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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 19. Februar 2015, 10:34:31 
 
„Mörder“-Gen – Fiktion oder Wirklichkeit?
Die Signatur des Bösen
Markus Brauer, 18.02.2015 19:00 Uhr

Wird man schon als Mörder geboren oder erst durch die Umwelt dazu gemacht? Der US-Kriminologe Adrian Raine hat dazu ein spannendes Buch geschrieben, das jetzt erschienen ist.

Jürgen Bartsch (1946-1976) ist als „Kirmesmörder“ in die deutsche Kriminalgeschichte eingegangen. Joachim Kroll (1933-1991) hatte wie Hannibal Lecter, der kannibalistische Serienmörder aus dem Roman „Das Schweigen der Lämmer“, eine Vorliebe für Menschenfleisch. Der „Heidemörder“ Thomas Holst missbrauchte zwischen 1987 und 1990 drei Frauen südlich von Hamburg, tötete und verstümmelte sie. Der Bottroper Dachdecker Frank Gust (geboren 1969) war als „Rhein-Ruhr-Ripper“ berüchtigt. Zwischen 1994 und 1998 ermordete er mindestens vier Frauen, die er sexuell missbrauchte, bevor er sie zerstückelte.

Serienmörder aus Deutschland und aller Welt
Die Liste mit Serienmördern aus Deutschland und aller Welt ließe sich beliebig fortsetzen. Was treibt Gewaltverbrecher zu solchen Bluttaten, die Abscheu, Entsetzen und Fassungslosigkeit hervorrufen, aber auch ohnmächtige Wut und den Ruf nach Gerechtigkeit und Vergeltung? „Die Saat der Sünde ist im Gehirn angelegt“, sagt der amerikanische Neurokriminologe Adrian Raine in seinem neuen Buch „Als Mörder geboren. Die biologischen Wurzeln von Gewalt und Verbrechen“. Das 517 Seiten dicke Werk, das jetzt im Klett-Cotta Verlag erschienen ist, liegt voll im Trend. Gerade in den diversen amerikanischen „CSI“-Serien spielen abnorme Serienmörder – wie Nate Haskell in der Serie „CSI: Den Tätern auf der Spur“ – eine zentrale Rolle.

In den vergangenen Jahren waren in den Medien immer wieder Berichte aufgetaucht, wonach bestimmte Gene das menschliche Verhalten massiv beeinflussen könnten. Insbesondere das MAOA-Gen – das sogenannte „Killer“-oder „Mörder“-Gen – hat die Fantasie von Hirnforschern, Kriminologen und Krimifans beflügelt. Kriminalsoziologen lehnen solche biologistischen Erklärungsversuche des Verbrechens ab. Erinnern sie doch an die sogenannte Tätertypenlehre des italienischen Gerichtsmediziners und Psychiaters Cesare Lombroso (1835-1909), in der er eine Theorie des „geborenen Verbrechers“ entwickelte.

Lombrosos Typisierung von Verbrechern anhand äußerer Körpermerkmale diente den Nationalsozialisten als Vorlage für ihre rassenbiologischen Theorien. Das ist auch der Grund, warum diese kriminologische Theorie in Verruf geraten ist. Hinzu kommt: Wenn Verbrechen und Mord determiniert sind,wo bleibt noch der freie Wille des Täters? Künftige Kriminelle anhand äußerer Merkmale wie der Schädelform oder den Augenwülsten zu erkennen, hat sich als absurd erwiesen. Andererseits sprechen die Indizien dafür, dass nicht nur soziale und psychologische Faktoren beim Verbrechen eine Rolle spielen.

Gibt es den „Natural born killer“?
Der Neuropsychologe Thomas Elbert, der an der Universität Konstanz forscht, hat tausende Gespräche mit Mördern und Kindersoldaten in aller Welt geführt. Er sagt: „In bestimmten Situationen kann man jeden Menschen zu einem Verbrecher machen. Aber man kann auch schon zum Verbrecher geboren sein.“ Wird man also tatsächlich „Als Mörder geboren“, wie auch der deutsche Titel von Raines Buch nahelegt?

„Es gibt in seltenen Fällen derart schlechte Ausgangsvoraussetzungen. Da ist genetisch schon sehr viel vorbestimmt. Dass heißt nicht, dass es ein Automatismus ist, bei dem man zwangsläufig zum Mörder wird. Aber es kann sehr schlechte Voraussetzungen in der Disposition und für bestimmte Persönlichkeitsentwicklungen geben, die schwer zu beeinflussen sind“, erklärt die Strafrechtlerin und Kriminologin Britta Bannenberg, die als Professorin an der Universität Gießen lehrt.

Der Mediziner Bernhard Horsthemke, Direktor des Instituts für Humangenetik am Uniklinikum Essen, ist der Ansicht, dass ein komplexes Zusammenspiel von Veranlagung, Umwelteinflüssen, Erziehung und Lebensweise unser Verhalten bestimmt, nicht aber einzelne Gen-Varianten. Die Umwelt hinterlasse in unserem Genom Spuren – wie wir uns ernähren oder ob wir gestresst sind. „Außerdem spielt die Epigenetik mit ihren vorgeburtlichen und frühkindlichen Bahnen eine große Rolle.“

Adrian Raine erforscht seit mehr als 30 Jahren die Grundlagen des Verbrechens. Der Professor für Kriminologie, Psychiatrie und Psychologie an der US-Universität von Pennsylvania arbeitete jahrelang als Gefängnispsychologe. Mit seinem neuen Buch „Als Mörder geboren“ will er zwischen den einzelnen Forschungsbereichen vermitteln und die noch junge Disziplin der Neurokriminologie gegen Vorwürfe verteidigen, sie würde „Gewalt auf eine psychisch-neuronale Ursache“ zurückführen oder die individuelle Verantwortlichkeit und den freien Willen aushöhlen. Raine glaubt nicht an den „Natural born killer“ – den als Verbrecher geborenen Menschen. Doch für den US-Wissenschaftler wie für andere Kriminologen und Hirnforscher steht fest: Es gibt eine „starke genetische Disposition für Kriminalität“.

MAOA-Gen und Verbrechen
Ausschlaggebend hierfür ist ein spezielles Gen, das sogenannte Monoaminoxiadse-A, auch MAOA-Gen genannt. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Produktion von Botenstoffen im Gehirn wie Serotonin, das wie eine Art Stimmungsstabilisator wirkt. Forscher haben nachgewiesen, dass bestimmte angeborene Veränderungen dieses Gens – sogenannte Mutationen – die Neigungen zu Gewalt und aggressivem Verhalten erhöhen können. Auch veränderte Hirnfunktionen, welche die Impulskontrolle und die Stimmungsschwankungen steuern, sind als eine mögliche Ursachen für kriminelles Verhalten ausgemacht worden.

Olaf Rieß, Ärztlicher Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Tübingen, ist allerdings überzeugt: „Es gibt nicht ein Gen, sondern nur einen Komplex von Konstellationen und Genaktivitäten. So einfach ist das nicht, das ein Gen unser Verhalten bestimmen würde.“ Wir würden nicht von unseren Genen gesteuert, so Rieß. „Gesellschaftliche Situationen und bestimmte Umstände beeinflussen unser Verhalten erheblich.“

Erbgut oder Umwelt – was prägt mehr?
Der Mensch ist kein Gen-Roboter. Wie er sich verhält, wie lange er lebt, ob er gesund oder krank, gebrechlich oder kräftig ist, hat er zu einem großen Teil selbst in der Hand. Was also prägt den Homo sapiens stärker: das Erbgut oder die Umwelt? Fakt ist: Es sind nicht einzelne Gene, sondern eine komplexe Kombination von Genen und Umwelteinflüssen - die sogenannte Gen-Umwelt-Interaktion -, die unser Verhalten prägt. Gene können Umweltfaktoren verstärken oder abschwächen. Umgekehrt können Umweltfaktoren wie Erziehung, soziale Kontakte oder Lebensereignisse die Ausprägung von Genen und ihren Mutationen beeinflussen.

Doch weder genetische Vorbelastungen noch veränderte Hirnfunktionen können erklären, warum ein Mensch zum Soziopathen und zur reißenden Bestie wird. Niemand ist in dem Sinne zum Verbrecher geboren, dass die Biologie für ihn zur Determination und zum Schicksal wird. Der deutsche Titel von Adrian Raines Buch „Als Mörder geboren“ ist deshalb auch irreführend. Auch Raine widerspricht der Aussage, dass die Gene den Menschen zum Mörder machen. Der englische Originaltitel seines Werkes lautet weit zutreffender: „The Anatomy of Violence“ – Die Anatomie der Gewalt.

In seiner Zeit als Gefängnispsychologe untersuchte der amerikanische Kriminologe Dutzende Gewaltverbrecher und Serienmörder, deren Gehirne er mit Hilfe bildgebender Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) durchleuchtete. Dabei entdeckte Raine markante Defizite in bestimmten Hirnregionen, die etwa auf eine Affektstörung und eine geringere Selbstbeherrschung sowie höhere Risikobereitschaft hinweisen.

„Den Mörder gibt es nicht“
„Den Mörder gibt es nicht“,unterstreicht die Kriminologin Britta Bannenberg. „Motive sind sehr unterschiedlich, Persönlichkeiten auch.“ Auch die Umwelt hinterlasse ihre Spuren, betont die Strafrechtlerin. Ob jemand in extrem gewalttätiger Form agiere, habe auch damit zu tun, in welchem Umfeld er aufwächst. Erwachsene seien lange Jahre prägend für die frühen Erfahrungen. „Wird von Erziehungspersonen Gewalt ausgeübt und befürwortet, fehlt es an warmherzigen Beziehungen und an Verhaltenskontrolle, sind das gewalt- und kriminalitätsfördernde Voraussetzungen. Merkt ein Kind, dass es sich mit Rücksichtslosigkeit und Gewalt erfolgreich durchsetzen kann, lernt es, Gewalt positiv zu bewerten. Deshalb würde ich Horrorszenarien wie ‚Als Mörder geboren‘ auch nicht an die Wand malen.“

Ernährung, Schadstoffe, Erziehung, Stress, Hirnentwicklung – all das spielt eine Rolle

Drogenmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft, organische Schäden in der Kindheit durch falsche Ernährung, Schadstoffe oder Stress können die Hirnentwicklung negativ beeinflussen. Anhand von zahlreichen Fallgeschichten beschreibt Raine dies detailliert und packend wie in einem Kriminalroman.

„Gut aufgemacht mit spannendem Titel, aber inhaltlich nicht ganz so spektakulär“
Adolf Gallwitz, ein renommierter Polizei-Psychologe, Psychotherapeut und Profiler an der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen, hält Raines „Opus magnum“ für ein „gut aufgemachtes und mit einem spannenden Titel versehenes Buch“, das „inhaltlich nicht ganz so spektakulär“ sei. Es gehe dabei vor allem um das alte und zugleich neue Thema Freiheit des Willens.

„Die radikalste Frage aus dem Bereich der Neurophysiologie und Neuropsychologie ist, ob der Mensch überhaupt eine Freiheit der Wahl hat. Hier geht es um das sogenannte Aktionspotenzial. Wenn wir glauben, wir hätten eine Entscheidung nach links oder rechts abzubiegen getroffen, dann hat sich unser Gehirn kurz vorher schon für eine Alternative entschieden“, erklärt Gallwitz. Und weiter: „Wir haben die Illusion, diese Alternative bewusst gewählt zu haben. Konsequenz aus diesem Denken wäre eine Revolution des Strafrechts, weil alle Menschen für das Verhalten ‚entschuldigt‘ wären.“

Gallwitz macht darauf aufmerksam, dass die Forschungen und Metaanalysen von Raine und anderen Neurokriminologen schon einige Jahre zurücklägen. In ihnen hätte die Untersuchung der Stoffwechselaktivität des Gehirn in verschiedenen Situationen sowie grundsätzlich im Fokus gestanden. Gallwitz: „Dem geht voraus, dass in den GUS-Staaten schon vor Jahrzehnten Zehntausende ‚Reihenuntersuchungen von Soldaten‘ mit bildgebenden Verfahren, im Rahmen der Eignungsuntersuchung gemacht wurden, um sie mit später auffällig gewordenen Menschen vergleichen zu können. Die Ergebnisse könnten dann ‚vorhersagenden Charakter‘ haben.“



Zurück zu Raines lesenswertem Buch: „Als Mörder geboren“ gibt darin tiefe und zugleich entsetzliche und grausige Einblicke in die Seelen von Serienmördern wie Jeffrey Landrigan. Dieser wurde als Baby in eine amerikanischen Bilderbuchfamilie adoptiert und landete nach mehren Morden schließlich im Gefängnis. Dort lernte Landrigan seinen biologischen Vater kennen, einen zweifachen Mörder und Schwerkriminellen.



Oder Richard Speck, der 1966 eine Schwesternwohnheim in Chicago überfiel und acht Frauen mit einem Messer tötete. Er war der Erste, bei dem Mediziner einen Gen-Defekt fanden. Dieser Fall löste in den USA überhaupt erst die Debatte über die mögliche Existenz eines „Killer-Gens“ erst aus.

Traumatisierungen, Kränkungen und Gene
„In ‚gewisser Weise‘ werden wir asozial, unfähig zum friedlichen Zusammenleben und im Extremfall als Mörder geboren“, sagt Gallwitz. „Ob wir jedoch zu Mördern werden, hängt von vielen Faktoren ab.“ Wie sich soziale und genetische Faktorern gegenseitig bedingen, illustriert der Kriminologe an folgendem Beispiel: Ein Menschen hat eine Disposition für schwere Straftaten im Bereich Körperverletzungsdelikte. Ein Teil dieser „Disposition“ sei eine angeborene Art und Weise, Umwelt, Gewalt, Bedrohungen oder Kränkungen wahrzunehmen. Wobei Wahrnehmung nie passiv sei. Gallwitz spricht hier von sogenannten Wahrnehmungsschemata: „Wir sehen zum Teil das, was wir sehen wollen schon auf der Ebene der Verarbeitung der Reize.“ Ein Teil davon sei die Reaktionsempfindlichkeit auf Kränkungen.

Für beide Faktoren hätten die von Raine erwähnten Gehirnregionen eine große Bedeutung, so Gallwitz. „Überlagernd sind jedoch eigene Traumatisierungen. Hirnphysiologisch verändern Traumata die Art der Informationsverarbeitung und letztlich morphologisch auch das Gehirn. Das heißt, wir können mit bildgebenden Verfahren auch nachweisen, dass jemand viel neurotoxischen Stress erlebt hat.“ In ähnlicher Weise überlagernd wirke auch unsere gesamte Sozialisierung, welche die „Bahnungen der Nervenaktivität“ beeinflusse.

Kann man die „künftigen Hannibal Lecters“ schon frühzeitig erkennen?
Ob man „die künftigen Hannibal Lecters“ in Zukunft frühzeitig identifizieren und betreuen kann, um auf diese Weise potenzielle Verbrechen zu verhindern, wie Adrian Raine mutmaßt, darf bezweifelt werden. Der amerikanische Neurokriminologe überschätzt hier die Möglichkeiten der Verbrechens-Prävention mit Hilfe der Neurowissenschaften ganz erheblich.

Das Buch
Adrian Raine, Als Mörder geboren. Die biologischen Wurzeln von Gewalt und Verbrechen. (Originaltitel: The Anatomy of Violence), Klett-Cotta Verlag 2015, 517 Seiten, 28,95 Euro.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 85854.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 19. Februar 2015, 10:41:56 
 
Warum manche Menschen mörderisch böse werden Die meisten Menschen sind zu weitaus mehr fähig, als sie sich selbst vorstellen können. Doch es müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit jemand das Böse zu seinem Lebensprinzip macht.

Von Fanny Jiménez
Wissenschaftsredakteurin

Jeder Mensch trägt Gut und Böse in sich. Welche Seite ans Tageslicht kommt, hängt von der Biografie, den Genen und der Arbeitsweise des Gehirns ab

Handgeschrieben war der Brief, zweifelsohne echt. "Liebe Mama, lieber Papa", stand dort. "Ich habe mich entschlossen fortzugehen, um unabhängig zu sein. Ich bin bei Leuten, die auf mich aufpassen, also in Sicherheit. Ihr müsst Euch keine Sorgen machen oder nach mir suchen. Das ist meine Entscheidung – denn schließlich ist es ja auch mein Leben."

Erst 24 Jahre später wurde klar: Elisabeth Fritzl, die als 18-Jährige plötzlich aus dem kleinen Ort Amstetten in Österreich verschwand, hatte die Zeilen im Keller ihres Elternhauses geschrieben. Es war der Keller, den ihr Vater Josef Fritzl zu einem mehrfach gesicherten Gefängnis ausgebaut hatte. Um seine Tochter dort einzukerkern, um sie hungern zu lassen, zu foltern und tausendfach zu vergewaltigen.

Als das Verbrechen im April 2008 endlich ans Tageslicht kam, machte sich Fassungslosigkeit breit. Wie konnte sich in einem Menschen der angesehene Geschäftsmann, der Fritzl oberhalb der Erde war, so perfekt mit dem Sadisten vermischen, der er in seinem unterirdischen Reich war?

So perfekt, dass niemand all die Zeit etwas bemerkte? Eine sozial akzeptable Fassade und gut versteckte zutiefst gefährliche Aggressionen lebten in Fritzls Person offenbar problemlos nebeneinander.

Nicht jeder ist zu Taten solcher Tragweite fähig. Aber das Potenzial, andere zu beschränken, ihnen zu schaden, wehzutun, das steckt sehr wohl in jedem Menschen.

Was Menschen gewalttätig werden lässt

Nur wann genau dunkle Ideen, Gefühle und Wünsche zu einer Tat werden, die andere als falsch, böse oder verwerflich betrachten, das ist die Frage. Forscher haben inzwischen recht gut verstanden, welche Bedingungen es sind, die viele Menschen gewalttätig und einige von ihnen besonders gewalttätig werden lassen – und testen nun Ansätze, wie sich Schwerverbrecher vielleicht therapieren lassen.

Reinhard Haller versteht das Unwohlsein, das die meisten bei dem Gedanken, das Böse auch in sich selbst zu tragen, überkommt. Er ist Gerichtspsychiater, mehr als 300 Mörder hat er bereits auf ihre Schuldfähigkeit begutachtet.

"Die meisten von uns sind zu weitaus mehr Bösem fähig, als sie sich selbst vorstellen können", sagt er. In jedem Menschen steckten gute und schlechte Anteile. Von den schlechten möchte man allerdings nichts wissen. "Wenn wir etwas über Verbrecher lesen, dann ahnen wir, dass so etwas zumindest in Ansätzen auch in uns steckt, weil es uns gespiegelt wird." Gern grenzt man sich deshalb von Gewaltverbrechern ab, personifiziert das Böse, gibt ihm einen Namen.

Josef Fritzl ist ein solcher Name. Mit ihm sprach Heidi Kastner, ebenfalls Gerichtspsychiaterin, aus Linz. Insgesamt fast 30 Stunden lang. Sie befragte ihn zu seiner Tat, zu seiner Kindheit. Hörte, dass die alleinerziehende Mutter eigentlich kein Kind wollte, ihn oft schlug, ihn von anderen isolierte, ihn tagelang allein zu Hause ließ, ohne zu sagen, ob und wann sie wiederkäme.

Einer, der andere Menschen beherrschen wollte

Josef Fritzl, als Kind ausgeliefert und ohnmächtig, wurde als Erwachsener zu einem Menschen, der beherrschen wollte. Der jemanden bei sich wollte, der nicht einfach weggehen konnte, wenn es ihm passte. Als seine Tochter in der Pubertät aufmüpfig wurde und mehrfach von zu Hause ausriss, fasste er seinen Entschluss.

Das neue Gesetz sieht unter anderem längere Haftstrafen vor.
Sexueller Missbrauch
Neues Gesetz soll Kinder besser schützen
Heidi Kastner glaubt, dass jeder Mensch grundsätzlich in der Lage dazu ist, ein Gewaltverbrechen zu begehen. "Aber ich glaube nicht, dass jeder dazu fähig ist, schwere Gewaltverbrechen derart zu planen und auch auszuführen", sagt sie.

Bis zu 16 Prozent aller Kinder werden geschlagen, weitere zehn Prozent werden vernachlässigt, gedemütigt, erniedrigt, und etwa 15 Prozent aller Jungen und Mädchen werden sexuell missbraucht. Doch nicht alle von ihnen werden später zu Schwerverbrechern.

Bei den meisten Menschen, auch jenen mit schlimmen Kindheitserfahrungen, werden aggressive Impulse in Schranken gehalten. Durch die Fähigkeit zur Selbstkontrolle, die Fähigkeit zum Mitgefühl und durch die Akzeptanz moralischer Grundsätze. Wenn aber eine oder sogar alle drei dieser Fähigkeiten versagen, dann steigt das Risiko, Gewalt wiederholt zum eigenen Vorteil einzusetzen.

Experten unterscheiden bei Intensivstraftätern drei Typen, bei denen diese Schranken nicht zuverlässig funktionieren. Instrumentelle Täter, sie machen etwa 30 Prozent aus, sehen Gewalt als Strategie, um Konflikte zu lösen. Sie sind in einem Umfeld aufgewachsen, das sie gelehrt hat: Gewalt ist überlebenswichtig, effektiv und wird belohnt. Das ist zum Beispiel in Kriegsgebieten oft der Fall.

Chronische Gewalttäter fallen schon als Kinder auf

Die zweite Gruppe besteht aus impulsiven, chronischen Gewalttätern. Sie leiden an einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, fallen schon als Kinder auf, weil sie stehlen, soziale Regeln missachten oder das Eigentum anderer zerstören.

Sie wissen, dass ihre gewaltsamen Ausbrüche ihnen langfristig eher schaden als nützen, ändern aber ihr Verhalten trotz harscher Konsequenzen nicht. Etwa 60 Prozent aller Intensivstraftäter fallen in diese Kategorie. Sie fühlen sich schnell bedroht, rasten schnell aus, schlagen schnell zu. Ihr Mitgefühl mit anderen hält sich in Grenzen, ihr Selbstwert ist leicht angreifbar.

Reinhard Haller glaubt, dass gerade diese Verwundbarkeit bei den impulsiven Tätern starke Aggressionen triggern kann. Fast allen Verbrechen, glaubt er, liegt eine tiefe Kränkung zugrunde.

Auch Heidi Kastner sagt, bei vielen Familientragödien oder Amokläufen habe es zuvor eine Verletzung des Selbstwertes gegeben, oft sogar auf mehreren Ebenen: Job, Familie, Partnerschaft. Menschen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung sind dafür besonders anfällig. Sie fühlen sich als Opfer, während alle anderen in ihnen die Täter sehen.

Problematische Kindheit und Auffälligkeiten im Gehirn

Neben einer problematischen Kindheit finden sich bei diesen Menschen häufig noch andere Auffälligkeiten – und zwar im Gehirn. Neurowissenschaftler konnten zeigen, dass impulsive Gewalttäter Veränderungen in der Anatomie und Funktion des präfrontalen Kortex, einem Areal hinter der Stirn, aufweisen.

Zahlen und Fakten zur Gewalt
Geschlechter
Intensivstraftäter
Mordrate
Religiöse Konflikte
Gehirnveränderungen
Anders als bei anderen Menschen hemmt das Areal bei ihnen aggressive Impulse nicht. Darüber hinaus ist bei diesen Tätern die Stressverarbeitung gestört: Der Mandelkern, für die emotionale Bewertung von Reizen zuständig, ist hyperaktiv. Das führt dazu, dass sich das Gefühl, bedroht zu werden, viel schneller einstellt als bei anderen Menschen.

Und schließlich ist das Lernen aus Erfahrung eingeschränkt, wie Niels Birbaumer vom Universitätsklinikum Tübingen herausfand. Der Forscher zeigte dazu Schwerverbrechern menschliche Gesichter und klemmte gleichzeitig einen ihrer Finger ein.

Eine Kombination, die die Gesichter eigentlich schnell unsympathisch werden lassen sollte – aber nicht bei diesen Tätern. Sie lernten aus ihrer schmerzlichen Erfahrung nicht, sagt er.

Psychopathen zählen zur gefährlichste Gruppe

Kein Lernen nach Bestrafung oder auch Belohnung, eine Unempfindlichkeit gegenüber sozialen Sanktionen oder Bestärkungen, das ist auch typisch für die dritte Tätergruppe: die Psychopathen. Sie sind mit zehn Prozent die kleinste, aber gefährlichste Gruppe.

Auch bei ihnen gibt es Auffälligkeiten im präfrontalen Kortex, wie bei den impulsiven Tätern. Eines aber ist bei ihnen anders: Ihr Mandelkern, das Furchtzentrum, ist nicht hyperaktiv, sondern völlig still.

Psychopathen empfinden so gut wie keine Angst. Obwohl sie sehr risikofreudig sind, gehen sie daher meist sehr viel planender vor als die zweite Gruppe. Auch sie fallen bereits früh auf, im Grundschulalter. Sie sind manipulativ, gefühlskalt, lügen viel, und fühlen weder Reue noch Scham.

Adoptionsstudien zeigen, dass für impulsive Täter wie für Psychopathen gleichermaßen Folgendes gilt: Bei beiden gibt es eine genetische Anfälligkeit. Verschiedene Genvarianten scheinen dabei eine Rolle zu spielen – aber besonders viel diskutiert wurde eine Mutation des Enzyms MAOA, das auch als "Krieger-Gen" bekannt ist.

Die Mutation erhöht die Neigung zu aggressivem Verhalten und wird häufig bei impulsiven Tätern gefunden. Träger der MAOA-L-Variante zeigen eben jene Hyperaktivität des Mandelkerns und verringerte Aktivität des präfrontalen Kortex, der für diese Tätergruppe typisch ist.

Genetische Vorbelastung allein machen niemanden zum Mörder

Doch eine genetische Vorbelastung allein reicht nicht, um einen Menschen zum Schwerverbrecher zu machen, wie der Psychologe Avshalom Caspi von der Duke University nachwies. Denn Kinder mit der MAOA-L Variante werden nur dann eher aggressiv als andere, wenn Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch in der Kindheit dazukommen. Ansonsten bleiben sie völlig unauffällig.

Das gilt für alle neurobiologischen Befunde, davon sind Experten mittlerweile überzeugt: Genetische Vorbelastungen und veränderte Hirnfunktionen allein machen niemanden zum Mörder, Vergewaltiger oder Amokläufer. Eine sichere Bindung und ein warmes, förderndes Umfeld in der Kindheit können also effektiv gegensteuern, und zwar bei allen Tätertypen.

Ist es dafür jedoch spät, versuchen Forscher, die Defizite der Schwerbrecher später auszugleichen – mit Trainings, die ihr Gehirn umlernen lassen sollen. Dabei braucht jede der drei Tätergruppen eine eigene Therapie.

Die instrumentellen Täter profitieren von einem Training in Konfliktlösung. Den impulsiven hilft es, ihre Empathie zu stärken und zu lernen, nicht überall Bedrohungen zu sehen.

Einzig bei den Psychopathen waren Wissenschaftler lange hilflos. Die Gefühlskälte dieser Täter schien sie unerreichbar für Veränderungen zu machen. Niels Birbaumer, der Psychopathen vor ein paar Jahren die Finger einklemmte, hat nun einen ersten Erfolg dabei errungen, ihre Aggressivität herunterzufahren.

Im Hochsicherheitsgefängnis im bayrischen Straubing rekrutierte er 25 Täter für eine Übung in einer Technik namens Neurofeedback. Auf einem Bildschirm wurde den Gefangenen die hirnelektrische Aktivität in ihrem eigenen präfrontalen Kortex widergespiegelt, wo die Selbstkontrolle sitzt. Birbaumer bat sie, die zu- und abnehmende Aktivität zuerst einfach zu beobachten – und dann zu versuchen, sie zu steuern. Es funktionierte.

"Sie brauchen länger als andere Menschen, aber sie lernen es", sagt Birbaumer. Nach dem Training ging die Aggressivität der Männer tatsächlich zurück. Ob das jetzt bedeute, dass von diese Leuten hinterher ein geringeres Risiko ausgeht, das könne er allerdings nicht beantworten. Dennoch: Es ist ein erster Erfolg – und mehr, als Forscher sich noch vor ein paar Jahren erhofften.

http://www.welt.de/gesundheit/psycholog ... erden.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 07. März 2015, 10:01:34 
 
Norderstedt

LESUNG
Claudia Brockmann weiß, warum Menschen töten
Hans-Eckart Jaeger

Claudia Brockmann ist seit 25 Jahren beim LKA in Hamburg tätig

Deutschlands bekannteste Polizeipsychologin las im Kisdorfer Café Lebenskultur aus ihrem 2014 erschienenen Buch "Warum Menschen töten".


Kisdorf Markus Ebert? Nie von ihm gehört. Die Zuhörer im voll besetzten Café Lebenskultur in Kisdorf sind einigermaßen ratlos: Ebert, was hat der nur getan? Claudia Brockmann, Autorin des 2014 im Ullstein-Verlag erschienenen Taschenbuches "Warum Menschen töten", klärt auf: "Ebert ist ein psychisch gestörter Serienmörder. Er ist die Hauptperson in dem Kapitel, aus dem ich jetzt vorlesen werde." Sein richtiger Name wurde aus Gründen der Wahrung von Persönlichkeitsrechten anonymisiert. Es sollte allerdings nur wenige Minuten dauern, bis auch der letzte Zuhörer wusste, um wen es sich bei der Lesung handelte, denn dieser Fall hatte die deutsche Öffentlichkeit einst erregt.

Markus Ebert hat zwischen 1987 und 1990 in und um Hamburg drei Frauen gequält, vergewaltigt, getötet und zerstückelt. Er wurde gefasst, floh, wurde wieder festgenommen, das Richterurteil lautete: Lebenslänglich! Ein psychiatrisches Gutachten beschrieb den Mörder als untherapierbar.

Seine Therapeutin (im Buch heißt sie Sophia Papadopoulu) liebte ihn, verhalf ihm zur Flucht aus dem Hochsicherheitstrakt der forensischen Abteilung des Klinikums Nord. 1995 stellte sich Ebert freiwillig, er sitzt seitdem wieder im Haus 18, Station 6, in Ochsenzoll. "Ich gehe davon aus, dass Ebert nie wieder freikommen wird", sagt Claudia Brockmann.

Deutschlands bekannteste Polizeipsychologin, seit 25 Jahren beim Landeskriminalamt Hamburg tätig, leitet seit 2005 die "Kriminalpsychologische Einsatz- und Ermittlungsunterstützung". Ihre Diplomarbeit hat sie zum Thema "Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen" geschrieben.

"Wir beraten Polizeibeamte bei Ermittlungen oder Vernehmungen, in der ,operativen Fallanalyse' rekonstruieren und analysieren wir den Ablauf einer Tat, und unsere ,Verhandlungsgruppe' unterstützt die Kollegen bei Gesprächen mit Erpressern, Entführern oder Geiselnehmern", heißt es in dem Buch.

"Die wahren Geschichten sind herausragende Fälle, die ich ausgewählt habe", sagt Claudia Brockmann. "Es sind Kriminalfälle, die mich in meiner Rolle als Polizeipsychologin besonders berührt und auch geprägt haben."

Einmal, kurz nach seiner Verhaftung, ist sie dem Serienmörder begegnet. "Er klagt darüber, dass er unter Depressionen leide, er habe die ganze Zeit Johanniskraut genommen", schreibt sie. "Sein Vortrag ist sehr eindringlich, fast hilfeschreiend, aber mir erschließt sich sein einnehmendes Wesen, das ihm nachgesagt wird, nicht."

Warum Menschen töten, schildert die Polizeipsychologin eindrucksvoll. Das letzte von fünf Kapiteln beleuchtet den Fall "Dagobert" alias Arno Funke, der kein Mörder war. Den Namen des Bombenlegers und Gelderpressers brauchte Claudia Brockmann nicht zu anonymisieren.

Monika Horx, eine treue Anhängerin aus Kaltenkirchen, sagte: "Ich habe hier im Cafè schon viele Veranstaltungen besucht, das war heute eine der spannendsten und aufregendsten." Wilfried Brömstrup, Inhaber des Cafès Lebenskultur, freute sich über den enormen Andrang: "Alle 44 Tickets verkauft, ich musste noch Interessenten abweisen."

"Warum Menschen töten" von Claudia Brockmann: www.ullstein-taschenbuch.de, ISBN: 9783548375434. - 202 Seiten, Preis: 8,99 Euro

http://www.abendblatt.de/region/norders ... oeten.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 01. Juni 2015, 17:25:20 
 
Jeder Mensch ist zu einem Mord fähig“
Juni 1, 2015
von Philipp Bürkler

Kein TV-Krimi ohne Leiche: Leichen in Obduktionssälen und Rechtsmediziner in medizingrünen Kitteln gehören zum kriminalistischen Fernsehabend wie Chips und Bier. Aber wie sieht die Arbeit in der Rechtsmedizin in der Realität aus? Wir haben mit einer Rechtsmedizinerin über Leichen, Verbrechen und Fernsehkrimis gesprochen.

Doku: Auch ein Fall für die Pathologie? Bare Knuckle Fighter in Japan
Eva Scheurer ist Chefärztin und Direktorin des Rechtsmedizinischen Instituts der Universität Basel. Sie geht einer Arbeit nach, für die viele von uns die Nerven nicht hätten. Fast täglich sieht sie Leichen, verstümmelte, verkohlte, entstellte. Die tägliche Herausforderung für sie und ihre Mitarbeiter besteht darin herauszufinden, wie eine Person zu Tode gekommen ist.



VICE: Frau Scheurer, was sind das für Leichen, die bei Ihnen auf dem Seziertisch landen?
Eva Scheurer: Zu uns kommen vor allem Personen, bei denen man vermutet, sie seien keines natürlichen Todes gestorben. Also plötzliche und unerwartete Todesfälle. Oder auch Menschen, die gewaltsam durch einen Unfall oder Dritteinwirkung gestorben sind. Wir müssen dann herausfinden, wie die Person ums Leben gekommen ist.

Und wie gehen Sie dabei vor?
Wir machen jeweils eine Legalinspektion, also eine Leichenschau. Wir schauen den Körper von Kopf bis Fuß genau an, ob es Spuren von Verletzungen gibt. Auch die Kleider werden untersucht. Stimmen die Risse im Stoff mit den Verletzungen oder Schusswunden überein? Dann entscheidet die Staatsanwaltschaft basierend auf unseren Erkenntnissen, ob die Leiche zusätzlich von innen untersucht, also aufgeschnitten werden muss. Man spricht dann von einer Obduktion.

Wie schlimm ist es für Sie, täglich mit Leichen konfrontiert zu werden?
Entstellte Menschen sind Teil des beruflichen Alltags. Natürlich haben wir einen anderen Zugang zu den toten Personen, weil wir sie ja in der Regel nicht kennen. Wir sind unbelastet. Aber was heißt schon schlimm? Wenn man sich einen Chirurg vorstellt, der einen vereiterten Bauch ausräumen muss, ist das doch auch schlimm. Das Empfinden von Schlimmem ist subjektiv. Unsere professionelle Routine erlaubt es uns, Distanz zu wahren um die entsprechenden Fragen zur Todesursache zu beantworten. Klar, teilweise ist es schon unangenehm.



Können Sie ein unangenehmes Beispiel nennen?
Wir hatten vor einiger Zeit einen Mordfall. Die Leiche war komplett zerstückelt, in Beton eingegossen und in einem Fluss versenkt worden. Obwohl nicht alle Leichenteile gefunden werden konnten, haben wir den Fall dennoch aufgeklärt.

Dieser Fall könnte die Vorlage eines Horrorfilm-Drehbuchs sein.
Solche Extremfälle sind die Ausnahme. Im Gegensatz zu Mordfällen in Filmen sind echte Täter in der Regel weit weniger fantasievoll in der Art und Weise, wie sie jemanden umbringen. Die meisten haben einen Wutanfall und schlagen dem Opfer einen Gegenstand über den Kopf. Oder sie zücken bei einer Auseinandersetzung im Affekt ein Messer oder eine Schusswaffe. Perfide und lange geplante Morde wie in Filmen sind eher selten.

Warum ein Pathologe Einsteins Gehirn 40 Jahre lang in einem Mayonnaiseglas herumtrug, könnt ihr bei MOTHERBOARD nachlesen.

Schauen Sie sich Sachen wie CSI oder Tatort überhaupt an? Die entsprechen doch nicht der Realität.
Doch. Ich schaue mir solche Sendungen sehr gerne an. Einzelne Szenen bei Tatort oder CSI sind sogar sehr realistisch. Solche Produktionen geben sich große Mühe, die Realität abzubilden. Unrealistisch ist es jedoch, den Fall in 45 Minuten zu lösen.



Ein Täter stellt sich selten der Polizei. Viele lügen, streiten ab oder vertuschen. Wie gehen Sie mit diesem Lügenumfeld um?
Ja, es wird sehr viel gelogen. Oft wird die Wahrheit verheimlicht oder es werden wichtige Dinge ausgelassen, weil manche denken, sie seien unwichtig. Viele können sich auch schlicht nicht mehr erinnern. Es gibt auch Fälle, in denen Menschen nicht die Wahrheit sagen, weil sie jemanden nicht belasten möchten. Und solche, in denen ganz bewusst jemandem Schaden zugefügt wird. Die Wahrheit herauszufinden, ist unsere Aufgabe. Hinzu kommt, dass praktisch jeder Mensch dazu fähig ist, einen Mord zu begehen. Ob es zur Tat kommt, hängt auch davon ab, wie stark sich ein Mensch unter Kontrolle hat oder mit seinen Gefühlen umgehen kann.



In TV-Krimis gibt es oft Szenen, in denen Angehörige eine Leiche identifizieren müssen. Der Rechtsmediziner zieht dann ein Tuch vom Kopf des Toten. Wie sieht das in der Realität aus?
Die Polizei ist tatsächlich sehr begeistert von diesem Verfahren. Wir allerdings nicht. Wir wissen, dass es immer wieder zu Fehlidentifikationen kommen kann. Eine tote Person hat keine Mimik und sie sieht auch anders aus, als wenn sie schläft. Es kommt vor, dass sogar enge Verwandte ihre eigenen Angehörigen nicht wiedererkennen. Die Leute sind aufgeregt und geschockt, wenn jemand plötzlich bei einem Unfall stirbt oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Oder sie wollen es schlicht nicht wahrhaben, dass die eigene Schwester oder der eigene Vater auf dem Tisch liegt. In der Regel bevorzugen wir deshalb eine Identifikation mit zahnärztlichen Mitteln, also über das Gebiss oder die DNA.

Was ist, wenn ein Mensch verbrannt ist?
Dann ist es etwas schwieriger. In solchen Fällen identifizieren wir dann vorwiegend über die Zähne oder die DNA. Mittels DNA funktioniert es allerdings nur, wenn noch unverbranntes Gewebe vorhanden ist. Meistens ist eine Person nicht komplett verbrannt, sondern nur teilweise. Verwendbares Gewebe ist also meistens vorhanden.



Müssen Sie die Toten nach der Obduktion für das Begräbnis wieder herrichten?
Ja, das machen wir auch. Unsere Präparatoren richten Leichen komplett wieder her. Sogar bei Kopfverletzungen schaffen sie es, die Leiche für die Aufbahrung wieder herzurichten, damit Angehörige Abschied nehmen können. Kurz nach der Untersuchung, sobald die Leiche von der Staatsanwaltschaft freigegeben wird, kann der Verstorbene auf den Friedhof transportiert werden. Meistens sehen Angehörige die Verstorbenen erst auf dem Friedhof in den entsprechenden Räumlichkeiten. Nur in Ausnahmefällen findet die Identifikation wie im Film direkt bei uns am Institut statt. Selbstverständlich bereiten wir die Angehörige auf das vor, was sie erwartet. Falls jemand beim Anblick ohnmächtig wird oder sonst ärztliche Hilfe benötigt, sind wir ebenfalls darauf vorbereitet.

http://www.vice.com/de/read/jeder-mensc ... faehig-589


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 13. August 2015, 09:53:26 
 
Mordfälle - Der Kannibale von Duisburg

http://www.nowtv.de/ntv/n-tv-dokumentat ... urg/player


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 18. August 2015, 09:17:36 
 
18.08.BERLIN
"Mord in Eberswalde" nach wahrer Geschichte

Der Krimi von 2013 bekommt in der Sommerpause eine zweite Chance – es lohnt sich


Berlin. Wenn das Sommerloch am tiefsten ist, dominieren im Abendprogramm Wiederholungen. Das muss nicht immer ein Nachteil sein: Wer etwa den packenden Krimi "Mord in Eberswalde" bei der Erstausstrahlung 2013 verpasst hat, bekommt jetzt eine neue Chance. Die WDR-Produktion, die viele Auszeichnungen einheimste, darunter den Grimme-Preis, ist morgen um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

Es ist ein Film nach einer grausigen wahren Geschichte: Mit durchschnittener Kehle werden im Frühsommer 1969 zwei Jungen in einem Wald entdeckt. Unzählige Messerstiche bedecken ihre Körper. Schauplatz ist die Kleinstadt Eberswalde. Bevor der Mörder gefasst wird, muss ein dritter Junge sterben. Im September 1972 wird der 20-jährige Kindermörder Erwin Hagedorn hingerichtet.

"Mord in Eberswalde" zeichnet diesen spektakulären Kriminalfall der DDR nach. Die Suche nach dem Täter begleitet der Konflikt zweier Ermittler und früherer Schulfreunde. Beklemmend steht im Raum: Wäre das dritte Opfer ohne ideologische Verbohrtheit zu retten gewesen? Der eine, Kommissar Heinz Gödicke (Ronald Zehrfeld), ist bei der Volkspolizei in Eberswalde, der andere, Stefan Witt (Florian Panzner), Major bei der DDR-Staatssicherheit. Das angespannte Verhältnis eskaliert, als Carla (Ulrike C. Tscharre) für den nachdenklichen und fast allzu guten Kommissar den strebsamen, auf Karriere bedachten Stasi-Offizier verlässt. Dieser warnt den Rivalen unverblümt: "Versuch nicht mit den großen Hunden um den Block zu ziehen, wenn du nicht hoch genug pinkeln kannst."

Regisseur Stephan Wagner hat nach einem Drehbuch von Holger Kars­ten Schmidt inszeniert. Es sei auch ein Film über einen Mord, der von einem Staat begangen wurde, erläuterte Wagner. Schuld, Menschlichkeit, Umgang mit Straftätern, die Macht der Stasi – all das beleuchtet der Streifen an dem einzelnen Fall und bezieht daraus seine Spannung. Bei der Darstellung des DDR-Alltags gibt es aber ein paar durchaus verzichtbare Klischees.

Mit der Erschießung von Hagedorn wurde in der DDR das letzte Todesurteil in einem zivilen Fall vollstreckt. SED-Chef Walter Ulbricht hatte das Gnadengesuch abgelehnt. Erst 1987 schaffte die DDR die Todesstrafe ab. Ein geplanter "Polizeiruf 110" zum Fall Hagedorn wurde im DDR-Fernsehen nie gezeigt. Das Filmmaterial wurde beschlagnahmt.

Mord in Eberswalde Mi 20.15, ARD
(dpa)

http://www.abendblatt.de/kultur-live/ar ... ichte.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 18. August 2015, 09:19:18 
 
Die großen Kriminalfälle -E08- Tod einer Bestie Der Fall Hagedorn

by Dementia

Hans Erwin Hagedorn (* 30. Januar 1952 in Eberswalde; † 15. September 1972 in Leipzig) war ein deutscher Sexualstraftäter und mehrfacher Kindermörder. Die Hinrichtung von Erwin Hagedorn war die letzte Vollstreckung einer zivilen Todesstrafe in der DDR. Eine Folge der Kriminalserie Polizeiruf 110, die den Fall Hagedorn zum Vorbild hatte, fiel der Zensur zum Opfer und durfte in der DDR nicht gesendet werden; sie wurde 2011 aus dem der Vernichtung entgangenen Kameranegativ und dem Drehbuch rekonstruiert und zum 40-jährigen Jubiläum der Sendereihe veröffentlicht.

(Quelle: Youtube.com)



http://www.dokuhouse.de/dokus/grossen-k ... -hagedorn/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 08. September 2015, 09:15:10 
 
Jack-Unterweger-Film feiert Wien-Premiere

Johannes Krisch ist Jack Unterweger: Die Annäherung an den Serienmörder und „Häfenliteraten“ von Regisseurin Elisabeth Scharang feiert heute Österreich-Premiere. Ab Freitag ist der Film „Jack“ regulär in den Kinos zu sehen.

Eine Antwort, ob Unterweger schuldig ist oder nicht, gibt der Film nicht. „Die Frage überlasse ich gerne dem Publikum“, so Scharang, die das anhaltende Interesse an dem Fall überraschte. „Jeder hat eine Meinung zu Jack Unterweger, jeder!“

Regisseurin kannte Unterweger
Scharang will die Geschichte nicht nacherzählen. Anders als bei ihrem semi-dokumentarischen Fernsehfilm „Ein Patriot“ über den Briefbomber Franz Fuchs sei es ihr wichtig, sich mit einer freien Interpretation der Geschichte „der Person Jack Unterweger zu nähern“. Basierend auf fünf Eckdaten - „Jemand hat einen Mord begangen, saß lange im Gefängnis, hat geschrieben, kommt wieder raus, wird berühmt“ - nahm die Regisseurin reale Figuren lediglich als Inspiration her. Sie selbst habe Unterweger einst als Radioredakteurin kennengelernt und mit ihm drei Sendungen gemacht.

„Rolle, die sehr unangenehm ist“
Mit Johannes Krisch erarbeitete die Regisseurin die umstrittene Figur zwei Jahre lang. „Das ist eine sehr intensive Rolle, die sehr unangenehm ist, mit der lebt man sehr lang, aus der kann man auch nicht einfach raussteigen“, sagt sie. Für Krisch sei die Darstellung „eine große Herausforderung“; nach intensiver Recherche, im Laufe derer er viele Gutachten über Unterweger gelesen und Bildmaterial gesichtet habe, stecke er „mitten drin“ - und bringt nicht zuletzt aufgrund der frühen Ablehnung durch die Mutter Verständnis für diesen kaum greifbaren Menschen auf.


„Diese mütterliche Liebe, die man nicht bekommt, hat dann sehr große Auswirkungen auf das spätere Leben. Dieser Liebe läuft man immer wieder nach und sucht sie. Das kulminiert dann natürlich in einem Narzissmus“, so Krisch, der damit Unterwegers Anwandlung als berüchtigter Frauenheld erklärt.

Wiener Schickeria und Rotlichtmilieu
Das Filmpublikum lernt Unterweger (Johannes Krisch) als Mittzwanziger im Jahr 1974 kennen. Mit seiner Jugendliebe Charlotte (Sarah Viktoria Frick) bildet er ein berüchtigtes, räuberisches Liebespaar, das schon bald getrennt wird: Der gemeinsame Einbruch in einem Haus endet im grausamen Mord an der 18-jährigen Bewohnerin, für den Jack 1976 zu lebenslanger Haft verurteilt wird. In der Justizanstalt Stein beginnt er zu schreiben, gewinnt mit Gedichten und autobiografischen Romanen Verehrerinnen ebenso wie Fürsprecher in der Intellektuellenszene für sich.

Mörder und Poet
1976 wegen des Mordes an einer jungen Frau zu lebenslanger Haft verurteilt, erlangte der Steirer Jack Unterweger von der Haft aus mit Gedichtbänden und autobiografischen Romanen Berühmtheit. Nach 15 Jahren auf Bewährung entlassen, wurde Unterweger fixer Teil der Wiener Schickeria, begab sich auf Lesetour - und soll in der Zeit bis zu elf Prostituierte ermordet haben. Nach einer spektakulären Flucht wurde er 1994 vor Gericht wegen neunfachen Mordes schuldig gesprochen - und erhängte sich wenige Stunden später, bevor das Urteil rechtskräftig werden konnte.
1990 vorzeitig als „Paradefall eines resozialisierten Verbrechers“ bedingt entlassen, steigt Unterweger in der Wiener Schickeria schnell auf, inszeniert sich in TV-Sendungen und Magazinfotostrecken, ergattert Aufträge als Reporter im Rotlichtmilieu, dem er selbst einst angehört hat. Die Kontakte besorgt ihm Gesellschaftsjournalistin Marlies Haum (Birgit Minichmayr), die finanzielle Sicherheit liefert die verheiratete Architektin Susanne Sönnmann (Harfouch), die mit Jack eine Affäre beginnt. Doch als bald scheinbar von ein und demselben Täter ermordete Prostituierte aufgefunden und die Tatorte mit Unterwegers Lese- und Recherchereisen in Verbindung gebracht werden, kippt die öffentliche Meinung. Er flüchtet.

Scharang streift lediglich einzelne biografische Eckpfeiler, heftet sich an ihre Version des Jack Unterweger, spart dabei die Umwelt größtenteils aus, dichtet manches dazu und lässt vieles im Ungewissen - auch, ob Unterweger die ihm 1990 und 1991 angelasteten elf Morde an Prostituierten in Wien, Graz, Lustenau, Prag und Los Angeles tatsächlich begangen hat.

Soundtrack von Naked Lunch
Lediglich die zwischen Szenen gestreuten, atemberaubenden Bilder von Kameramann Jörg Widmer führen in den mit Nebelschwaden durchzogenen Wienerwald, wo die ersten Leichen gefunden wurden. Und an den potenziellen Tatort, einen verlassen Parkplatz, über den Hasen hoppeln. Widmer taucht Unterwegers Universum in ein aus der Zeit gefallenes Setting, und der pulsierende Soundtrack von Naked Lunch tut ein Übriges, um „Jack“ zu einem dichten, anmutigen, aber in seiner Künstlichkeit nur schwer einen Sog entwickelnden Psychogramm zu machen.

„Fakt ist: Ich weiß nicht, ob er die Morde begangen hat oder nicht“, meinte Scharang. Zu viele Fragen seien bei dem Indizienprozess, der 1994 nach dem nicht rechtskräftigen Schuldspruch in neun Fällen mit dem Selbstmord Unterwegers in seiner Zelle vorzeitig endete, offen geblieben. Eine Texttafel erinnert zum Filmende daran, entlässt den Zuseher mit dem Zweifel für den Angeklagten. Eher von Zweifeln und Misstrauen denn von Beweisen getrieben sind zuvor auch der fiktive Gefängnispsychologe (Paulus Manker) und zwei Kommissare (Birgit Linauer, Michael Fuith), die in Scharangs Annäherung eine untergeordnete Rolle einnehmen.

http://wien.orf.at/news/stories/2730440/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 11. September 2015, 16:00:14 
 
10.09.2015
Zum Kinohit: Jack Unterwegers engste Freundin erzählt


Letztes Update 11.09.2015 09:15

Am Freitag läuft der Film "Jack" in Österreichs Kinos an. Der Streifen über den Serienmörder und Frauenverführer Jack Unterweger ist auf einem guten Weg zum Kassenschlager. Eine Frau im großen Publikum erkennt sich auf der Leinwand sogar selbst: Margit Haas (52) war Jacks engste Freundin.


Im Film heißt sie Marlies Haum und wird von Birgit Minichmayr gespielt. Haas war 1990 Journalistin beim Magazin "Wiener", als sie Unterweger interviewte. Damals war der "Häfn-Literat" gerade von lebenslanger Haft (Mord) begnadigt worden, als angeblich geläuterter Kapitalverbrecher ein Liebling der Schickeria - und als Bad Boy ein Lustobjekt: "Seine Wirkung auf Frauen war ungeheuer", weiß Haas. "Er hat’s auch bei mir probiert. Aber ich war in einer Beziehung." So blieb es bei Freundschaft und in der entstand Vertrauen: "Wir haben oft und lange telefoniert."

Die Wienerin amüsierte die Mediengeilheit des Mannes. Sein Geheimnis, Stunden zu brauchen, um so auszusehen, als sei ihm sein Aussehen egal. Und sein pubertäres Tagebuch: "Da hat er alle Sex-Affären verzeichnet - 152 Frauen." Doch im Rückblick war die Nähe ein Linedance auf einem Minenfeld. Denn in den zwei Jahren der Kumpanei wurden elf Frauen ermordet. Journalistin Haas erfuhr, dass die Kripo ihren Freund im Visier hatte.



Ein Fehler, meinte sie - und versuchte ihn zu beruhigen: "Weißt eh, einmal Mörder, immer Mörder." Am nächsten Tag flüchtete Unterweger in die USA. 1994 beging er in U-Haft Selbstmord. Glaubt Haas heute an seine Schuld? Sie antwortet so: "An einem Ostermontag fuhren wir über den Wiener Schottenhof, er ging vom Gas und schaute dauernd in den Wald." Wenige Tage später wurde dort eine Frauenleiche gefunden.


http://www.heute.at/news/oesterreich/art23655,1209800


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 12. September 2015, 10:38:59 
 
JACK - HD Trailer | Ab 11.9.2015 im Kino

https://www.youtube.com/watch?v=LiyxkJ7bjbE


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 16. September 2015, 08:59:07 
 
Mörder und Ladykiller „Jack“ eröffnet das Oldenburger Filmfest


Dieser Typ hat alles, was die meisten Frauen abschreckt: Jack ist kriminell, beherrschend und brutal. Dennoch ist er ein Frauentyp. Das zeigt die erste Hälfte von Elisabeth Scharangs Krimidrama über Johann „Jack“ Unterweger (1950 bis 1994), den österreichischen Mörder und Schriftsteller, gespielt von Johannes Krisch. Jack hat eine Frau umgebracht, 15 Jahre im Gefängnis gesessen und dennoch unterstützen, verehren, lieben die Frauen ihn.


Wie ein Sog zieht einen gleich die erste Szene mitten ins kriminelle Geschehen hinein: eine Tankstelle in der Totale, Dunkelheit, fast Stille, nur das Motorrauschen eines Autos ist zu hören. Erst geschieht nichts. Dann, von jetzt auf plötzlich, springt die Tür auf, zoomt die Kamera schnell heran, rennen ein Mann und eine Frau mit Flaschen und Zigarettenpaketen aus der Tankstelle und steigen ins Auto. Die Flucht beginnt – ein starker Start.

Bildgewaltig geht es weiter. Jack und seine Komplizin rauben eine Frau aus, auf brutalste Weise ermordet Jack sie. Scharang erzählt die faszinierende Geschichte eines Verbrechers, der im Gefängnis mit dem Schreiben beginnt und damit noch mehr Frauen fasziniert. Nach 15 Jahren zurück in der Freiheit sieht er seine Liebe Susanne wieder, die Frau eines Architekten, gespielt von Corinna Harfouch. „Du riechst noch nach Gefängnis“, sagt sie. „Ich mag das.“

Jack baut sich ein neues Leben auf, kauft sich Anzüge und ein Auto, alles weiß-beige – wie die Unschuld? Kauft einen Hund. Er schreibt ein Buch über sich und wird gehört und geliebt. Seine Lesungen sind zwar nicht immer besucht, aber er hat Erfolg, weil ihn die Wiener Literaturszene will und fördert. Er beginnt, als Journalist zu arbeiten. Johannes Krisch verkörpert Jack glaubhaft, intensiv und so widersprüchlich, wie man sich einen schreibenden Mörder vorstellt. Ihm fehlt in dieser Rolle nur das gewisse Etwas, ein kleiner charmanter Zug, um ihm den böse-schillernden Frauenliebling bis ins Letzte abzunehmen. Aber das ist Geschmackssache.

Das Drama um den Mörder, Dichter und Ladykiller entwickelt sich in der zweiten Hälfte zum Krimi: In Wien passieren mehrere Prostituiertenmorde und Jack, der selbst in der Sache recherchiert, gerät in Verdacht. Spätestens jetzt verlassen ihn Glück und Erfolg wieder, die Polizei ermittelt und diejenigen, die ihn lieben oder ihn unterstützten, zweifeln – auch Susanne und erst recht die Journalistin Marlies, überzeugend gespielt von Birgit Minichmayr.

Wer einmal in den Jack-Sog geraten ist, kann sich nicht mehr befreien. Die Geschichte ist einfach, aber fesselnd. Die vor allem farblich mit Bedacht arrangierten Bilder sowie das Wechselspiel zwischen Stille und plötzlich einsetzendem Lärm tragen dazu bei, dass man sich ihm nicht entzieht. Hier ist der Film wie Jack: mal sanft, ein guter Zuhörer, dann erschreckend aufbrausend, brutal einnehmend, unberechenbar beeindruckend.

Zu „Jack“ kann man nur sagen: Schaut ihn euch an! So genau man aber auch hinschaut – man versteht Jack, den Mörder und Dichter, nicht. Nur in der Szene, in der seine Mutter ihn nach langer Zeit besucht, erfährt man etwas über seine Vergangenheit, seine Kindheit. Doch das allein macht seine Person nicht greifbarer. Man versteht nicht, wie er zu dem geworden ist, was er ist.

Das ist ein wenig enttäuschend, man würde gerne mehr über seine Motive, sein Inneres wissen. Aber vielleicht ist es gerade das, was den Film besonders macht, dass er eben nicht die Psyche des Verbrechers seziert, sondern ihn in seinem Handeln porträtiert und fragt: Kann sich ein Mensch von Grund auf ändern? Auf jeden Fall ein Film, über den man nach der Oldenburger Premiere noch lange diskutieren wird.

Vorführung: Mittwoch, 16. September, 19 Uhr, kleine EWE-Arena, Maastrichter Straße 1.

Weiterer Termin: Samstag, 19. September, 16.30 Uhr, JVA

http://oldennerd.nwzonline.de/moerder-u ... -filmfest/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 21. September 2015, 15:40:54 
 
Bergamo will seinen Prozess neu aufrollen lassen

Marco Bergamo gilt als Südtirols erster Serienmörder. In den 80er- und 90er-Jahren soll der Arbeiter aus Bozen fünf Frauen ermordet haben. Nun hat sein Anwalt Gianluca Pammolli einen Antrag auf Revision des Prozesses gestellt.



Er habe die Morde damals nur gestanden, weil er zu einer Berühmtheit Bozens werden wollte, soll der heute 48-jährigen Bergamo in seinem Antrag argumentiert haben.

Ob der Antrag, den Fall "Marco Bergamo" neu aufzurollen, zugelassen wird, entscheidet das Schwurgericht von Triest.

Genau vor 20 Jahren, am 8. März 1994, war Marco Bergamo zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Fall „Marco Bergamo“
Vor 22 Jahren ging in Südtirol Panik um: Ein Serienmörder ist auf der Jagd nach Opfern.
Genau an seinem 26. Geburtstag, am 6. August 1994, verübte Marco Bergamo seinen fünften Mord innerhalb von sieben Jahren. Seither sitzt er im Gefängnis. Bergamo wurde erst bei diesem Mord überführt, nach und nach konnten ihm auch die anderen Morde nachgewiesen werden – drei gestand er auch.

Am 3. Jänner 1985 lernt der damals 18-Jährige zufällig die 15-jährige Marcella Casagrande kennen. In ihrem Zuhause tötet er sie mit 21 Messerstichen, dann schneidet er ihr die Kehle durch.
Am 26. Juni 1985 finden Polizeibeamte in einer Wohnung in der Brennerstraße die pensionierte Lehrerin und Prostituierte Annamaria Cipolletti (41). Mit 19 Messerstichen wurde sie ermordet.
Wenige Tage nach diesem Mord muss Bergamo zum Wehrdienst.

Zur nächsten Bluttat kommt es am 7. Jänner 1992. Er fuhr vom Skiurlaub mit seinen Eltern in Vals eigens nach Bozen. Dort erstach er die 24-jährige drogenabhängige Prostituierte Renate Rauch auf dem Parkplatz hinter der Tankstelle an der Rittner Straße. Letztlich verrät Bergamo ein Zettel, den er auf Rauchs Grab gelegt hat: Es ist seine Handschrift, er gesteht.

Am 21. März 1992 wird der nächste Mordfall bekannt. Die 19-jährige Renate Troger aus Milland wird tot auf einem Parkplatz bei Atzwang aufgefunden. Aufgrund der Indizien wird Bergamo auch für diesen Mord verurteilt, gestanden hat er ihn nie.

Am 6. August 1992, an seinem 26. Geburtstag, kommt es schließlich zur letzten Bluttat. Die 19-jährige Prostituierte Marika Zorzi wird tot neben der Kohlerer Straße gefunden. Hier gibt es aber Zeugen, Bergamo wird festgenommen. Seither sitzt er hinter Gittern.

https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im- ... len-lassen
Marco Bergamo (links), in der Mitte: der junge Staatsanwalt Guido Rispoli. Damals stand der Oberstaatsanwalt am Anfang seiner Karriere. Marco Bergamo (links), in der Mitte: der junge Staatsanwalt Guido Rispoli. Damals stand der Oberstaatsanwalt am Anfang seiner Karriere. - Foto: D

Bild


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 28. September 2015, 18:23:19 
 
Ein Serienkiller gesteht - Colin Ireland

http://www.doku.directory/de/ein-serien ... c6b75.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 06. Oktober 2015, 17:19:12 
 
James Fallon hat das Gehirn eines Mörders
«Ich bin kein übler Kerl»

James Fallon (68) ist ein hochgelobter Professor für Psychiatrie. Seine Gehirnstruktur ist die eines Mörders, eines Psychopathen. Das Böse fasziniert ihn deshalb ganz besonders.
Publiziert: 14.26 Uhr , Aktualisiert: 14.30 Uhr Interview: Franziska K. Müller

Diagnostik: Kann man Bosheit nachweisen?

Laut James Fallon ist der Mensch das Resultat seiner Gene, Hirnstruktur und Erziehung. Eine gewaltfreie, unterstützende Kindheit kann demnach Psychopathen zu halbwegs sozialen Wesen machen, Gewalt aber zu Verbrechern. Diese Ansicht wird heute in Zusammenhang mit wissenschaftlichen Entdeckungen im Bereich der Hormone breit diskutiert. Bereits wird vom sogenannten «Neurolaw» gesprochen, also Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft, die das Hirn – und nicht den Menschen – für seine Handlungen verantwortlich machen.

Zwar ist Fallon überzeugt, dass Genanalysen sowie Bildgebung zum Verständnis von anderer Menschen beitragen können. Entsprechende Verfahren sieht er allerdings noch nicht als Werkzeuge einer Diagnostik.

Die weltweit schlimmsten Serienmörder sind:
1. Luis Garavito: Der Kolumbianer brachte in den 1990er-Jahren mindestens 138 Buben um.
2. Hu Wanlin: Der Chinese soll 146 Menschen ermordet haben.
3. Harold Shipman: Genannt «Dr. Tod», töte er zwischen 1970 und 1998 in Grossbritannien mindestens 250 Menschen.


James Fallon über ...

Reue Kennen wir Psychopathen nicht. So wenig wie Schuldgefühle.
Vorteile der Psychopathie Wir sind angstfrei und stressresistent. .

Frauen Wir überschütten die Partnerin mit Zuneigung, können perfekt Liebe und Hingabe spielen. Das wirkt wie eine Droge.

Freundschaften Viele sagen, ich sei grosszügig und hilfsbereit, ich fordere später aber eine Gegenleistung ein.

Selbsterkennung Je früher man Psychopathie erkennt, umso besser kann man sie sozialisieren. Dann kann sie für die Gesellschaft sogar eine Bereicherung sein.

Seine Vorfahren waren Meuchelmörder. Und auch er hat die Gehirnstruktur eines Psychopathen. Vor einem Jahr schrieb der amerikanische Neurowissenschaftler und Professor für Psychiatrie James Fallon (68) darüber ein Buch. Dieses Jahr ist «Der Psychopath in mir» auf Deutsch erschienen. Seither steht er im Fokus der Wissenschaft und wird weltweit zu Vorträgen eingeladen. Amüsant: Auch zahlreiche selbst ernannte Psychopathen melden sich bei ihm, um mit dem Experten über das Böse zu fachsimpeln.

Herr Fallon, Sie vertraten 30 Jahre lang die Theorie, die genetische Veranlagung und nicht das soziale Umfeld präge den Charakter eines Menschen. Was geschah dann?

James Fallon: Mein Team war mit einer Studie beschäftigt, die der Fragestellung nachging, ob es für die Alzheimer-Krankheit eine genetische Disposition gibt. Im Rahmen dieser Arbeit nahmen meine Kollegen und ich Gentests vor: bei Betroffenen und bei Mitgliedern meiner Familie, die als normale Kontrollgruppe herhalten sollte. Als ich die Bilder meiner Familie studierte, bemerkte ich, dass ein Scan das typische Hirn eines Psychopathen zeigte. Da die Aufnahmen anonymisiert waren, ging ich von einem Irrtum aus.

Sie dachten, das Bild sei versehentlich auf dem Stapel gelandet?
Genau. Um einen Fehler auszuschliessen, bat ich einen Labortechniker, diesen einen Code zu entblinden – das heisst, die Aufnahme mit einem Personennamen zu versehen.

Wie lautete das Resultat?

Es handelte sich um mein eigenes Gehirn. Ich liess alle Geräte und Einträge der übrigen Techniker überprüfen, die für die Bildgebung und die Datenbank verantwortlich waren. Es änderte jedoch nichts am Resultat: Ich besitze das Gehirn eines Serienmörders.

Woran erkennt man das?

Es zeigt vor allem in jenen Bereichen verringerte Aktivitäten, in denen die Impulsivität reguliert wird und wo Trieb und sozialer Kontext abgewogen werden, um eine angemessene Entscheidung treffen zu können. Diese Hirnregionen tragen also zu unserer Verhaltenssteuerung bei. Ich hatte vor der Entdeckung unzählige solcher Hirne analysiert. Sie gehörten Menschen, die teilweise fürchterliche Verbrechen begangen hatten.

Wie veränderte die Entdeckung, dass Sie über ähnliche Hirnstrukturen verfügen, Ihr Leben?
Sie brachte vor allem meine vorherigen beruflichen Erkenntnisse ins Wanken. Später begann ich, mich intensiv mit mir selbst und meinen Ahnen zu befassen. Väterlicherseits gab es in der Familie tatsächlich unzählige Mörder und Menschen, die grauenhafte Dinge angestellt hatten.

Auf welche Gräueltaten stiessen Sie?

Unter anderem auf den ersten Muttermord in den amerikanischen Kolonien. Er trug sich im Jahr 1673 zu. Rebecca Cornell, eine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Grossmutter väterlicherseits, wurde von ihrem eigenen Sohn erstochen. Aus dieser Linie ging unter anderem auch Lizzie Borden hervor, die im Jahr 1892 als Axtmörderin in die Geschichte einging, weil sie ihren Vater und ihren Stiefvater umgebracht haben soll. Väterlicherseits gab es noch eine Handvoll weiterer Mörder und Mordverdächtige, die angeklagt oder überführt worden waren. Die Verbechensserie ist noch weit länger. Der Hang, seine Angehörigen umzubringen, riss erst Ende des 19. Jahrhunderts in meiner Familie ab.

Die genetische und hirnorganische Disposition ist also in der Familie vorhanden – und ist noch immer da.

Ja. Allerdings waren die Lebensumstände und die Sozialisierung damals anders. Ich musste folglich meine Gen-Theorie grundlegend überdenken.

Um Klarheit zu finden, liessen Sie Ihr Genom entschlüsseln und unterzogen sich verschiedenen psychiatrischen Gutachten. Gleichzeitig analysierten Sie Ihr Leben und Ihre charakterlichen Veranlagungen. Zu welchen Schlüssen kamen Sie?

Mir sagten Menschen seit jeher, mir mangle es an Mitgefühl. Dieser Vorwurf ist natürlich schnell gemacht, und deshalb ignorierte ich ihn lange, ebenso wie der frühe Verdacht, ich sei bipolar. Als mir ein Berufskollege dann aber versicherte, mein Verhalten gleiche tatsächlich jenem eines Soziopathen, tröstete mich mein Leben über diese Meinung hinweg. Ich bin verheiratet, Vater von drei Kindern, habe eine stabile berufliche Karriere und viele Freunde.

Als Wissenschaftler ging es Ihnen danach um die Frage, weshalb Sie zu keinem Schwerkriminellen wurden. Richtig?

Ja. Bereits als Kind litt ich unter extremen Zwangsstörungen. Dann als Jugendlicher unter einem religiösen Wahn, und im Erwachsenenleben machten mir rund 700 schwere Panikanfälle das Leben zur Hölle. Später kam noch der Hang zu Exzess und Rücksichtslosigkeit dazu. Meine Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und die daraus resultierenden mentalen Ergebnisse sind also anders als bei anderen Menschen.

Sie schildern in Ihrem Buch einen Zwischenfall, bei dem Sie Zeuge eines schrecklichen Unfalls wurden. Diese Episode lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Sie jedoch erzählen sie beinahe unbeteiligt.

Man kann die Passage auch als der Wahrheit verpflichtete Schilderung sehen: Ich drückte dem Schwerverletzen mit blossen Händen das Blut ab, der sterbende Mann röchelte. Für andere wäre das ein Horror gewesen. Mir gab das Ganze einen Kick, ich ging danach regelrecht beflügelt in die Bar, um bei den Kollegen mit den schrecklichen Details zu prahlen. Ich führte andere auch immer wieder in Gefahr. Allein, weil mir das einen Energieschub gab. Trotzdem verspürte ich nie den Drang, jemanden zu töten oder zu verletzen. Auch stehlen und lügen war nie mein Ding.

Weil Sie sonst moralische oder praktische Nachteile erlitten hätten?

Wer zu solchen Mitteln greift, ist in meiner Wahrnehmung als Psychopath ein Versager. Ich frage mich bei jedem Vorhaben, wie ich es möglichst lange spannend gestalten kann. Wer Gewalt anwendet oder kriminell wird, läuft Gefahr, dass der Spass schnell endet. Es sind also praktische und berechnende Überlegungen, die mich vor solche Ausfällen bewahren. Wie auch das Bewusstsein für die unangenehmen Konsequenzen.

Sie würden sich als erfolgreichen Psychopathen bezeichnen?
Oder als pro-sozialen Psychopathen. Der Begriff existiert nicht als wissenschaftliche Definition.
Sind Sie nun Psychopath oder nicht?

Nebst allen anderen Voraussetzungen erfülle ich viele Punkte der offiziellen Psychopathen-Skala. Was fehlt, sind allerdings die anti-sozialen Merkmale. Will heissen: Ich kann mich beherrschen und die Konsequenzen allfälliger Taten abschätzen. Mein Geschick, andere zu manipulieren und einzuwickeln, aber auch meine Genusssucht setze ich eher zum Guten ein. Und wenn etwas Schlechtes dabei herauskommt, ist das purer Zufall.

Trotz allem sind Sie also kein übler Kerl?

Genau. Aus wissenschaftlicher Sicht war das ein echtes Problem. Obwohl ich genetisch und aufgrund meiner Hirnstrukturen ein Psychopath bin, wurde ich nicht zum Monster. Warum ein Psychopath nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen muss, sogar ein gesellschaftlich akzeptiertes, erfolgreiches Leben führen und verbindliche Beziehungen aufbauen kann, blieb mir vorerst ein Rätsel.

Wie gings weiter?

Eine führende Hirn-Expertin der Universität Yale fand heraus, dass ich über eine spezielle Gen-Variante verfüge. Menschen mit solchen Dispositionen sind normalerweise eher Partylöwen, Menschen voller Charisma und Selbstsicherheit. Das klang vertraut. Ich suchte jahrelang weiter und musste schlussendlich meine Meinung revidieren: Unser Erbgut steuert Tun und Handeln nicht zu 80 Prozent. Davor waren bereits andere Wissenschaftler zu diesem Schluss gekommen, doch nun war auch ich der Überzeugung, dass Kindheit und Sozialisierung einen grösseren Einfluss auf unser Leben ausüben.

In der Zwischenzeit entwickelten Sie die viel diskutierte Drei-Hocker-Theorie. Können Sie diese ganz kurz erläutern? Psychopathie steht mit drei Voraussetzungen in Verbindung: mit der Beschaffenheit gewisser Hirnregionen und der Hochrisikovariante verschiedener Gene. Als dritter begünstigender Punkt gilt die emotionale oder körperliche Misshandlung oder sexueller Missbrauch in der Kindheit.

Weil der dritte Punkt nicht auf Sie zutrifft, wurde Sie nicht zum Mörder?

Simpel gesagt, ist das richtig. Allerdings beeinflusste auch die Erziehung meine Entwicklung positiv. Zu Hause war ich ein regelrechter Prinz, der mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet wurde. Später bewahrten mich mein soziales Umfeld, mein Beruf, die Familie und unzählige Freizeitaktivitäten offenbar davor, dass die dunklen Seiten meiner Veranlagung zum Ausbruch kommen konnten.

Gibt es eigentlich viele frei herumlaufende Exemplare wie Sie?

Der mordende Psychopath ist nur die Spitze des Eisbergs. Psychopathisch veranlagte Menschen gibt es zuhauf – darunter beruflich äusserst erfolgreiche – und sie kommen nie mit dem Gesetz in Konflikt . Das heisst jedoch nicht, dass die Mitmenschen nicht unter ihnen zu leiden haben.
Weil solchen Menschen Begriffe wie Moral ein Buch mit sieben Siegeln bleibt?

Ja. Meine eigene Neugier wurde immerhin so gross, dass ich moralisches Verhalten ernsthaft ausprobierte. Ich war nett und hilfsbereit zu meinen Mitmenschen und tat viele liebevolle Dinge für meine Frau. Das täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, dass in meinem limbischen System ein kleiner Giftzwerg hockte, der mir zuflüsterte, wie langweilig doch alles ist, wenn ich mich immer nur gut benehme.

«Der Psychopath in mir», die Entdeckungsreise eines Neurowissenschaftlers zur dunklen Seite seiner Persönlichkeit. Von James Fallon, 288 Seiten, Verlag Herbig.

http://www.blick.ch/life/wissen/james-f ... 33044.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 06. Januar 2016, 12:51:19 
 
FORENSISCHE PSYCHIATERIN NAHLAH SAIMEH
Kann jeder zum Mörder werden?

Nahlah Saimeh im Gespräch mit Susanne Führer

Als forensische Psychiaterin geht Nahlah Saimeh der Frage nach, wie jemand zum Mörder wird. Saimeh ist überzeugt: Meistens sind die Straftäter keine erkennbaren Monster, sondern "Menschen wie wir".

Ein Ehemann, der nach Jahrzehnten der Partnerschaft seine Frau erstickt und verbrennt, eine junge Mutter, die ihre frisch geborenen Säuglinge tötet und in Blumentöpfen vergräbt; ein junger Mann, der seinen Mitbewohner mit einem Schwert töten will, weil ihm dies eine innere Stimme eingibt. Solche Taten gehören für Nahlah Saimeh zum Berufsalltag.

Als forensische Psychiaterin hat sie jahrelang Schwerststraftäter betreut - heute ist sie ärztliche Direktorin des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie in Lippstadt, einer der größten Einrichtungen in Deutschland.

"Es kommt auf die totalitäre Ideologie an"
Ihre Erfahrung: "Jeder kann zum Mörder werden. Es kommt nur auf die individuelle Schwelle, den individuellen Trigger an – oder auf die entsprechende totalitäre Ideologie."

Es seien eben nicht die Monster, wie sie oft in reißerischen Reportagen beschrieben werden – viel erschreckender: "Es sind Menschen wie wir." Ihre Aufgabe als Forensikerin ist es, herauszufinden, warum die Menschen die Tat begangen haben, ob sie schuldfähig – und therapierbar sind.

Wie werden Menschen zu Mördern? Gibt es einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tätern? Warum bezeichnet sie ihre Arbeit als "zweite Geburtshilfe"? Darüber unterhält sich Susanne Führer mit Nahlah Saimeh in der Sendung "Im Gespräch" am 6.1. ab 9:07 Uhr.

http://www.deutschlandradiokultur.de/fo ... _id=341594


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Sonntag, 31. Januar 2016, 09:46:17 
 
Buch über einen Serienmörder
Das Monster von Roßlau
30.01.2016 11:23 Uhr | Aktualisiert 30.01.2016 22:09 Uhr

VON STEFFEN KÖNAU
Den ersten Menschen tötete er in der DDR. Dann wurde Gerhard Denkewitz amnestiert, doch er schlug wieder zu. Nur: wie oft?

ROSSLAU.
Am letzten Tag seines traurigen Lebens raucht Gerhard Denkewitz. Er wirkt ruhig, gelassen. Er nimmt am Hofgang teil, atmet die frühherbstliche Luft, die im Oktober 2003 über der Colbitz-Letzlinger Heide liegt. Denkewitz ist lange nicht mehr da draußen gewesen, hinter den Zäunen des Landeskrankenhauses für Forensische Psychiatrie. Er sitzt seit fast einem Jahrzehnt hinter Gittern, für immer weggesperrt als Psychopath. Den Mann hat das nie über die Maßen gestört. Jetzt aber beschließt er, dass es genug gewesen ist. Als er zurück ist in seiner Zelle, hängt er sich auf. Mit einem Schal, den er an die Toilettentür knüpft. Gerhard Denkewitz, 45 Jahre alt, Doppelmörder, wurde nicht als suizidgefährdet eingeschätzt. Er hat anderen geschadet. Immer wieder. Sich selbst? Nie.

Denkewitz, 1958 als sechstes Kind einer Roßlauer Familie geboren, die heute als sozial schwach bezeichnet werden würde, ist mehr als einmal unterschätzt worden. Der Mann mit der fliehenden Stirn, früh schon mit einer nach hinten strebenden Glatze geschlagen, gilt als nicht besonders intelligent. Dennoch schafft er es, mit der Hälfte seiner Morde davonzukommen. Mindestens vier Menschen tötet der angehende Baufacharbeiter, das steht fest. Doch nur zweimal wird er zu Lebzeiten erwischt und abgeurteilt. Obwohl er beim ersten Mal gefasst wird, bekommt er die Gelegenheit, es noch einmal zu tun. Und noch einmal.


Das ist erstaunlich, denn Denkewitz mordet ohne Plan. Er ist brutal, kein Gefühl hemmt ihn. Zum ersten Mal stellt er das selbst mit 18 fest, auf einem Tanzsaal im Anhaltischen. Die 26-jährige Beate Rösler fällt Denkewitz zufällig ins Auge. Der Lehrling ist bis dahin nicht auffällig geworden, Bilder zeigen einen Jugendlichen wie viele. Leicht lockiges, leicht längeres Haar, die Figur kompakt. Denkewitz ist ein kräftiger Kerl, der zupacken kann.

Er sieht im Grunde sympathisch aus. Beate Rösler will trotzdem nichts von dem Jungen wissen, den sie wohl für viel zu jung für sich hält. Unter Alkohol nimmt Gerhard Denkewitz solche Zurückweisungen übel. Als Beate Rösler sich auf den Weg nach Hause macht, folgt er ihr. Er spricht sie an, greift nach ihr, wirft sie in den Straßengraben. Und weil er sie nicht gleichzeitig festhalten und vergewaltigen kann, erwürgt er sie erst. Und vergeht sich dann an ihr. Als er fertig ist, lässt er die Leiche liegen und geht nach Hause.

Resozialiserung kaum denkbar

Es ist eine dumpfe, dämliche Tat, die von der Volkspolizei schnell aufgeklärt wird. Gerhard Denkewitz ist 19, als er vom Bezirksgericht Halle wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter Vergewaltigung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wird. Das Gericht ist nach fachärztlichen Gutachten zur Auffassung gelangt, dass eine Resozialisierung kaum denkbar ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verurteilte bei passender Gelegenheit erneut zuschlägt, werde nie bei Null liegen. Denkewitz zeige ein psychopathisches Verhalten, Mordlust packe ihn, von der er selbst nicht sagen könne, wozu sie ihn treibe.

Es ist die Weltgeschichte, die den Mörder rettet. Erst verkürzen die DDR-Behörden seine Haftzeit auf 15 Jahre. Gerhard Denkewitz, der im Gefängnis den Schulabschluss der 10. Klasse geschafft hat, darf hoffen, Ende 1991 auf freien Fuß zu kommen. Mit dem Zusammenbruch der DDR aber lächelt ihm das Glück noch ein wenig breiter zu: Durch eine Amnestie zur Wendezeit endet Denkewitz’ Haftstrafe bereits am 31. Mai 1990.

Der Mörder ist ein freier Mann, und er fügt sich, so zumindest scheint es, komplikationslos in die neue gesamtdeutsche Wirklichkeit. Denkewitz hält sich meist mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, zeitweise pendelt er als Gerüstbauer nach Oberhausen. Sein Hauptwohnsitz aber ist Wolfen. Hierher zieht auch Zsuszanna Breitbarth zu ihm, eine Frau Mitte 40, die Denkewitz in Wittenberg kennengelernt hat. Wie ihr neuer Lebensgefährte ist die gebürtige Ungarin ein Mensch ohne Ansprüche. Sie hat sich sogar daran gewöhnt, von Gerhard Denkewitz bei jeder Gelegenheit überfallen und mit Gewalt zum Sex gezwungen zu werden.

„Fickfrosch“ nennt Denkewitz die kleine pummelige Frau, die er so oft so hart anpackt, wie er will. Sie wimmert und jammert dann, das macht ihm Spaß. Bis zu jenem 24. August 1994, als Zsuszanna nach einem seiner üblichen Überfälle vom Tisch rutscht, auf die Kante eines Stuhles fällt und plötzlich tot ist. Gerhard Denkewitz nutzt die Gelegenheit und missbraucht die Tote. Zwei Tage campiert er noch neben der Leiche, dann quetscht er sie in den Kofferraum ihres Autos. Er selbst flüchtet mit einem gemieteten Nissan, den er immer mal wieder mit falschen Kennzeichen tarnen wird.

Es wird eine fast 20.000 Kilometer lange Reise, die Gerhard Denkewitz in den folgenden drei Wochen quer durch Deutschland führt. Am 8. September ist der Doppelmörder auf der B 87 nahe Torgau unterwegs, wo Evelin Hoffmann ihre anderthalbjährige Tochter Sandy gerade in der Obhut ihrer 17-jährigen Cousine Antje Köhler auf einem Parkplatz vor einem bekannten Pilzgebiet zurücklässt. Als Evelin Hoffmann vom Pilzesuchen wiederkommt, sind die beiden Mädchen spurlos verschwunden. Und ihr Auto steht ein Stück weit entfernt quer auf einem Waldweg.



Was folgt, ist eine der größten Suchaktionen der deutschen Kriminalgeschichte, eine Fahndung, bei der in den folgenden neun Jahren alle Register gezogen werden. Während Gerhard Denkewitz bereits am 19. September auf einem Parkplatz in Halle geschnappt wird, als er gerade ein Nickerchen macht, durchkämmt die Sonderkommission „Wald“ unter operativer Leitung von Kriminalhauptkommissar Hartmut Zerche die Wälder um Torgau. Ein dunkelroter Nissan mit Naumburger Kennzeichen gerät nach Zeugenhinweisen ins Visier. Und ein Kapitalverbrechen wird immer wahrscheinlicher, als Kriminaltechniker feststellen, dass jemand alle Fingerabdrücke säuberlich aus Evelin Hoffmanns Auto gewischt hat.

Aber es gibt keine Hinweise, keine heiße Spur. Eine „Spontantat“, heißt es bei der Staatsanwaltschaft: Der Täter nutzt eine sich ihm bietende Gelegenheit, doch es gibt keine persönlichen Beziehungen zwischen ihm und den Opfern. Ende September findet ein Spaziergänger die Leichen von Sandy und Antje in einem Waldstück bei Sprötze im niedersächsischen Landkreis Harburg. Antje ist nackt bis auf einen Nylonstrumpf. Die kleine Sandy hat der Mörder mit dem Bändchen ihrer Babymütze erdrosselt.

Es ist grausam. Doch Hartmut Zerche und seine Männer schöpfen Hoffnung, als an einem Kleidungsstück von Antje eine winzige Anhaftung männlicher DNA entdeckt wird. „Am Klebeband an einem Eimer neben der Fundstelle fand sich zudem ein Teilfingerabdruck“, sagt der Chef der SoKo „Wald“. Zerche muss allerdings bald einsehen, dass die neuen Hinweise nicht weiterhelfen. „Für einen Spurenabgleich braucht es Vergleichsmaterial.“ Das aber gibt es nicht.

Größter DNA-Massentest

Als alle anderen Möglichkeiten ausermittelt sind, beginnt deshalb der bis dahin größte DNA-Massentest der Geschichte. 15.000 Männer werden zur Probenabgabe gebeten. Monat für Monat jagt der Dresdner Gerichtsmediziner Peter Dobrowolski, der einst in Halle studiert hat, nach der einen Übereinstimmung unter sechs Milliarden Möglichkeiten. Immer wieder fehlt sie, auch bei den Proben aus dem BKA-Zentralregister, in dem einschlägig vorbestrafte Täter erfasst sind. Besser: sein müssten. Denn Gerhard Denkewitz’ DNA-Probe fehlt hier. Warum? Im zuständigen Ministerium in Magdeburg wird es später heißen, 1994 sei es nicht üblich gewesen, Täter wie ihn in einer Gen-Datenbank zu erfassen.

Zerche schickt also seine Leute nach Uchtspringe. Es ist jetzt Oktober 2003, Sandy und Antje, die beiden letzten Opfer des Monsters von Roßlau, sind seit fast zehn Jahren tot. Der Mörder empfängt die Kriminalbeamten. Weigert sich aber, eine DNA-Probe abzugeben. Denkewitz darf das, auch für ihn ist die Abgabe freiwillig. Doch sein Fingerabdruck überführt ihn - und er ahnt nun, dass es vorüber ist. Noch ehe die Beamten aus Torgau zum zweiten Mal anreisen, um seine DNA per richterlicher Verfügung zu sichern und ihm den Doppelmord von Torgau nachzuweisen, flieht der 45-Jährige in den Freitod.

Für Hartmut Zerche bis heute ein Grund für Grübeleien. Denkewitz sei ein Psychopath gewesen, unfähig zur Steuerung seines Tuns, glaubt er, weshalb man nicht wissen könne, warum er sich am Ende selbst richtete. Reue? Angst? Scham? Er hätte, sagt Zerche, nichts zu befürchten gehabt - „er war weggesperrt und wäre es geblieben“. Der Ermittler sagt: „Wir hätten jedenfalls noch viele Fragen an ihn gehabt.“ Im Keller des Landeskrankenhauses finden sich unter Denkewitz’ Besitztümern zahlreiche Gegenstände, „die wir nicht zuordnen konnten“. Vielleicht, der Gedanke lässt Zerche nicht los, gehören sie ja zu anderen, bis heute unentdeckten Opfern des Roßlauers? „Er ist in den paar Wochen seiner Flucht so weit gefahren, er kann überall zugeschlagen haben.“

Erst recht in den Jahren davor, als Gerhard Denkewitz noch in Wolfen wohnte, ein Bürger von unauffälliger Lebensart. Damals, Anfang der 90er Jahre, wurden ausgerechnet zwischen Wolfen und Potsdam in kurzer Zeit vier junge Frauen ermordet und ihre Körper im Wald verscharrt. Hat Gerhard Denkewitz auch Beate Landgraf, Diana Bloch, Silvana Otzipka und Sabine Dommaschk auf dem Gewissen? Hartmut Zerche weiß, dass Angehörige nie aufhören, nach Gewissheit zu suchen. Gewissheit, die er selbst auch gern haben würde. „Wenn noch Asservate dieser Fälle da sind, dann wäre es immer noch möglich, sie mit der DNA von Denkewitz abzugleichen.“ (mz)

Die ganze Geschichte: Klaus Keck, Des Mörders Barthaar, Das Neue Berlin; 224 S., 12,99 Euro


http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/ ... x220549064


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 11. Februar 2016, 12:54:33 
 
Britische TV-Doku
Wie der Kannibale von Rotenburg den Berliner Brandes aufaß

Armin Meiwes berichtet in einer TV-Doku mit schockierenden Details, wie er im März 2001 den Berliner Bernd Brandes aufaß - serviert wurde mit Kartoffeln, Rosenkohl und Pfeffersoße...
11. Februar 2016 10:25 - Aktualisiert 10:43

Nach außen war er der biedere Normalo von nebenan. Bis zum 12.März 2001. Da tötete Armin Meiwes in der osthessischen Provinz den Berliner Ingenieur Bernd Brandes und verspeiste Teile seines Körpers. Seitdem kennt ihn die Welt als den Kannibalen von Rotenburg.

Eine neue TV-Doku gibt Einblicke in die Abgründe des Menschenfressers

„Ich zündete Kerzen an und deckte den Tisch mit meinem besten Geschirr.“ So beschreibt Meiwes in der britischen Doku „Docs: Interview with a Cannibal“ die Vorbereitungen fürs Kannibalen-Menü. Serviert wurden Kartoffeln, Rosenkohl, Pfeffersoße, dazu ein in Olivenöl gebratenes Steak.

„Der erste Bissen war sehr komisch“

Kein Rindersteak, sondern eines, das sich der ehemalige Zeitsoldat aus einem menschlichen Körper herausgeschnitten hat. Aus dem Rücken von Bernd Brandes. „Der erste Bissen war sehr komisch“, so Meiwes. „Davon hatte ich über vierzig Jahre lang geträumt.“ Das Fleisch habe „ähnlich wie Schweinefleisch“ geschmeckt – nur „herber“.

Zwei Tage vor dieser ersten von vielen Kannibalen-Mahlzeiten (insgesamt verspeiste er 20 Kilo) hatte Meiwes Brandes getötet. Wie er bis heute betont, auf dessen ausdrücklichen Wunsch! Er schnitt dem Berliner den Penis ab, wollten das Glied zusammen mit ihm essen, was misslang. Dann ließ er Brandes in einer Badewanne verbluten, erstach ihn schließlich. Dann zerlegte er den Körper.

Der Kannibale und sein Opfer hatten sich im Februar 2001 im Internet getroffen. Brandes war in einem Kannibalen-Forum auf der Suche. Nach jemandem, der ihn bei lebendigem Leib verspeisen wollte. Nur einen Monat später sollte sich dieser abartige Wunsch zum Teil erfüllen.

Heute ist der Ex-Kannibale Vegetarier

Vor Gericht bestand Meiwes darauf, dass ihn sein Opfer zu Penisamputation und „Schlachtung“ gedrängt habe. „Essen wollte ich ihn, töten aber nicht.“ Trotzdem lautete das Urteil: Mord und Störung der Totenruhe.

Der 54-Jährige verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis Kassel. Seit 2013 ist der Ex-Kannibale Vegetarier. Heute sagt er: „Ich hatte den Kick, ich brauche ihn nicht mehr. Ich werde es nie wieder tun.“

http://www.bz-berlin.de/berlin/wie-der- ... des-aufass


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 02. Mai 2016, 17:35:09 
 
Die Wahrheit hinter diesen süßen Kinderfotos ist unheimlich
The Huffington Post | von Gina Louisa Metzler
E-Mail
Veröffentlicht: 02/05/2016 13:40 CEST Aktualisiert: Vor 3 Stunden

Warum werden Menschen zu Mördern? Liegt die Boshaftigkeit in ihren Genen oder ist sie das Resultat von Erziehung und Sozialisierung? Diese Fragen beschäftigen Wissenschaftler seit Jahrzehnten.

Wer sich die Fotos dieser niedlichen Kinder ansieht, wird kaum glauben können, dass sie zu Menschen herangewachsen sind, die brutal geherrscht, gefoltert und gemordet haben.

http://www.huffingtonpost.de/2016/05/02 ... ir=Germany


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 06. Mai 2016, 09:17:19 
 
200 Mordopfer?
Vermutlich schlimmster Serienmörder verurteilt


Er könnte der schlimmste Serienmörder aller Zeiten sein. Lonnie Franklin Jr., bekannt unter dem Namen "Grim Sleeper", wurde am Donnerstag im kalifornischen Los Angeles für den Mord an neun Frauen und einem Mädchen verurteilt. Die Behörden gehen aber davon aus, dass der heute 63-Jährige von 1985 bis 2007 Dutzende weitere Morde begangen hat. In seiner Wohnung wurden Fotos von rund 200 Frauen gefunden, die als potenzielle Opfer in Frage kommen - identfiziert konnte fast keine der Personen werden.

Der Angeklagte, der es vor allem auf schwarze Prostituierte abgesehen hatte, nahm den Schuldspruch regungslos zur Kenntnis. Das Strafmaß wird erst in einigen Tagen verkündet, die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert. Der Angeklagte, der als Müllmann und Mechaniker tätig war, hatte die Frauen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren ermordet und wurde erst 15 Jahre nach seinem ersten Mord im Juli 2010 gefasst.

Den Namen "Grim Sleeper" bekam er verpasst, weil der Serienmörder von 1985 bis 1988 mordete, dann bis 2002 eine "Pause" einlegte und dann bis 2007 sein blutiges Treiben fortsetzte. Ermittler gehen davon aus, dass Franklin Jr. für Dutzende weitere Morde verantwortlich ist - Video- und Fotomaterial in seiner Wohnung deuten auf bis zu 200 mögliche Opfer hin.

http://www.heute.at/news/welt/Vermutlic ... 61,1285359


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 12. Mai 2016, 13:22:39 
 
Raman Raghav 2.0 - Trailer zum indischen Serienkiller-Thriller
von Ines W. (Ines Walk) - Veröffentlicht am 12.05.2016, 11:00

Der indische Thriller Raman Raghav 2.0 beruht auf wahren Begebenheiten. Ein Serienkiller begeht in der Großstadt Mumbai zahlreiche Morde. Wir haben den Trailer für euch.

Raman Raghav 2.0 erzählt die wahre Geschichte des psychopatischen Serienkillers Raman Raghav, genannt Psycho Raman, der Ende der 1960er die indische Metropole Mumbai unsicher machte und in drei Jahren über 40 Menschen tötete, indem er ihnen die Schädel mit einer Eisenstange einschlug. Auf der englischen Wikipedia könnt ihr mehr über den Mörder erfahren.

Raman Raghav 2.0 von Anurag Kashyap hat es in der Reihe "Director's Fortnight" zum 69. Filmfestival in Cannes geschafft. Im obigen Player könnt ihr euch den Trailer anschauen. Auch wenn er in der Originalsprache ist, könnt ihr die Stimmung des Streifens einfangen.

Raman Raghav 2.0 © Reliance Entertainment
Wie Raman Raghav 2.0 in Cannes abschneidet, werden wir bald erfahren. In Indien wird der Film am 26.06.2016 in die Kinos kommen. Ob er auch hierzulande zu sehen sein wird, ist noch offen.

http://www.moviepilot.de/news/raman-rag ... ler-171602


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