zwei Menschen kamen ums Leben
Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs und eines benachbarten Wohnhauses starben im März 2009 zwei Menschen. Beim U-Bahnbau war unter den Gebäuden ein großer Hohlraum entstanden, in den die Gebäude stürzten. Viele historische Dokumente, darunter Urkunden, Pläne und Bücher, wurden stark beschädigt. Ihre Restaurierung wird noch Jahrzehnte dauern. Der geschätzte Sachschaden liegt bei etwa 1,2 Milliarden Euro.

https://www1.wdr.de/nachrichten/stadtar ... n-100.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 14. Januar 2018, 10:45:15 
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Prozessbeginn am Mittwoch
Neun Jahre später: Prozess um Einsturz des Stadtarchivs in Köln


14.01.2018 KÖLN. 2009 versank in Köln das größte deutsche Kommunalarchiv in der Erde. Zwei Anwohner starben. Jetzt endlich beginnt der Prozess gegen fünf Angeklagte. Viel Zeit bleibt nicht mehr.


Nach neun Jahren beginnt am Mittwoch (17. Januar) der Strafprozess zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Fünf Angeklagte müssen sich dafür verantworten, dass das größte deutsche Kommunalarchiv am 3. März 2009 zusammengebrochen war. Sie sind wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt. Bei dem Unglück kamen zwei Anwohner ums Leben. Der Schaden belief sich nach Angaben der Stadt Köln auf 1,2 Milliarden Euro.

Das Kölner Landgericht steht unter großem Zeitdruck: Das Urteil muss bis zum 2. März 2019 gesprochen sein - sonst ist das Ganze verjährt. Als Grund dafür, dass der Prozess erst so lange nach dem Einsturz beginnt, führt die Staatsanwaltschaft an, dass es äußerst schwierig gewesen sei, in der unter Wasser liegenden Unglücksstelle die Beweise zu sichern.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben Fehler beim Bau einer neuen U-Bahn-Strecke unter dem Archiv den Einsturz verursacht. Demnach sollen zwei Bauarbeiter beim Ausschachten eines Tunnels auf ein Hindernis gestoßen sein. Anstatt dies der Bauleitung zu melden, hätten sie einfach weitergemacht. Im Schatten des Hindernisses sei dann eine "Erdplombe" entstanden, ein Loch in der unterirdischen Tunnelwand. Dahinter stauten sich Sand, Kies und Wasser auf. Am Unglückstag sei der Druck schließlich so groß gewesen, dass die Schadstelle nachgegeben habe und der ganze Sand und Kies in die Baugrube gespült worden sei. Dadurch - so die Staatsanwaltschaft - entstand unter dem Archiv ein Vakuum, und es stürzte zusammen.

Die beteiligten Baufirmen bestreiten die Vorwürfe. Sie vertreten die Position, dass die Unglücksursache ungeklärt sei. Dementsprechend könne man auch noch niemanden zur Verantwortung ziehen. Bei den Angeklagten handelt es sich um einen Bauarbeiter und um vier Beschäftigte, die für die Überwachung der Arbeiten zuständig waren. (dpa)

http://www.general-anzeiger-bonn.de/new ... html?f=111


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 17. Januar 2018, 11:59:38 
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Prozess um Archiv-Einsturz Stiefvater des getöteten Kevin tritt als Nebenkläger auf
Von Daniel Taab 17.01.18, 10:32 Uhr

Köln -
Im Prozess um den Einsturz des Stadtarchivs ist der Stiefvater des um Leben gekommenen Lehrlings Kevin nun doch als Nebenkläger aufgetreten.

Am Dienstagabend ging der offizielle Schreiben dazu beim Gericht ein. Der Stiefvater sagte, dass er auf Gerechtigkeit hoffe und er den Prozess auch zur eigenen Verarbeitung des Dramas benötige.


Auch der Halbbruder des toten Kevin nimmt als Nebenkläger an dem Prozess teil. Kurz nach der Eröffnung der Verhandlung begann die Staatsanwaltschaft mit der Verlesung der Anklage.

– Quelle: https://www.rundschau-online.de/29507648 ©2018


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 01. März 2018, 18:47:30 
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1. März 2018 | 13.43 Uhr
Ermittlungen
Kölner Archiv-Einsturz - Staatsanwaltschaft prüft weitere Anklage

Chronik des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs 2009
Köln. Im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs könnte es bald einen weiteren Angeklagten geben. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen einen Oberbauleiter wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung.

Dies sagte eine Sprecherin der Kölner Behörde am Donnerstag. Sollte sich ein hinreichender Tatverdacht bestätigen, werde Anklage gegen den Mann erhoben. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Im Fall einer Anklage wäre der für den Spezialtiefbau verantwortliche Ingenieur nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" der ranghöchste Vertreter der am U-Bahn-Bau beteiligten Firmen, der sich vor Gericht verantworten müsste.

Der Verdacht gegen den Oberbauleiter beruhe auf Angaben, die einer der Angeklagten im Prozess gemacht habe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Demnach soll sein Vorgesetzter von Problemen bei den Bauarbeiten gewusst haben.


Erster Tag im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben Fehler bei den Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Haltestelle dazu geführt, dass das Stadtarchiv am 3. März 2009 zusammenbrach. Zwei Anwohner kamen ums Leben, es entstand ein Milliardenschaden. In dem seit gut sechs Wochen laufenden Prozess vor dem Kölner Landgericht sind bislang fünf Mitarbeiter von Baufirmen und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB)
wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt.

Derweil wurde bekannt, dass die Restaurierung der Archivalien aus dem Stadtarchiv deutlich teurer wird als bislang angenommen: Der Expertise eines gerichtlich bestellten Gutachters zufolge dürften Restaurierung und Wiederherstellung des Archivguts 627 Millionen Euro kosten, wie die Stadt Köln am Donnerstag mitteilte. Bislang hatte die Stadt die Kosten grob auf rund 400 Millionen Euro geschätzt.



Prozess zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs gestartet FOTO: Oliver Berg/dpa
Die nun ermittelte Schadenssumme umfasst den Angaben zufolge die Kosten von der Rettung des Archivguts über dessen Erfassung, Konservierung und Identifizierung bis hin zur endgültigen Restaurierung und Wiederzusammenführung der Archivalien. Noch nicht enthalten ist unter anderem der Wert der fünf Prozent des Archivbestands, die als unwiederbringlich verloren gelten.


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Das nun vorliegende Gutachten wurde im Zuge des Beweisverfahrens zu Umfang und Höhe der Schäden am Archivgut erstellt. Weitere Schäden wie beispielsweise der Verlust des alten Archivgebäudes waren nicht Gegenstand der Expertise. Den durch die Katastrophe entstandenen Gesamtschaden bezifferte die Stadt Köln bislang auf 1,2 Milliarden Euro.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koe ... -1.6841628


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 03. März 2018, 20:37:30 
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Kölner Stadtarchiv-Prozess Baggerfahrer gesteht Eisendiebstahl
Von
Manfred Reinnarth
03.03.18, 15:32 Uhr
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Einsturz des Kölner Stadtarchivs


Köln -
Die Arbeiter auf der KVB-Baustelle am Waidmarkt haben jeder mehrere 100 Euro für unterschlagenes Eisen eingestrichen. Das gestand gestern urplötzlich beim 14. Tag im Strafprozess zum Einsturz des Stadtarchivs ein ehemaliger Baggerfahrer. 50 bis 200 Euro habe der Inhalt des Containers gebracht, den auch die Bauüberwachung hätte sehen können, da er offen auf der Baustelle stand.

Nur ein Fünftel des Eisens, das für die Bewehrungskörbe in der Baugrubeneinfassung bestimmt war, sei eingebaut worden: „Die Zeit war knapp, und die Körbe hatten schon genug Eisen.“ Der Fall ist verjährt, und die Wand war auch ohne die gestohlenen Eisen so stabil, dass sie dem Einsturz standhielt. Aber der Eisenklau zeugt von den Verhältnissen auf der Baustelle.

Warnung vor „großen Konsequenzen“
Probleme könnte indes ein Betonarbeiter bekommen. Er bezeugte zwar den Verkauf von „gefundenem Kupfer“ und Stahlträgern auf anderen Baustellen. Für das Eisen vom Waidmarkt habe aber keiner Geld bekommen. Da wurde es Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich zu bunt: „Ihnen ist schon bewusst, dass Sie damals den Stein ins Rollen gebracht haben?“ Der Polizei sagte er damals, mal 140 Euro bekommen zu haben und noch einen zweiten Betrag. Ob er damals log oder jetzt, blieb offen.

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Nach dem Archiveinsturz im Jahr 2009 standen die Retter vor einem gewaltigen Trümmerhaufen. Zwei Tote forderte das Unglück. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Pfusch am Bau bei der Erstellung einer Schlitzwand die Ursache ist.
Archiveinsturz Die Gefahr wurde von einem Baggerfahrer erkannt
Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Einsturz Kölner Stadtarchiv Schaden auf 1,3 Milliarden Euro hochkorrigiert
Elschenbroich deutete ein Motiv an: ein Schwager des Zeugen war mit dem Polier an einer Erbauseinandersetzung beteiligt. Richter Michael Greve warnte den Mann vor „großen Konsequenzen“, wenn er nicht die Wahrheit sage. Doch der beteuerte: Es gab kein Geld gegeben, nur Kaffee und Brötchen in einem Kiosk, aber er wisse es nicht mehr.

Unterschied zwischen Arbeitern und „Obrigkeit“
Ein Baggerfahrer aus Niederbayern, dem das Gericht eine Übernachtung spendierte, erklärte, wie genau ein Baggerfahrer ein Hindernis spürt, und dass man nicht drumherumbaut – wie am Waidmarkt laut Anklage geschehen. Der Mann offenbarte aber auch den Unterschied zwischen Arbeitern und „Obrigkeit“: Der Polier habe sich einen Kopp machen müssen. Ihm als Baggerfahrer sei es egal gewesen, etwa wenn das Messgerät im Bagger mal wieder nichts abgespeichert habe. Dann sei auf dem Chip eben nichts gewesen, womit der Polier vor dem Betonieren den korrekten Aushub des Schlitzes hätte prüfen können.

Der Polier, der von Kollegen als „grundsolide und korrekt“ beschrieben wurde, war aus Sicht eines Lkw-Fahrers „cholerisch und hektisch“. Selbst er als Laie habe das deformierte Blech, das der Bagger aus der Grube holte, als Fugenblech erkannt. Wütend habe der Polier den Baggerfahrer angewiesen, mit der Schaufel auf den Rest des Hindernisses zu hauen – „bis das Ding auseinanderfliegt“. Die Bauleitung habe der Mann nicht gefragt, und aus der Schaufel sei ein Stück mit vier Zähnen herausgebrochen.

– Quelle: https://www.rundschau-online.de/29809100 ©2018


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 04. September 2018, 12:15:57 
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Kölner Stadtarchiv-Prozess „Das ist ein Notfall. Sofort, schnell bitte, ganz schnell“
27.08.18, 11:45 Uhr
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Köln -
Dienstag, der 3. März 2009, 13.58 Uhr und 28 Sekunden. In der Leitstelle der Kölner Feuerwehr nimmt ein Mitarbeiter einen Notruf entgegen. „Wir haben hier ein Riesenproblem, hier stürzen Gebäude ein“, schallt es aus dem Hörer. Im Hintergrund sind Schreie zu hören. „Das ist ein Notfall. Sofort, ganz schnell bitte, ganz schnell!“

Im Saal 142 des Landgerichts, in dem der vor fast zehn Jahren aufgezeichnete Mitschnitt über zwei Lautsprecher abgespielt wird, wird die Dramatik des Archiveinsturzes noch einmal greifbar. Später berichtet ein Feuerwehrmann, wie er und seine Kollegen tagelang in den Trümmern nach zwei vermissten jungen Männern suchten; wie sie erst den Leichnam des Bäckerlehrlings Kevin K. entdeckten und nach neun Tagen dann den unter Schuttbergen begrabenen Körper des Design-Studenten Khalil G.

79 Zeugen wurden befragt
In dem Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist die Beweisaufnahme nach 42 Verhandlungstagen so gut wie abgeschlossen. Die Anwälte der vier Angeklagten und die beiden Staatsanwälte können sich auf ihre Plädoyers vorbereiten. Nach der Befragung von 79 Zeugen und einer Reihe von Gutachtern hat Richter Michael Greve, der Vorsitzende der 10. Großen Strafkammer des Landgerichts, unlängst seine vorläufige Einschätzung mitgeteilt.

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Es gab Tage, da wirkte die Beweisaufnahme wie ein Seminar für U-Bahn-Bau. Begriffe wie Beton-Suspension, Schlitzwandmeißel und Läuferlamelle stellen weder den Kammervorsitzenden Greve vor Verständnisprobleme, noch den Vertreter der Anklagebehörde, Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich. Beide sind sicher in der Materie, das lassen ihre Fragen an Gutachter und Zeugen erkennen.

Der Richter
Michael Greve gilt als Richter, der sich die Prozessführung nur ungern aus der Hand nehmen lässt. So gründlich er sich eingearbeitet haben mag, im Umgang mit Zeugen, vor allem weniger sprachgewandten Männern vom Bau, kann er zuweilen eine gewisse Ungeduld nicht verbergen.

Auf Wünsche der Anwälte reagiert er nicht immer so, wie diese es für angemessen halten würden. „Es ist langsam eine Unverschämtheit, wie Sie uns hier behandeln“, beschwerte sich beispielsweise Verteidigerin Barbara Livonius lautstark, nachdem der Kammervorsitzende ihre Bitte nach einer Verhandlungspause zunächst abgelehnt hatte.

Die Anwälte
Angesichts der Bedeutung des Verfahren, nicht zuletzt auch wegen der zu erwartenden Schadensersatzklage in Milliardenhöhe, verliefen die Verhandlungen bis auf wenige Ausnahmen jedoch angenehm konstruktiv. Daran haben die Verteidiger sicher ihren Anteil. Die Strafrechtler, von denen einige aus in der Branche bekannten Top-Kanzleien in Frankfurt und München stammen, verzichteten auf Befangenheitsanträge, die nicht selten am Beginn großer Prozessen erfolgen.

Ihre Verteidigungsstrategie scheint nicht auf Konflikt und Verzögerung angelegt zu sein. Vielmehr beharren die Anwälte, die einen eigenen Gutachter beauftragt haben, darauf, dass die Einsturzursache bis heute nicht zweifelsfrei erwiesen ist. Um das zu belegen, haben sie in der jüngsten Sitzung weitere Bodenuntersuchungen an der Unglücksstelle beantragt. Greve ließ offen, ob er dem stattgeben wird.

Der Staatsanwalt
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Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich

Foto: dpa
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, ihre Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Sie hätten die undichte Stelle in einer zum Archiv hin gelegenen unterirdischen Wand bemerken und ausbessern lassen müssen. Das Material, das die Ermittler nach dem Unglück bei Firmendurchsuchungen auf Festplatten, elektronischen Speichern und in Aktenordnern sicherstellten, umfasst die gewaltige Datenmenge von 7,5 Terabyte. Das entspricht 350 Millionen DIN-A-4-Seiten oder 175000 Büchern, ein jedes so dick wie die Bibel.

Elschenbroich und seine Mitarbeiter setzten zur Auswertung ein Computerprogramm ein, das weltweit von Nachrichtendiensten und Justizbehörden genutzt wird. Der Ermittlungsleiter hat Erfahrung mit vielschichtigen Sachverhalten. Unter anderem vertrat er seine Behörde im Prozess gegen die früheren Chefs der Privatbank Sal. Oppenheim.

Der Hauptgutachter
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Der Mann, der das Hauptgutachten erstellt hat: Dr. Hans-Georg Kempfert

Foto: Martina Goyert
Drei Universitätsprofessoren aus Aachen und Siegen sind für die Staatsanwaltschaft als Gutachter tätig. Sie arbeiten in unterschiedlichen Fachgebieten wie Baukonstruktion, Geotechnik und Grundwasser-Hydraulik. Als wohl wichtigster Sachverständiger gilt indes der Hamburger Geo-Ingenieur Prof. Hans-Georg Kempfert, den das Landgericht für den bevorstehenden Rechtsstreit über den Schadensersatz als Gutachter bestellt hat. Kempfert hat ebenso wie seine von der Staatsanwaltschaft beauftragten Kollegen die Angeklagten belastet.

Die Angeklagten
Der Hauptangeklagte, der ehemalige Polier Rolf K., wird sich wohl nicht mehr verantworten müssen. Der 64-jährige, der den Baupfusch verschleiert haben soll, ist aufgrund einer schweren Erkrankung verhandlungsunfähig. Im Juli wurde sein Verfahren abgetrennt. Sollte sich der Zustand des früheren Kolonnenführers des Konzerns Bilfinger Berger bessern, müsste der Prozess gegen ihn von vorne beginnen.

Ob in dem Fall bis zum Ablauf der zehnjährigen Verjährungsfrist am 2. März 2019 ein Urteil gesprochen werden könnte, gilt als unwahrscheinlich. Die verbleibenden Angeklagten haben sich höchst unterschiedlich verhalten. Im Gegensatz zu den Bauleitern der privaten Unternehmen, die sich vor allem bei technischen Grundsatzfragen auskunftsbereit zeigten, schweigen die KVB-Beschäftigten bis zuletzt. Dass Manfred A. in der vorigen Woche über seinen Anwalt erklären ließ, er wolle nun doch noch etwas sagen, verdeutlicht wohl am ehesten seine Angst vor dem Urteil. Fahrlässige Tötung kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

https://www.ksta.de/koeln/koelner-stadt ... --31168262


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 26. September 2018, 09:31:32 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
Beiträge: 1951
PROZESS ZUM ARCHIV-EINSTURZ NÄHERT SICH DEM ENDE

https://www.tag24.de/nachrichten/prozes ... ung-796237


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 12. Oktober 2018, 12:20:40 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
Beiträge: 1951
ProzesseArchiv-Einsturz: Drei Freisprüche und eine Bewährungsstrafe

https://www.focus.de/panorama/welt/proz ... 46190.html


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