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 Betreff des Beitrags: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 29. Oktober 2016, 18:57:26 
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Wie erkenne ich
einen Romance- oder
Love-Scammer?

An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt. Finger weg von Chatnamen mit ungewöhnlichen Zeichen (z.B. Prozentzeichen) – diese schicken mit ihren Nachrichten Software mit, die dem Computer schaden kann.

An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

An den Bildern: Die Bilder sind unscharf und nur in sehr kleiner Auflösung im Internet eingestellt, da sie gestohlen wurden. Ausnahme: Scamm-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind.

Am Inhalt der Mails: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen. Aber es geht auch anders: Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbies, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt immer eine Rolle. Wichtig: Die Scammer bezeichnen ihre neuen Partner schon bald als "Ehemann" oder "Ehefrau" und schmieden Heiratspläne. Deswegen scheint die Bitte um ein Visum oder ein gemeinsames Konto gerechtfertigt.

An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.

An Bitten um Geld / Visum / Päcken- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Hier wollen die Betrüger nicht nur auf Kosten ihrer Opfer leben, sondern auch weiterhin im Auftrag der Nigeria Connection tätig sein. Die Betrüger schaffen es auch, geschickt die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen, beispielsweise sollen diese Briefe oder Päckchen an dritte Personen verschicken. Scam-Frauen erbetteln sich häufig Einladungen nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

Tipp: Geben Sie den Namen Ihres/Ihrer Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ beispielsweise bei Google ein. Die Suchmaschine kann in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen.

Was tun, wenn ich gescammt werde?

Blockieren: Sofort jeglichen Kontakt abbrechen. Keine Mails, keine Anrufe des Scammers mehr entgegennehmen. Am besten ist es, sich eine neue Mailadresse und Telefonnummer zuzulegen. Gefahr besteht auch für Freunde im sozialen Netzwerk und für alle Kontakte im eigenen Mailadressbuch. Denn die Täter schicken mit ihren Mails meistens auch einen Computervirus mit. Dieser scannt die Daten im Mailadressbuch und erlaubt auch sonst eine Kontrolle über den Rechner ihrer Opfer.

Ignorieren: Nicht auf Forderungen des Scammers eingehen. Auf keinen Fall Geld überweisen, Schecks einlösen oder Briefe und Päckchen weiterleiten – und auch nicht aufbewahren. Geleistete Zahlungen, wenn noch möglich, sofort rückgängig machen.

Sichern: Speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einer CD-ROM ab. Heben Sie Überweisungsbelege usw. auf. Wenn Sie es nicht selbst können, dann lassen Sie sich von computererfahrenen Bekannten und Freunden den so genannten E-Mail-Header auslesen. Daran erkennen Sie, woher die Mail geschickt wurde. Selbsthilfeseiten im Internet erklären Ihnen ebenfalls, wie Sie sich vor größerem Schaden schützen können.

Löschen: Nach dem Sichern löschen Sie alle Beweisdaten von Ihrer Festplatte. Vergessen Sie nicht, auch den E-Mail-Account zu löschen.

Hilfe holen: Gehen Sie zur Polizei. Die Strafverfolgung solcher Täter ist zwar enorm schwierig, weil sie aus dem Ausland agieren. Dennoch sollten Sie den Vorfall auf jeden Fall melden. Das ist besonders wichtig, wenn beispielsweise Banken strafrechtliche Schritte gegen Opfer unternehmen wollen, die unwissentlich gefälschte Schecks eingereicht haben.

http://www.polizei-beratung.de/themen-u ... hilfe.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 31. Oktober 2016, 18:03:01 
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Wo die Liebe hinfällt

Betrugsopfer: Einsame Frauen


Nach dem tragischen Tod ihres Mannes lernt eine 45-jährige Frau bei einer Partnerbörse im Internet einen amerikanischen Soldaten kennen. Aus dem anfänglichen Flirt wird bald eine Liebesbeziehung. Zumindest denkt das die alleinerziehende Mutter. Doch der neue Bekannte ist nicht der ideale Lover, für den er sich ausgibt. Er ist nur auf eines aus ...

Der Fremde ist angeblich alleinerziehender Vater zweier Kinder. Seine Frau sei verstorben. Er umgarnt die 45-Jährige monatelang mit Komplimenten und Heiratsversprechen. Er schickt ihr Fotos. Darauf ist ein gut aussehender Soldat zu sehen. Doch sein Profil ist ein Fake. Zu einem persönlichen Treffen kommt es nie.

Geldforderungen

Stattdessen will James Dickey - so nennt er sich - plötzlich Geld. Er gibt an, nach Afghanistan versetzt worden zu sein. Sein Kommandeur habe im Einsatz ein "wertvolles Metall" sichergestellt, dass er nun zu ihr nach Deutschland schicken wolle. Die alleinerziehende Mutter soll jedoch die Versandkosten übernehmen - 2.500 Euro. Sie tut es - auch, weil ihre Liebe inzwischen größer ist als jede Vernunft.

Kurz darauf: Jetzt soll sie weitere 19.000 Euro für anstehende Zolldokumente vorstrecken. Und so geht es weiter. Immer wieder tischt der falsche Liebhaber der 45-Jährigen neue Lügengeschichten auf, bis sie am Ende 120.000 Euro auf verschiedene Konten ins Ausland überwiesen hat. Und plötzlich ist "James Dickey" nicht mehr erreichbar: Die 45-Jährige erstattet Anzeige gegen den Betrüger. Doch ihr Geld ist wohl für immer verloren.

Die Masche: "Romance Scamming"

Die Kripo kennt diese Betrugsmasche nur zu gut. Der Fachbegriff: "Romance Scamming" oder "Love Scam". Das Vorgehen ist immer dasselbe: Zuerst erstellen die Betrüger ein falsches Profil mit Hilfe von Fotos und Lebensläufen aus dem Internet. Anschließend kontaktieren Sie auf Partnerbörsen ihre zukünftigen Opfer.

Es folgt ein reger Kontakt via Mail, SMS oder Telefon. Zu privaten Treffen kommt es nie. Die Täter binden die Opfer emotional an sich. Bis die Angst, den neuen Partner zu verlieren, größer ist als jede Vernunft. Dann kommen erste Forderungen nach Geld. Das bittere Ende: 100.000 bis 150.000 Euro Schaden. Zu den finanziellen Verlusten kommen noch die Enttäuschung über den gemeinen "Liebhaber" und mögliche andere psychischen Folgen.

"Nigeria Connection"

Nach Erkenntnissen der Polizei liegt der Ursprungsort dieser Betrugsmasche in Nigeria - ein weiteres Betätigungsfeld der altbekannten "Nigeria Connection". Inzwischen gibt es aber auch viele Nachahmer in anderen Ländern, die ebenso professionell vorgehen. Die Täter zu orten oder zu fassen, ist für deutsche Behörden so gut wie aussichtslos. Das Geld der Opfer ist in aller Regel für immer verloren.

Vorbeugungstipps
Werden Sie hellhörig bei Kontakten auf Partnerbörsen, in denen nur auf Englisch kommuniziert wird und bei überraschend schnellen Liebesbekundungen.

Die Betrüger agieren meist nur per Mail, Telefon oder Handy. Bestehen Sie deshalb auf private Treffen!
Die Aufforderung, im Voraus Geld zu schicken, ist immer unseriös!

Sie haben den Verdacht, Ihr potentieller Partner könnte ein Romance-Scamming-Betrüger sein? Recherchieren Sie im Internet!

Geben Sie den Namen der Bekanntschaft in eine Suchmaschine ein - eventuell mit dem Zusatz "Betrug" oder "Scammer". Sollte etwas faul an der Geschichte sein, finden Sie hier garantiert jede Menge Warnungen.

https://www.zdf.de/migration/migration/ ... l-106.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 24. November 2016, 12:04:55 
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Romance-Scamming
Falscher Freund erbeutet im Internet 325.000 Euro
Die Kripo Schweinfurt ermittelt gegen einen unbekannten Täter wegen eines Falles des sogenannten Romance-Scamming. Der Mann suchte über Facebook Kontakt zu einer Frau aus dem Raum Schweinfurt und erbeutete letztlich 325.000 Euro.

Stand: 24.11.2016 |

Eine 44-Jährige lernte im Juni über Facebook einen angeblichen amerikanischen Ingenieur kennen, der mittlerweile in Portugal wohnen soll. Im Rahmen mehrerer Chat-Gespräche täuschte der Internet-Bekannte vor, dass sein Sohn bei seinen Ex-Schwiegereltern in England wohnhaft und schwer erkrankt sei. Zudem wurde ein Treffen in Deutschland vereinbart. Um zu helfen überwies die Dame an das englische Krankenhaus 26.800 Pfund. Unter Vorspiegelung weiterer Notsituationen konnte der Unbekannte die 44-Jährige zu zwölf weiteren Überweisungen überreden. Insgesamt kam es zur Überweisung von 325.000 Euro.

Vorsicht vor Internet-Bekanntschaften mit Geldsorgen
Erst als die Geschädigte sich einer Angehörigen anvertraute, stoppten die Überweisungen und es kam zur Anzeige bei der Polizei. Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt eindringlich vor Internet-Bekanntschaften, bei denen schnell finanzielle Notlagen zur Sprache kommen. Die Täter verstehen es taktisch in der Regel sehr gut, ihre Opfer dazu zu bringen, ihnen das Geld aus Mitleid zu überweisen. In jedem Fall sollte man spätestens dann stutzig werden, wenn Geld an einen eigentlich Unbekannten ins Ausland überwiesen werden soll.

http://www.br.de/nachrichten/unterfrank ... o-100.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 25. November 2016, 20:17:35 
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Von Internetbekanntschaft betrogen
Frau verliert 76.000 Euro
Eine Frau aus dem Landkreis Main-Spessart hat 76.000 Euro verloren. Sie hatte das Geld an ein Konto im Ausland überwiesen. Ein Mann, den sie über eine Online-Partnerbörse kennengelernt hatte, gab vor, in einem finanziellen Engpass zu stecken.

Stand: 25.11.2016
Laut Kriminalpolizei Würzburg suchte der Mann über eine Partnerbörse Kontakt zu einer Dame aus dem Landkreis Main-Spessart. Der Mann gab sich zunächst als in Frankfurt stationierter Angehöriger der US-Streitkräfte aus und erlangte nach und nach ihr Vertrauen. Kurze Zeit später täuschte er ihr einen Einsatz in Syrien vor, bei dem er auf 120 Kilogramm Gold gestoßen sei. Zur Übersendung seiner "Beute" bat er um die Überweisung diverser Gebühren, woraufhin die Dame über 76.000 Euro an ein angebliches, zwischengeschaltetes Versandunternehmen schickte.

Andere "Romance-Scamming"-Fälle erweckten Misstrauen
Nachdem das Opfer durch einen Beitrag in den Medien auf die Betrugsmasche aufmerksam wurde, entschloss sie sich, Anzeige zu erstatten. Das Polizeipräsidium Unterfranken warnt weiterhin eindringlich vor Internetbekanntschaften, bei denen schnell finanzielle Notlagen zur Sprache kommen. Diese Betrugsmasche nennt sich "Romance-Scamming", so die Polizei. Erst am Donnerstag (24.11.16) war eine Frau aus dem Raum Schweinfurt um 325.000 Euro gebracht worden. Am bayerischen Untermain wurden zwei Frauen jeweils um mehrere tausend Euro gebracht. Ihre männlichen Internet-Bekanntschaften hatten sie um Geld gebeten.

http://www.br.de/nachrichten/unterfrank ... o-100.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 07. März 2017, 17:28:38 
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Verliebt und reingefallen: Mann überweist 32.000 Euro an „Freundin“ aus dem Internet
Die vermeintliche Liebe auf einem Dating-Portal kostete einem Jenaer 32.000 Euro. Immer wieder schickte die nett aussehende, blonde Frau Bilder von sich, später auch Geldforderungen...
07. März 2017 / 14:34 Uhr

Vorsicht ist immer geboten, wenn eine Liebe mit Geldforderungen beginnt, aber auch und grundsätzlich immer, wenn Geld ins Ausland überwiesen werden soll. Symbolfoto: Henrik Josef Boerger Vorsicht ist immer geboten, wenn eine Liebe mit Geldforderungen beginnt, aber auch und grundsätzlich immer, wenn Geld ins Ausland überwiesen werden soll. Symbolfoto: Henrik Josef Boerger

Jena. 32.000 Euro ist der Schaden, der einem Jenaer auf einem Dating-Portal entstand. Laut Polizei hatte der Mann dort seit Mai 2016 Kontakt zu einer jungen Frau aus Russland. Immer wieder schickte die blonde, nett aussehende junge Dame Bilder. Immer wieder forderte sie aber auch Geld, um nach Moskau zu fahren und ein Visum für die Reise nach Deutschland zu beantragen, für die Beerdigung der Oma, Krankenhausrechnungen und anderes.

Und der Jenaer transferierte das Geld - per Western Union bzw. MoneyGram - nach Russland. Nun fand er in einem Forum heraus, dass seine Freundin mit der gleichen Masche und denselben Fotos offenbar auch noch andere Männer um ihr Geld erleichtert hat. Als er sein Geld daraufhin zurückforderte, war die junge Dame plötzlich gar nicht mehr freundlich. Von Geld wusste sie nichts mehr. Im Gegenteil: Sie drohte mit einer Anzeige wegen Verleumdung.

Zu vermuten ist, dass es die junge Dame unter dem angegebenen Namen gar nicht gibt. Abwegig wäre es laut Polizei auch nicht, dass das Opfer sich über Monate mit männlichen Betrügern geschrieben hat, die sich hinter dem Profil der netten Blondine verstecken.

Vorsicht ist immer geboten, wenn eine Liebe mit Geldforderungen beginnt, aber auch und grundsätzlich immer, wenn Geld ins Ausland überwiesen werden soll. Für diese Erkenntnis hat der Jenaer teuer bezahlt.

http://www.thueringer-allgemeine.de/sta ... xtor=RSS-3


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 19. April 2017, 22:04:16 
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Opfer berichtet von „Military Romance Scam“

Andrea verliebt sich auf Facebook - und bezahlt dafür bis heute
Aktualisiert: 19.04.17 19:44


Andrea Würzinger (53) war schwer verliebt. Die Sorge um ihren Darren und dessen Sohn Kelvin hat sie fast umgebracht – und viel Geld gekostet. Doch Darren C. Douglas hat nie existiert.

Hausham – Die Freundschaftsanfrage ploppt am 1. März bei Andrea Würzinger in Hausham, Kreis Miesbach, auf. Darren C. Douglas aus Huntsville, Alabama, geboren 1966, Single. Sein Profilfoto: ein Schäferhund. Vielleicht gibt der treue Blick des Tieres den Ausschlag – Andrea Würzinger bestätigt die virtuelle Freundschaft. Mit einem Klick begibt sie sich in eine vierwöchige Gefühlsachterbahn, die sie am Ende Geld kostet – und ihr noch viel mehr Schmerz beschert.

Andrea Würzinger, Flugbegleiterin, 53, Mutter einer erwachsenen Tochter, ist niemand, dem man so schnell etwas vormacht. Trotzdem wurde sie Opfer eines Trickbetrugs der neuesten Art. Military Romance Scam ist der Fachausdruck. Der Militär-Romanzen-Trick. Nigeria-Connection nennt die Polizei diese neue Generation an Trickbetrügern, die die sozialen Medien ausnützen. Angefangen haben die ersten in Nigeria, aber in vielen afrikanischen Ländern blühen ganze Netzwerke, etwa in Ghana. „Das ist dort ein Berufszweig“, sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, „die sind geschult.“ Und sie werden täglich besser.

Harmloses Geplänkel im Chat - so ging alles los

Der Fall von Andrea Würzinger ist klassisch – und er lief so: „Hallo Andrea, wie geht es dir? Danke, dass du meine Freundschaftsanfrage bestätigt hast“, schreibt Darren kurz nachdem sich die Frau mit ihm befreundet hat. So leicht lässt sich die Haushamerin nicht einwickeln. „Wer bist du? Was willst du von mir?“, will sie wissen. Er sei durch ihr Profilfoto auf sie aufmerksam geworden: ihr Hund Sally, eine Bulldogge mit Piratenhut. Er liebe Hunde, genauso wie sie. Klingt plausibel. Und so geht es los. Ein harmloses Geplänkel, ein harmloser Flirt – auf Englisch, was für die Flugbegleiterin kein Problem ist.

Darren meldet sich meist abends. „Hello Honey. Hast du heute schon geduscht, hast du gegessen?“ Banale Fragen, rückblickend sind sie nicht dumm. Wenn Andrea geduscht und gegessen hat, ist sie alleine. Darren kann sie in aller Ruhe einwickeln. „Das hat sich so gut angefühlt“, sagt Andrea Würzinger heute. „Endlich war da jemand, der mir zugehört hat.“ Trotzdem erzählt sie erst einmal niemandem von ihrer Romanze. „Das war mein Geheimnis.“ Und es ist ihr auch unangenehm. „Ich verliebe mich doch nicht in jemanden, den ich gar nicht kenne“, sagt sie sich.

„Hast du mich vermisst?“

Am dritten Tag geht Darren einen Schritt weiter. Er schreibt: „Das Wetter in Syrien ist schön.“ Andrea Würzinger fällt fast das Handy aus der Hand. „Was machst du da?“ Die Antwort kommt prompt: „Peace-Keeping-Mission. Bete für mich.“ Dann meldet er sich ein Wochenende gar nicht. Andrea ist verzweifelt und weiß gar nicht genau, wieso. Trotzdem sitzt sie weinend am Küchentisch, wartet auf ein Lebenszeichen, sieht sich Nachrichten über den Krieg in Syrien an, liest von einem Anschlag in Damaskus, wo Darren angeblich stationiert ist. Erst am Montag die nächste Nachricht: „Hallo Andrea, hast du mich vermisst?“ Darren hat eine Erklärung, warum er sich nicht melden konnte: ein Einsatz. Andrea Würzingers Erleichterung verdrängt Zweifel.


Und das ist noch nicht alles. Darren erzählt ihr von seinem Sohn Kelvin, 14, der im Internat in den USA wohne. Die Mutter sei an Darmkrebs gestorben. Und: „Er will dich kennenlernen.“ Also schreibt Andrea Würzinger dem Buben, der, wie sie heute weiß, genauso erfunden ist wie Darren selbst. Der Bub antwortet, er freue sich wahnsinnig über Andreas Mail und noch mehr, dass sein Vater jemanden zum Reden gefunden hat. Kelvin schickt ihr auch Fotos von sich – und von seinem Vater. Im Jogging-Outfit auf einem Wanderweg irgendwo in Amerika. Endlich hat die Oberbayerin auch ein Bild von dem bislang gesichtslosen Mann, in den sie sich verknallt hat: blondes Haar, blaue Augen, tolle Oberschenkel. Sein Sohn sieht ihm ähnlich. „Da hat immer alles gestimmt“, sagt Andrea und schüttelt den Kopf. Später erfährt sie, dass die Bilder von Vater und Sohn aus dem Internet geklaut waren.

Erstmals fordert der Betrüger Geld

Jetzt drückt Darren auf die Tränendrüse – und fordert erstmals Geld: Das Handy seines Sohnes sei kaputt, seinem Vater könne er nur noch von einem Bekannten aus schreiben. Bald, am 17. März, habe Kelvin Geburtstag. „Was können wir unserem Sohn schenken?“, fragt Darren. Ein Handy vielleicht? Andrea schickt 500 Euro in die USA. Nicht viel für einen Profi-Betrüger, aber ein Zuckerl, um auszutesten, wie weit sein Opfer gehen wird.

Die Bargeldüberweisung – angeblich an Kelvins Schulleiterin – ist kompliziert. Western Union gibt das Geld erst frei, als Andrea Würzinger telefonisch bestätigt, die Frau persönlich zu kennen. Ihr kommen Zweifel: Warum kann sie nicht an Kelvin direkt überweisen? Darren zerstreut ihre Bedenken, es soll ja eine Überraschung werden. Und als sich der Bub überschwänglich bei seiner „neuen Mum“ bedankt, ist es endgültig um Andrea Würzinger geschehen. „Ich war auf Wolke sieben“, sagt sie. Und die Gehirnwäsche geht weiter.


Darren spricht jetzt von Besuchen in Deutschland nach seinem Einsatz, von einem neuen Leben mit ihr. Andrea erzählt nun doch einer Freundin von Darren. Die sagt sofort: „Das ist ein Betrüger.“ Als sie Darren damit konfrontiert, verlangt er, dass sie den Kontakt zur Freundin abbricht. Sie gehorcht. Als die Flugbegleiterin sich wünscht, die Stimme ihres Darren einmal zu hören, wimmelt er sie ab. Das sei nicht erlaubt bei der US-Army – eine dreiste Lüge. „Ich hätte nur googeln müssen“, sagt Andrea Würzinger. „Aber mein Kopf wollte nicht anspringen.“
Nach dieser Phrase wird Andrea endlich stutzig

Ihr Job fordert sie, sie fliegt zwischen Shanghai und München hin und her, hat wenig Schlaf. Da lässt Darren seine Bombe platzen. Er werde verlegt, Kampfeinsatz in Nordsyrien. Gegen den IS. „Was kann ich tun?“, schreibt Andrea Würzinger. Nichts, lautet die Antwort, sie müsste sich schon als seine Verlobte ausgeben und seinem General schreiben. Vielleicht fände sich eine Lösung. Wieder gehorcht sie. Der General antwortet – die E-Mail-Adresse sieht offiziell aus: Ein britischer Offizier könnte Darren binnen 24 Stunden ersetzen, Honorar: 3700 Euro. Der Offizier aus Ghana bräuchte 72 Stunden, koste aber nur 1700 Euro. Zu zahlen sofort und in bar. „Is that understood?“, schließt der General. „Kapiert?“ Diese Phrase verwendet Darren wenig später selbst. Ein Fehler.

Endlich wird Andrea Würzinger stutzig, beginnt zu recherchieren. Sie kontaktiert eine Selbsthilfegruppe, fragt eine Bekannte in den USA, deren Vater beim Militär arbeitet. Noch immer kann sie nicht glauben, dass es Darren nicht gibt. Ein letzter Test: Sie sei schwer krank, schreibt sie, habe Krebs und müsse ins Krankenhaus. Die Antwort: „Das tut mir leid, Andrea, wann kannst du bezahlen?“ Das war am 21. März, drei Wochen nach dem ersten Kontakt. Danach löscht ihn Würzinger aus ihrer Freundesliste und meldet das Profil bei Facebook als gefälscht.


Wie viele Opfer es in Bayern gibt, ist schwer zu sagen. „Gemeldet wird uns nur eine einstellige Zahl pro Jahr“, sagt Polizeisprecher Sonntag: „Viele schämen sich.“ Nicht so Andrea Würzinger. Sie will verhindern, dass noch mehr dieser Masche zum Opfer fallen. Sie engagiert sich inzwischen in einer Selbsthilfegruppe. Dort prüfen sie Profile auf ihre Echtheit. Das hilft ein bisschen. Auch das gefälschte Darren-Profil wurde inzwischen von Facebook gelöscht. Aus ihrem Kopf kann Darren keiner löschen. Auch wenn er nie existiert hat, denkt sie immer noch an ihn. Jeden Tag.

https://www.tz.de/bayern/facebook-abzoc ... cmp=defrss


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 01. Juni 2017, 09:24:22 
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Vom Liebhaber betrogen Internet-Lover prellt Erfurterin um 45.000 Euro
31.05.17, 20:37 Uhr

Erfurt -
Eine Frau aus Erfurt ist auf eine Online-Betrugsmasche hereingefallen und hat mehr als 45.000 Euro an einen vermeintlichen Liebhaber überwiesen. Sie habe den Mann im Internet kennengelernt und es habe sich eine virtuelle Liaison entwickelt, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Nach einigen Wochen habe er um einen größeren Geldbetrag gebeten, angeblich, um eine Telekommunikationsfirma in Ghana aufzubauen. Er habe die emotionale Nähe des Opfers mehrmals ausgenutzt. Nach den ersten 25.000 Euro lieh sich die Frau mehr als 20.000 Euro, die sie in kleinen Raten ins Ausland überwies.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche. Über E-Mail und WhatsApp bauten die Täter über mehrere Wochen Beziehungen auf, schickten Bilder. Auf keinen Fall sollten Betroffene Geld ins Ausland über Transferdienstleiter schicken, da es nicht zurückgeholt werden könne. Es werde vor Ort bar ausgezahlt und verschwinde. (dpa)

– Quelle: http://www.mz-web.de/27016148 ©2017


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 Betreff des Beitrags: Re: Romance- oder Love-Scammer?
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 02. Juni 2017, 14:45:35 
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"Love-Scamming" in Nordhessen: Online-Betrüger gaukeln romantische Gefühle vor
02.06.17 13:12
Schwalm-Eder. In Nordhessen sind Betrüger mit einer neuen Masche im Internet aktiv. Sie gaukeln ihren Opfern romantische Beziehungen vor und prellen sie um viele tausend Euro.

„Love-Scamming“ nennt die Polizei diese Betrugsmasche. Derzeit ermitteln nordhessische Beamten in mehreren Fällen mit hohem finanziellem Schaden. Unter den Opfern ist auch ein Mann.

In einem jetzt bekannt gewordenen Fall hat eine Frau, Anfang 50, die Freundschaftsanfrage eines Mannes über das soziale Netzwerk Facebook angenommen. Bei dem Mann handelte es sich um einen angeblichen Amerikaner. Der Mann gab vor, sich als Soldat in Nordafrika aufzuhalten. In der Folge entstand über mehrere Monate ein Kontakt über E-Mail und Telefon. Zwischen den beiden entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis. Im Verlauf der Konversation teilte der angebliche Soldat mit, dass er ein Paket an die Geschädigte übersenden wolle, in dem sich wertvolle Gegenstände befänden. Das Paket soll dann beim britischen Zoll in London festgehalten worden sein.

Für die Auslösung sollte die Frau zunächst einen Betrag in Höhe von einigen tausend Euro bezahlen. Nachdem sie das Geld überwiesen hatte, folgte eine weitere Nachricht, dass zusätzliche Zollgebühren in Höhe von mehreren tausend Euro bezahlt werden müssten. Diesen Betrag überwies sie ebenfalls. Die Überweisungen erfolgten auf eine Bankverbindung in England. Ihr wurde dann mitgeteilt, dass der Mann gefangen genommen worden sei und sie 50 000 Euro Lösegeld für ihn zahlen solle. Weiterhin sollte sie 22 000 Britische Pfund zahlen, damit das Paket, welches sich mittlerweile in Frankreich befände, ausgeliefert werden könne. Die Frau hatte zwischenzeitlich Verdacht geschöpft und sich vor kurzem an die Polizei gewandt. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Masche.

https://www.hna.de/lokales/melsungen/lo ... cmp=defrss


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