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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 11. September 2017, 08:09:08 
 
VATER STECKT SEINEM SOHN (8) SPINNE IN DEN MUND, UM IHN ZU DISZIPLINIEREN

Swansea - Ein Vater aus der walisischen Stadt Swansea hat über lange Zeit hinweg grausame Erziehungsmethoden verwendet. Jetzt musste er vor Gericht!

Immer wenn der Mann betrunken war, misshandelte er seinen achtjährigen Sohn auf das Übelste. Die Liste der grausamen Aktionen ist lang. Angefangen bei vorgespielten Ohnmachtsanfällen, um seinen Sohn zu erschrecken, bis hin zu Schlägen, Tritten und Prügel. Sein kleiner Bruder musste die Vergehen immer mit ansehen.

Doch die körperliche Gewalt war dem Vater nicht genug. Wie die "Daily Mail" weiter berichtet, habe der Vater den Achtjährigen gezwungen den Horrorfilm "The Ring" zu schauen. Danach habe der Kleine Albträume bekommen.

Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, dachte sich der Vater eine weitere grausame Aktion aus. Er legte seinem Sohn eine Spinne in den Mund und bezeichnete dies als eine "Form von Disziplin".

Eines Tages vertraute sich der Schüler dann einem Lehrer an. Daraufhin wurden Ermittlungen eingeleitet. Die Mutter des Kindes soll von den Misshandlungen nichts mitbekommen haben.

Der Richter hielt bei dem Prozess fest, dass die Grausamkeiten Auswirkungen auf die Psyche des kleinen Jungen haben. "Kinder verdienen es, von ihren Eltern beschützt und geliebt zu werden", so Richter Peter Heywood.

Der Vater bekam eine 18-monatige Haftstrafe für seine Vergehen - ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und einen Resozialisierungskurs machen.

Der Richter machte auch klar: Sollte der Vater gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen, hat er "keine Bedenken", den Mann direkt ins Gefängnis zu schicken.

https://www.tag24.de/nachrichten/vater- ... ren-332062


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 12. September 2017, 12:50:16 
 
Familientragö­die mit zwei Toten

Das Landeskriminalamt ermittelt nach Mord- und Selbstmord in Traismauer im Bezirk St. Pölten-Land. Der Sohn fand seine Eltern mit Schussverletzungen im gemeinsamen Haus.
12.09.2017, 12:15 1 Share

In Gemeinlebarn bei Traismauer (Bezirk St. Pölten-Land) ist es Dienstagvormittag zu einer blutigen Familientragödie gekommen. Ein Mann hat seinen 84-jährigen Vater sowie die etwa gleichaltrige Mutter mit Schussverletzungen im Wohnhaus der Familie aufgefunden und die Einsatzkräfte verständigt.

Das Team des Notarzthubschraubers "Christophorus 2" wurde an den Tatort geschickt. Bei einer der beiden Personen wurden noch Reanimationsversuche vorgenommen, jedoch vergeblich. Der Leiter des nö. Landeskriminalamtes, Omar Haijawi-Pirchner, bestätigte dem KURIER, dass es sich bei dem Vorfall allem Anschein nach um Mord- und Selbstmord handelt.

"Die Tatort- und die Mordgruppe des Landeskriminalamtes haben die Ermittlungen übernommen", so Haijawi-Pirchner. Die Spurensicherung und Befragung des Sohnes soll weitere Aufschlüsse über den Tathergang bringen.


https://kurier.at/chronik/niederoesterr ... 85.792.968


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. September 2017, 18:02:23 
 
GRÄSSLICHER FAMILIENSTREIT: 14-JÄHRIGER SOLL MUTTER KRANKENHAUSREIF GEPRÜGELT HABEN

Limburg - Eine 49-jährige Frau erlitt am Mittwochmittag um 12:45 Uhr in der Adolfstraße in Elz bei einem Familienstreit so schwere Verletzungen, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik transportiert werden musste.

Ersten Ermittlungen zu Folge war es am Mittag zwischen der Frau und ihrem 14-jährigen Sohn in der gemeinsamen Wohnung zu einem Streit aufgrund familieninterner Probleme gekommen.

Im Verlauf der Streitigkeiten soll der 14-Jährige auf seine Mutter mit einer Hiebwaffe eingeschlagen und diese dadurch erheblich verletzt haben. Nach der Tat konnte der Junge von einer Streife der Limburger Polizei in dem Wohnhaus festgenommen werden.

Der 14-Jährige wurde im Anschluss zur Polizeistation nach Limburg gebracht, wo die Limburger Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen aufgenommen hat.


https://www.tag24.de/nachrichten/limbur ... elz-333918


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 13. September 2017, 18:14:13 
 
New Hampshire

Mann erschießt Mutter auf der Intensivstation
13.09.2017, 15:30 Uhr | AP

In einem Krankenhaus in New Hampshire hat ein Mann seine Mutter erschossen.


Die 70-Jährige war auf der Intensivstation behandelt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend. Der Verdächtige wurde festgenommen und sollte am Mittwoch einem Richter vorgeführt werden. Weitere Verletzte gab es nicht. Nach dem Vorfall wurde das Dartmouth-Hitchcock Medical Center in der Stadt Lebanon zeitweise geschlossen.

Der 49-Jährige aus Rhode Island sei offenbar mit der Absicht in die Klinik gekommen, seine Mutter zu töten, sagte Staatsanwalt Gordon MacDonald. Es sei mehr als ein Schuss abgegeben worden. Die Ermittlungen dauerten noch an. Der Verdächtige wurde festgenommen, als er das Krankenhaus verlassen wollte. Ein mögliches Motiv für die Tat wurde nicht genannt.

http://www.t-online.de/nachrichten/pano ... ation.html


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 14. September 2017, 12:10:04 
 
Tod eines Obdachlosen Die Geschichte von Joe und seinen hilflosen Freunden
Von Stefan Strauss 14.09.17, 11:10 Uhr
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Joe
Joe am 29. Mai 2017 vor der Bahnhofsmission am Zoo
„Ich bin total fertig, ich kann nicht mehr.“

Foto: Markus Wächter
Die Geschichte von Joe beginnt dort, wo sie auch endet. Auf den Stufen vor einem Haus am Nollendorfplatz. Früher war genau hier der Club Goya, eine Institution im Berliner Nachtleben. In den letzten Wochen war dies der Platz von Joe, der eigentlich Josef Musekamp heißt. Er war obdachlos, hier hat er in den letzten Wochen seines Lebens oft gesessen, geschlafen, Passanten um Geld gebeten, wenn er keines mehr hatte.

Und hier wurde er am 16. August, einem Mittwoch, tot aufgefunden. 54 Jahre alt ist Joe geworden. Immer wieder haben Menschen versucht, ihm zu helfen. Und immer wieder ist er durch die Maschen des Hilfesystems gerutscht. Wer war Joe Musekamp? Wo kommt er her? Wie hat er in Berlin gelebt?

Wir sind auf die Suche gegangen und haben Menschen getroffen, die in einem Hilfesystem arbeiten, das an seine Grenzen gestoßen ist.

Unsere erste Station ist eine Wiese am Eingang zum Tiergarten, unweit der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. Sascha Sträßer, 29, hat diesen ruhigen Platz zum Reden ausgesucht. Er ist Sozialarbeiter. Er hat Joe vor zwei Jahren kennengelernt, damals war er selbst in einer schwierigen Phase. Seinen Job als Anlagenmechaniker hatte er gerade aufgegeben.

Zwei Jahre betreut Sascha Sträßer Joe

Er hatte zum Glauben gefunden, sagt er, wollte einen Neustart. Deswegen entschied er sich für ein Praktikum in der Bahnhofsmission. Dort, wo sich die Gestrandeten treffen.

Zwei Jahre betreut Sascha Sträßer Joe – erst ehrenamtlich, später als festangestellter mobiler Einzelfallhelfer bei der Bahnhofsmission. „Wir wollen diesen Menschen eine zweite Chance geben, auch wenn sie schon durch alle Hilferaster gefallen sind“, sagt Sascha Sträßer.

Niedrigschwellige Angebote nennen Sozialarbeiter die unterste Stufe dieser Hilfe. Eine Phase, in der man nicht zu viel verlangen darf. Zum Beispiel, dass Menschen wie Joe Vertrauen fassen, sich komplett öffnen und ihre Geschichte erzählen.

Die Bahnhofsmission ist Joes Basis. Sascha Sträßer holt ihm Medikamente aus der Apotheke, er kümmert sich um Termine beim Jobcenter, besucht ihn in Notübernachtungen und im Krankenhaus der Bundeswehr, wo Joe drei Wochen lag. Sascha Sträßer glaubt damals, dass es zu diesem Zeitpunkt mit Joe bergauf geht, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt.

Sascha Sträßer
Sascha Sträßer, mobiler Einzelfallhelfer
„Joe hat mich als seinen Freund gesehen. Doch richtig kennengelernt habe ich ihn nie.“

Foto: Markus Wächter
„Man muss die Entscheidung des anderen akzeptieren. Auch wenn das sehr schwer fällt“

Dann, von einem auf den anderen Tag, verschwindet Joe. Sträßer geht ihn suchen und findet ihn an den alten Plätzen wieder – am Bahnhof Zoo, am Ostbahnhof. „Wir hatten eine große Verbundenheit“, sagt Sascha Sträßer. „Joe hat mich als Freund gesehen. Doch richtig kennengelernt habe ich ihn nie. Und meine ausgestreckte Hand hat er nicht genommen.“

Joe war beratungsresistent, sagen manche, und Sascha Sträßer hat gelernt, mit solchen Menschen umzugehen. „Man muss die Entscheidung des anderen akzeptieren. Auch wenn das sehr schwer fällt.“

Was ist im Leben von Josef Musekamp passiert, das ihn an den Rand der Gesellschaft getrieben hat? Von seiner Biografie ist nur wenig wirklich gesichert. Josef Musekamp wurde 1963 in Nordhorn geboren, das liegt in Niedersachsen, an der Grenze zu den Niederlanden.

In dieser Gegend steht der Name Musekamp oft im Telefonbuch, doch in dem Ort leben nur ein paar Menschen mit diesem Namen. Hermine Musekamp, ihr Mann Johann, der gemeinsame Sohn Mirko und der Landwirt Leonhard. „Josef Musekamp? Nie gehört“, sagt Hermine Musekamp. „Der ist nicht aus dem Ort.“ Oder aber, hier erinnert sich niemand mehr an ihn.

48 Obdachlose sind hier untergebracht

Im Berliner Melderegister taucht der Name Josef Musekamp das erste Mal 2002 auf. Doch dann verliert sich seine Spur. Vermutlich ist er für ein paar Jahre nach Mönchengladbach gegangen, später nach Cottbus, doch auch das sind vage Angaben. Sicher ist dagegen, dass Joe Anfang Februar wieder zurück an die Spree kam. Gemeldet war er zuletzt in der Scharnweberstraße 29, einem unauffälligen Mietshaus in Friedrichshain.

Am Klingelschild fehlen ein paar Namen, im Hof steht ein altes Sofa, ein Haufen ausrangierter Kleidung liegt in einer Ecke. 48 Obdachlose sind hier untergebracht, „die schwierigsten Fälle von ganz Friedrichshain“, sagt Uwe Lemme. Mit seinen 70 Jahren leitet er diese Einrichtung, die den vielversprechenden Namen Pension Heimat trägt.

Joe hat hier im vergangenen Winter eine Weile gelebt. Es war nicht einfach mit ihm, sagt Lemme. „Joe war aggressiv. Er hat randaliert. Immer wieder, ganz schlimm.“ Nach sechs Wochen hat es dem Leiter gereicht. Er rief die Polizei, sie nahmen Joe mit. Er kam nie wieder.

„Joe wollte nicht mitmachen“, sagt Uwe Lemme. Und für solche Menschen ist dann nicht einmal mehr in einer Obdachlosen-Zuflucht wie der Pension Heimat Platz. „Wir sind ständig ausgebucht. Es wird erst was frei, wenn einer stirbt“, sagt Uwe Lemme.

Uwe Lemme
Uwe Lemme, Leiter der Notunterkunft Pension Heimat: „Wir sind ständig ausgebucht. Es wird erst was frei, wenn einer stirbt.“

Foto: Markus Wächter
Zahl der Wohnungslosen steigt

Die Betten werden dringend gebraucht, denn Hilfsangebote wie diese sind rar. Auch das ist für den 70-Jährigen ein Grund, weiter zu machen. „Was würde aus den Obdachlosen in meinem Hause werden, wenn ich hier in Rente gehe?“

Nach Angaben der Bundesregierung ist die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf rund 335.000 gestiegen – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zu 2010. Unter ihnen sind etwa 29.000 Kinder. In Berlin sollen nach Angaben der Sozialverwaltung 5 000 bis 8000 Obdachlose leben. Hilfsorganisationen wie die Caritas dagegen gehen mittlerweile von mehr als 20.000 wohnungslosen Menschen in Berlin aus.

Für sie gibt es Notübernachtungen, kostenlose Essenausgaben, die Bahnhofsmission, die Caritas, gemeinnützige Vereine wie Mob und Motz, die Arbeiterwohlfahrt, Sozialdienste, ambulante medizinische Versorgung, Sozialberatungen und viele Helfer. Doch das dichte Netzwerk reicht nicht mehr.

Immer wieder hat er von seiner Vergangenheit erzählt

Die Zahl der Wohnungslosen steigt, die Armut auch, die Entwicklung der Mieten droht das Ganze zu beschleunigen. Selbst Mieter aus dem Mittelstand sorgen sich inzwischen um ihre Wohnungen. Und nicht zuletzt sind auch die Sozialarbeiter überfordert.

Sie können ihre Arbeit kaum noch leisten, brauchen selbst psychologische Hilfe. Sozialverbände fordern, dass sich endlich die Bundeskanzlerin und die Regierung mit diesem Problem beschäftigen müssen.

Wann genau Joe in die Obdachlosigkeit gerutscht ist, was er vorher gemacht hat, welchen Beruf er gelernt hat und ob er Familie hat, lässt sich heute kaum noch rekonstruieren. Immer wieder hat er von seiner Vergangenheit erzählt – oder zumindest von einer möglichen Version.

Demnach hat er 14 Geschwister, darunter einen Halbbruder. Er war verheiratet und hat als Polizist gearbeitet. Er erzählt, dass er Blues- und Rockmusiker war. Dann saß er etliche Jahre im Knast, dort traf er Joe Cocker. Tatsächlich saß Cocker mal wegen Drogen im Gefängnis.

Schwester Inge
Schwester Inge, Seelsorgerin der Berliner Stadtmission
„Ich hatte die Hoffnung für Joe nie aufgegeben. Es fiel mir nur so schwer, daran zu glauben.“

Foto: Markus Wächter
Allein in die Bahnhofsmission am Zoo kommen jeden Tag etwa 700 Bedürftige

Joe erzählt, er habe danach zusammen mit Joe Cocker gespielt, ebenso mit den Scorpions. Es sind wirre Geschichten. Geschichten, bei denen nichts richtig zusammenpasst. So ist das bei vielen Menschen, die wie Joe auf der Straße leben. Die tageweise in einer der Notunterkünfte auftauchen, Hilfe annehmen und dann wieder verschwinden.

Allein in die Bahnhofsmission am Zoo kommen jeden Tag etwa 700 Bedürftige, sie kriegen warmes Essen, frisches Wasser, sie können duschen und sich neue Wäsche aus der Kleiderkammer holen. Die Straße hinter dem Bahnhof Zoo ist ein wichtiger Treffpunkt der Gestrandeten. Und ein bedrückender Ort des Elends und der Gewalt.

Erst kürzlich ist die Situation dort wieder eskaliert, als Obdachlose eine Mitarbeiterin in der Kleiderkammer mit dem Messer bedroht haben. Eine Woche blieb der Speisesaal geschlossen, das Essen wurde durch das Fenster gereicht. Polizisten sorgten dafür, dass es ruhig bleibt.

Die Mitarbeiter brauchten mal eine Pause. „Wir sind an der Obergrenze der Belastbarkeit angelangt“, sagte Dieter Puhl, der Leiter der Einrichtung. Es sollte ein Signal sein, dass Behörden und Politiker endlich was ändern müssen in der Organisation der Obdachlosenhilfe.

In Berlin gibt es sogar Unterkünfte , in denen sie nicht mal auf Alkohol und Drogen verzichten müssen

Dabei gehört das Hilfesystem für wohnungslose Menschen in Deutschland zu den besten in Europa. Sie haben Anspruch auf Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, im Zweifelsfall bezahlen die Ämter sogar ein Hotelzimmer. Doch niemand kann dazu gezwungen werden, in eine Unterkunft zu ziehen.

In Berlin gibt es sogar Unterkünfte für Obdachlose, in denen sie nicht mal auf Alkohol und Drogen verzichten müssen. Doch in solchen Häusern einen Platz zu bekommen, das ist sehr schwierig. Joe hat es einmal versucht, erzählt einer seiner Betreuer. Er wollte runter von der Straße, ein festes Dach, wenn möglich ein Einzelzimmer. Es war keines frei. Joe blieb auf der Straße – und schon am nächsten Morgen sprach er nicht mehr davon.

Immer wieder müssen Einrichtungen wie die Teupe, das Erstaufnahmeheim für Wohnungslose in der Teupitzer Straße in Neukölln, Obdachlose abweisen. 236 Menschen leben in dem Heim, damit ist es ausgebucht.

Auf dem Gelände und in den Gemeinschaftsräumen sind Alkohol und Drogen zwar verboten, steht in der Hausordnung, aber nicht in den Zimmern der Bewohner. „Bei uns leben wohnungslose Menschen, die ihre Situation verändern wollen“, sagt der Leiter der Einrichtung, Marcel Deck.

Linda Kauczor und Marcel Deck
Linda Kauczor, Sozialarbeiterin: „Das System ist überlastet.“
Marcel Deck, Leiter der Obdachlosenunterkunft Teupe: „Unsere Zielgruppe wird immer größer.“

Foto: Markus Wächter
Ein Zimmer für eine Familie

Sozialarbeiter helfen den Bewohnern, meist sind es Männer, beim Ausfüllen von Anträgen und bei der Suche nach einer Wohnung. Für einen Daueraufenthalt sind die Zimmer nicht geeignet, sie sind viel zu klein. Doch zurzeit müssen sogar Familien in einem Zimmer übernachten.

Dennoch bleiben manche Bewohner mehrere Jahre dort, weil sie längst keine Wohnung mehr finden in einer Größe und zu einem Preis, für die Jobcenter oder Sozialamt die Miete übernehmen. „Der Wohnungsmarkt hat sich extrem verschärft“, sagt Marcel Deck. „Für Wohnungslose ist er verschlossen. Ihre Chancen sind gleich Null.“

Früher hätten Vermieter noch Angebote per Fax geschickt, wenn sie freie Wohnungen hatten, sagt Deck. Etwa sechs Leute konnten damals im Laufe eines Monats von der Teupe in eine eigene Wohnung ziehen. Heute findet höchstens noch ein Bewohner im Monat eine eigene Bleibe. „Und unsere Zielgruppe wird immer größer“, sagt Marcel Deck.

160 Anfragen von Familien musste Linda Kauczor, Sozialarbeiterin in der Teupe, im vergangenen Jahr ablehnen. „Das System ist überlastet“, sagt sie. Dabei bieten immer mehr private Anbieter dem Senat Unterkünften für Wohnungslose an.

Das Jobcenter zahlt Joe jeden Monat 409 Euro

Unternehmer drängen auf den Markt, um Geld zu verdienen, doch den Obdachlosen fehlt in solchen Unterkünften jegliche professionelle Hilfe und Beratung. „Die Arbeit mit Wohnungslosen darf kein Geschäft sein“, sagt Einrichtungsleiter Marc Deck.

Joe ist im Hilfesystem registriert, das Jobcenter zahlt ihm jeden Monat 409 Euro, den Scheck holt er sich immer bei der Bahnhofsmission ab. Joe gibt das Geld schnell aus, meist für Alkohol und Zigaretten. Einmal hat er sich ein Handy gekauft und einen Laptop. Beides geht verloren oder wird geklaut, niemand weiß es so genau.

Sein Leben auf der Straße verläuft in Kurven, mal scheint es ihm besser zu gehen, wenn auch nur kurze Zeit. „Lichte Momente“ nennen das seine Helfer. Schwester Inge hat Joe in einem solchen Moment kennengelernt. Er hat „Summertime“ für sie auf der Gitarre gespielt und dazu gesungen – „and the livin’ is easy“.

Das Lied ist eine Hymne auf das gute, sorgenfreie Leben. „Das war eine kleine Sternstunde für Joe“ sagt Schwester Inge. „Da blitzte etwas in ihm auf, da habe ich seine Sehnsucht nach dem Leben erkannt.“

Sozialarbeiter
Cengiz Tanriverdio, Streetworker: „Vertrauen zu den Obdachlosen ist das Wichtigste.“
Manuel Eigmann, Streetworker: „Wir brauchen schnelle und unbürokratische Lösungen.“


Foto: Markus Wächter
Manchmal war er hilflos wie ein Ertrinkender

Inge Kimmerle, so heißt Schwester Inge, ist 78 Jahre alt, eine liebenswerte und agile Frau, eine evangelische Religionspädagogin. Jeden Tag fährt sie zur Bahnhofsmission. Vor einem Jahr lernt sie dort Joe kennen. Wenn er nicht vor der Tür sitzt, sucht sie ihn rund um den Zoo. „Ich habe die Hoffnung für Joe nie aufgegeben. Es fiel mir nur so schwer, daran zu glauben.“

Manchmal findet sie ihn, irgendwo am Zoo, in schlimmem Zustand, an der Grenze zum Delirium. „Dann war er hilflos wie ein Ertrinkender, der nach dem Strohhalm greift“, sagt sie. „Vielleicht hat er auch erkannt, wie tief der Sumpf war, in dem er gesteckt hat.“ Schwester Inge verspricht Joe, sie werde ihm eine Gitarre schenken, wenn er mit dem Trinken aufhört.

Sie weiß, wie schwer das ist – und auch, wie schnell es geht, in ein Leben mit Drogen und Alkohol abzurutschen. Oft haben die Betroffenen eine schwierige Kindheit gehabt, mit Misserfolgen, Ablehnung, Missbrauch und Gewalt in der Familie.

„Besonders Männer erleben in einer solchen Situation eine starken Autonomieverlust, der oft mit einem Zusammenbruch ihrer Bewältigungsmöglichkeiten einhergeht“, sagt Susanne Gerull, Professorin für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon-Hochschule in Berlin. Sie forscht zu den Themen Wohnungslosigkeit und Armut. Die Folge sind oft psychische Störungen, die dringend behandelt werden müssten.

An jedem Mittwoch zündet sie um 12.20 Uhr eine Kerze an

Auch Wissenschaftler der Uni München haben in ihrer Seewolf-Studie – die Abkürzung steht für Seelische Erkrankungsrate in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe – herausgefunden, dass fast die Hälfte der befragten Wohnungslosen schon in Kindheit und Jugend psychisch auffällig gewesen sind.

Bei fast 75 Prozent der untersuchten wohnungslosen Menschen bestehe eine psychiatrische Behandlungsfähigkeit, resümieren die Wissenschaftler in der bisher größten Wohnungslosen-Studie Deutschlands.

Im Klartext: Psychiater und Psychologen könnten Obdachlosen helfen. Sie hätten vielleicht eine reale Chance, sie zu erreichen. So, wie Schwester Inge es immer wieder versucht.

An jedem Mittwoch zündet sie um 12.20 Uhr eine Kerze an auf dem Tisch im Speiseraum der Bahnhofsmission. Sie stellt ein Holzkreuz mit Jesus Christus darauf. Es ist eine kleine Andacht, zu der jedes Mal ein Dutzend Obdachlose und Mitarbeiter der Bahnhofsmission kommen. Sie beten und singen. Die Stille im Raum ist ungewohnt. Von draußen hört man laute Worte der Wartenden.

Joe will nicht ins Krankenhaus

Bald ist Mittagszeit. „Bei Gott sind wir immer alle willkommen“ singt Schwester Inge. Die bärtigen Männer am Tisch stimmen mit brummigen Bässen ein. „Jeder kann den Himmel auf die Erde ziehen“, sagt Schwester Inge. Sie streicht die rauen Hände der Männer. Niemand zieht seine Hand zurück.

Ein Stück Himmel am Bahnhof, steht auf einem Lieferwagen der Bahnhofsmission. Es ist das Motto der Helfer am Zoo. Leiter Dieter Puhl hat Ende Mai seine Verzweiflung über das Leben von Josef Musekamp in einem Facebook-Eintrag beschrieben. Joe war todkrank, saß vor der Bahnhofsmission lethargisch auf der Straße und hatte mit so ziemlich allem abgeschlossen.

„Man erträgt seinen Anblick kaum, wie er seit Tagen vor unserer Tür liegt und vielleicht bald sterben wird“, schreibt Puhl damals. „In ein Krankenhaus möchte er nicht, ein Leben dort ohne Alkohol erscheint ihm vermutlich auch schwierig“. Vor der Tür der Bahnhofsmission sei Joe jedoch in „guter Gesellschaft“, schreibt Puhl. „Freundliche Menschen, gute Worte, Vertrautheit, Leben.“ Aber dieser Bereich sei „kein Sterbezimmer“.

Dieter Puhls Veröffentlichung bewegt etwas. Menschen werden auf Joe aufmerksam, auch die Berliner Zeitung. „Ich bin total fertig, ich kann nicht mehr“, sagt Joe, als wir ihn damals treffen. Er erzählt ein wenig von seiner Geschichte, oder zumindest die Geschichte, die man bekommt, wenn man nach seiner fragt.

Pfarrer und Kirchenwärterin
Elisabeth Mayer, Pfarrerin: „Hätten wir für Joe mehr Verantwortung übernehmen müssen?“
Dirk Helm, Kirchenwart: „Wir wollten Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“


Foto: Markus Wächter
Schon vor zwei Jahren war er in einem schlimmen Zustand

Joes Körper war zu diesem Zeitpunkt schon lange ein Opfer seines harten Lebens. Insofern ist die Leiterin der Obdachlosenambulanz bei der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße auch nicht verwundert, als sie von Joes Tod hört. „Ich hätte schon viel eher damit gerechnet“, sagt Svetlana Krasovski.

Schon vor zwei Jahren, als sie Joe zum ersten Mal in der Ambulanz behandelt hat, war er in einem schlimmen Zustand. Die Ärzte brachten ihn ins Pflegezimmer, eine Art medizinische Wohngemeinschaft in der Ambulanz. Die Patienten können dort einige Tage in Einzelzimmern wohnen, sie werden medizinisch betreut, es gibt eine Küche und eine Dusche. Alkohol und Gewalt sind verboten.

Manche Bewohner beginnen in dieser Zeit, Wäsche zu waschen, sich um den Haushalt zu kümmern und sich mit gesundem Essen zu versorgen. „Das hilft in die Normalität zurückzukehren. Danach beginnt die Sozialarbeit“, sagt Svetlana Krasovski. „Doch es hängt immer von der Motivation des Einzelnen ab, seine Situation zu verändern.“

Joe darf nicht im Pflegezimmer bleiben. Wegen „starker Aggressionen gegen Mitarbeiter und Mitpatienten“ entlassen ihn die Ärzte. Dennoch: Svetlana Krasovski sagt, Joe sei einer der interessantesten Persönlichkeiten gewesen, die sie während ihrer Arbeit mit Wohnungslosen kennengelernt habe. „Er hatte eine gewisse Anziehungskraft. Er kannte die Menschen gut. Joe hätte eine Chance gehabt. Aber wir konnten nicht mehr für ihn tun.“

„Ich wollte ihm helfen“

So wie Svetlana Krasovski haben in den vergangenen zwei Jahren viele Menschen die Wege von Joe gekreuzt. Elisabeth Mayer, die Pfarrerin der Paulus-Kirche in Tempelhof, und ihr Kirchenwart Dirk Helm haben Joe im Sommer zwei Wochen lang in einem kleinen Gartenhaus auf dem Kirchengelände einquartiert. Er hat eines Tages auf den Stufen vor der Kirche gelegen.

Joe bekam einen sauberen Schlafsack, Kleidung und jeden Morgen ein belegtes Brötchen vom Bäcker. „Der Mann hatte nichts“, sagt Dirk Helm. „Ich wollte ihm helfen.“ Die Pfarrerin kocht Joes Lieblingsessen. Spaghetti Bolognese. Nach zwei Wochen war Joe wieder verschwunden.

Oder Manuel Eigmann und Cengiz Tanriverdio, Streetworker vom Verein Gangway, die Joe am Ostbahnhof kennengelernt haben. Sie versuchen, den Obdachlosen wieder einen Weg zurück zu zeigen – wobei die ersten Schritte die schwierigsten sind. „Wir drängen uns nicht auf“, sagt Manuel Eigmann. Aber für Obdachlose ist manches leichter, wenn sie ein Streetworker begleitet. „Sie werden dann anders behandelt.“ Doch auch sie haben bei Joe kaum etwas erreicht.

Am frühen Morgen des 16. August 2017 werden die Rettungssanitäter von einem unbekannten Anrufer zum Nollendorfplatz gerufen. Der Mann, der auf den Stufen liegt, ist tot. Der Dauerdienst der Kriminalpolizei wird angefordert. Die Ermittler bringen den unbekannten Leichnam in die Rechtsmedizin, später obduzieren ihn Gerichtsmediziner. Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts nehmen Fingerabdrücke und gleichen sie mit der Datenbank ab. Der Tote ist Josef Musekamp.

In der Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes suchen sie jetzt nach Angehörigen

„Hätten wir mehr Verantwortung für Joe übernehmen müssen?“, fragt Pfarrerin Elisabeth Mayer. Einer ihrer Glaubensgrundsätze ist, keinen Menschen verloren zu geben. Erst recht keine Bedürftigen wie Joe. Dirk Helm sagt: „Wir wollten Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“ Es klingt wie eine Entschuldigung.

Eine Woche lang haben wir Joes Spuren in der Stadt verfolgt, seine Helfern nach seinem Leben befragt. Es bleiben Lücken. Und viele Fragen. Joe ist dem Ruf der Straße gefolgt.

Schwester Inge hat nach Joes Tod eine Andacht für ihn gehalten. Sascha Sträßer muss einen Termin beim Jobcenter absagen, den er mit Joe vereinbart hatte. Dieter Puhl, der Leiter der Bahnhofsmission, organisiert eine Gedenkfeier mit belegten Brötchen und Musik.

Er hat Songs rausgesucht von Nick Cave und Joe Cocker. Schließlich hat Joe immer erzählt, dass er mit Joe Cocker auf der Bühne stand. Es gibt eine Cover-Version eines bekannten Beatles-Songs, die Joe Cocker gern gesungen hat. With a little help from my friends.

In der Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes suchen sie jetzt nach Angehörigen, die eine Bestattung bezahlen. Wenn sie niemanden finden, bekommt Joe ein Sozialgrab. Anonym. Wie sein Leben.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/28407870 ©2017


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 14. September 2017, 12:40:06 
 
MUTTER WIRD VON DEN HUNDEN IHRES SOHNES ZERFLEISCHT

Črnomelj (Slowenien) - In der Nähe der slowenischen Stadt Črnomelj ist eine Frau (71) von mindestens drei Pitbulls ihres Sohnes (40) angegriffen und getötet worden.

Was die Tiere dazu veranlasste ist unklar, denn eigentlich kannten und vertrauten die Pitbulls der Frau, die sie regelmäßig fütterte.

Über ein Dutzend der Hunde, besaß ihr Sohn. Die drei Tiere, die seine Mutter tödlich verletzten ,werden gemäß Gesetz eingeschläfert.

Die restlichen Hunde wurden ins Tierheim gebracht. Wohl auch deshalb, weil sie laut Polizei unter schlechten hygienischen Verhältnissen ohne Tageslicht gehalten wurden, berichtet "DiePresse".

Ob die Tiere für illegale Hundekämpfe eingesetzt wurden ermittelt die Polizei zur Zeit.

https://www.tag24.de/nachrichten/crnome ... tet-334032


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 15. September 2017, 07:58:34 
 
VATER VERKAUFT SEIN BABY FÜR 300 EURO, DANN HOLT ER ALKOHOL...


Bhadrak (Indien) - Der Inder Balaram M. brauchte dringend Geld, unter anderem für neuen Alkohol. Aus diesem Grund verkaufte er seinen Sohn (11 Monate) für 25.000 Indische Rupien (rund 300 Euro) an ein Ehepaar.

Der dreifache Vater kaufte neben neuem Fusel immerhin noch ein Geschenk für seine siebenjährige Tochter, der er ein Armband schenkte. Ob sein zehnjähriger Sohn auch etwas bekam, ist nicht bekannt.

Für sich selbst nutzte Balaram M. das Geld vor allen Dingen, um seinen Alkoholbedarf zu stillen, kaufte zudem noch ein Handy, berichtet die "India Tribune".

"Er arbeitet als Straßenkehrer und ist ein Gelegenheitskrimineller", bestätigte die Polizei, die jetzt in diesem Fall ermittelt. Die Beamten fanden bereits heraus, dass Balaram M.s Schwager und ein Mitarbeiter des Jugendamts an der Tat beteiligt waren.

Nicht geklärt ist, ob die Mutter des Babys ebenfalls involviert war. Der Vater und seine zwei Komplizen verkauften das Kind an ein Ehepaar, das seinen 24-jährigen Sohn verloren hat und mit einem neuen Kind sein Glück suchte.

https://www.tag24.de/nachrichten/bhadra ... uro-334698


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 16. September 2017, 16:24:56 
 
FAMILIENDRAMA! MUTTER, VATER UND ZWEI KINDER TOT

Hohenems - Im österreichischen Hohenems hat sich in der Nacht zum Samstag ein Familiendrama mit vier Toten zugetragen.

Ein Mann, eine Frau und zwei kleine Kinder wurden tot aufgefunden, wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg berichtete.

Dabei handele es sich um einen erweiterten Suizid.

Der 38-Jährige tötete demnach seine Frau (33) und seine beiden Töchter (4 und 7 Jahre alt).

Er drang ersten Ermittlungen zufolge trotz eines Betretungsverbots gegen halb fünf morgens in die Wohnung ein und beging die Bluttat.

Dann sprang er den Angaben zufolge aus dem Fenster im dritten Stock.

https://www.tag24.de/nachrichten/hohene ... bot-335535


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 16. September 2017, 16:26:28 
 
RAPUNZEL-SYNDROM: 16-JÄHRIGE STIRBT WEGEN IHRER HAARE

Skegness - Jasmine Beever war bei ihren Mitschülern und Bekannten unglaublich beliebt. Die 16-Jährige war ein belebendes Wesen für Jedermann und konnte selbst traurige Gesichter zum Lachen bringen. Vor wenigen Tagen starb die Teenagerin am Rapunzel-Syndrom.

Ein Geschwür im Magen machte der Jugendlichen den Garaus. Achtung, jetzt die unappetitliche Wahrheit: Eine Autopsie erbrachte den Beweis, dass sich ein Haarbüschel im Verdauungstrakt des Mädchens breitgemacht hatte.

Wie die Daily Mail berichtetet, klagte sie in der Schule über Beschwerden, klappte dann urplötzlich zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dort gelang es den Medizinern für gerade mal 15 Minuten, sie zu stabilisieren, dann war es zu spät für Jasmine.

Der Grund für den viel zu frühen Tod des Kindes, war, dass Jasmine über Jahre hinweg an ihren Haaren / Haarspitzen gekaut und gesaugt haben soll.

"Bitte bitte bitte!!! Warnt Eure Kinder vor den Gefahren, wenn sie an ihren Haaren saugen. Sie könnten diese ohne es zu wissen, verschlucken. Wir wollen nicht, dass irgendjemand auf diese Art und Weise leidet" schreibt die Mutter einer Freundin Jasmins, damit Lehren aus dieser Geschichte gezogen werden.

In der Fachmedizin wird von ungefähr 120 (tödlichen?!) Fällen des Rapunzel-Syndroms berichtet. Frauen und junge Mädchen sind für die Krankheit und deren Folgen besonders anfällig.

https://www.tag24.de/nachrichten/skegne ... aus-335691


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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 18. September 2017, 07:40:57 
 
DRAMA IN ITALIEN: HUNDE BEISSEN EINJÄHRIGE TOT

Flero - In Italien ist ein einjähriges Mädchen Medienberichten zufolge von zwei Pitbulls totgebissen worden.

Das Kind, das mit dem Großvater alleine zu Hause war, habe zunächst im Garten mit den Hunden gespielt, sei dann aber attackiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag unter Berufung auf die Carabinieri.

Der Großvater habe noch versucht, die Tiere von dem Kind abzubringen, sei dabei aber selbst gebissen worden.

Als die Carabinieri am Haus der Familie in der norditalienischen Gemeinde Flero eintrafen, waren die Pitbulls noch immer so aggressiv, dass sie erschossen wurden, wie Ansa berichtete.

Der Großvater sei ins Krankenhaus gekommen, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft in Brescia leitete Ermittlungen ein.

https://www.tag24.de/nachrichten/flero- ... ige-336473


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 18. September 2017, 07:42:08 
 
Vater tötet seine beiden Töchter und richtet sich anschließend ebenfalls hin
18. September 2017 von Pedder
Chanthaburi. Am frühen Sonntagmorgen den 17. September hat der 36 Jahre alte Familienvater Herr Boonserm Pipan zuerst seine beiden fünf und neun Jahre alten Töchter und anschließen sich selber mit einer Schrotflinte in seinem Haus im Bezirk Pong Namron erschossen.

Ein Polizei Team der Polizeistation Ban Plaeng eilte unter der Leitung von Polizei Hauptmann Chanin Thammasarntiboon, dem stellvertretenden Inspektor für die Untersuchung, in das Haus in der Gemeinde Thepnimit, nachdem er von den Nachbarn der Opfer telefonisch über den Selbstmord alarmiert wurde.

Als die Ermittler am Tatort eintrafen, fanden sie den 36 Jahre alten Familienvater Boonserm Pitpan, ein Bauarbeiter der auch als freiwilliger bei der Dorf Verteidigung tätig war, tot vor einem Schrank in seinem Haus liegen. Dabei hatte er die Tatwaffe, eine Schrotflinte, noch zwischen seinen Knien eingeklemmt.

Seine beiden Töchter Prapassorn (5 Jahre alt) und die neun Jahre alte Noppasorn hat der Familienvater offensichtlich erschossen, als sie gerade vor dem Fernseher saßen und sich eine Sendung ansahen. Anschließend muss sich der Familienvater ebenfalls selber durch einen Schuss in den Kopf getötet haben.

Die neun Jahre alte Noppasorn hatte eine Schusswunde in der linken Brust und war beim Eintreffen der Polizei und der Rettungskräfte noch am Atmen. Sie wurde auf dem schnellsten Weg in das Pong-Namron Bezirkskrankenhaus gebracht. Leider konnten die Ärzte bei der Ankunft im Krankenhaus nur noch ihren Tod bestätigen. Sie war offensichtlich während der Fahrt ins Krankenhaus an ihrer schweren Verletzung gestorben.

In der Nähe der Opfer fand die Polizei drei abgeschossene Patronenhülsen der Schrotflinte. Außerdem konnten die Ermittler bei einer näheren Durchsuchung des Hauses eine angebliche Notiz zu dem Selbstmord auf dem Spiegel und auf der Schlafzimmer Türe entdecken. Über den Inhalt der Notizen wurden von den Ermittlern jedoch keine weiteren Informationen bekannt gegeben.

Der jüngere Bruder von Herrn Boonserm sagte gegenüber der Polizei aus, dass sein Bruder Boonserm vor den tödlichen Schießereien auf sich und seine Kinder einen heftigen Streit mit seiner Frau, der Mutter der Kinder hatte. Sie hatte nach dem Streit zusammen mit den Kindern das gemeinsame Haus verlassen und war bei Freunden untergekommen.

Nachdem sein Bruder vergeblich versucht hatte, seine Frau dazu zu überzeugen, mit ihm und den Kindern zusammen in das gemeinsame Haus zurück zu kommen, habe er die beiden Kinder seiner Frau weggenommen und sei mit ihnen zusammen wieder nach Hause gefahren.

Hier muss er sich dann zu der schrecklichen Tat entschlossen haben, berichtete sein Bruder den Beamten.

Quelle: Thai PBS, Pattaya One News


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 18. September 2017, 07:43:40 
 
SCHLAFENDE MUTTER VOM EIGENEN SOHN ERSCHOSSEN! DAS MOTIV MACHT FASSUNGSLOS

Michigan (USA) - Lisa Marie W. (†51) aus Michigan wurde am 8. September im Schlaf durch einen Kopfschuss getötet. Bei dem Täter soll es sich um ihren Sohn Andrew W. (19) handeln, dessen Motiv fassungslos macht.

Der Teenager hatte vor Kurzem einen Hund gefunden und wollte ihn mit nach Hause nehmen. Doch die getrennt lebende Mutter bestand darauf, dass Andrew ihn bei seinem Vater wohnen lässt.

Das machte ihren Sohn so wütend, dass er seine Mutter dafür im Schlaf umbrachte. Um seine Tat zu vertuschen, setzte er selbst nach dem kaltblütigen Mord einen Notruf ab und behauptete, seine Mutter tot aufgefunden zu haben.

Doch seine Geschichte war unglaubwürdig, wie der Sheriff Charles Buckland, gegenüber der Website "Daily Mail" berichtete, da zu dem Zeitpunkt niemand anderes als die beiden im Haus waren.

Die Schusswaffe stammte aus dem Schrank der Familie und konnte sichergestellt werden. Zuvor war Andrew W. mit einem Auto herumgefahren und hatte sie so entsorgt.

Am Montag kam der Teenager in Haft und darf auch nicht durch Kaution freigekauft werden. Bereits am 28. September muss er sich vor Gericht verantworten.

https://www.tag24.de/nachrichten/michig ... ser-336304


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 18. September 2017, 11:52:34 
 
MANN LÄSST BABY NEBEN HEISSER DUSCHE LIEGEN: WENIG SPÄTER IST ES TOT

New York - Tragischer Vorfall in New York: Ein einjähriger Junge starb, nachdem ihn sein Vater für Stunden im Bad allein gelassen hatte.

In der Nacht wachte das Baby mit starkem Husten auf. Der 27-jährige Vater versuchte es zuerst mit Hausmitteln und gab dem Jungen eine Flasche mit Wasser und Zitronensaft. Doch der Husten wollte nicht aufhören.

Offenbar völlig hilflos schob der Mann sein Kind dann gegen 3 Uhr morgens mit dem Kinderwagen ins Bad. Dort stellte er die Dusche auf Heiß. Er dachte, dass der Dampf den Husten des Babys lindern würde. Anschließend schloss er die Tür und legte sich wieder ins Bett. Um das Kind später zu holen, stellte er sich einen Wecker auf 5 Uhr.

Als die Mutter des Einjährigen wenige Stunden danach das Bad betrat, fand sie ihr Baby bewusstlos im Wagen. Im Krankenhaus versuchten die Ärzte den Kleinen noch wiederzubeleben, doch es war zu spät: Der Junge starb.

Laut lokalen Nachrichten soll seine Körpertemperatur während des Aufenthalts im Bad auf etwa 42 Grad gestiegen sein. Zum Vergleich: Die normale Körpertemperatur eines Kleinkindes liegt zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius.

Der Verdacht liegt also nahe, dass das Kind an dem hohen Fieber starb. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

https://www.tag24.de/nachrichten/new-yo ... rbt-336616


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 19. September 2017, 09:03:05 
 
Am Hauptbahnhof

Rentnerin (76) sammelt Flaschen - Jetzt ist sie vorbestraft
Aktualisiert: 19.09.17 08:20

Eine 76-jährige Frau ist jetzt vorbestraft, weil sie am Münchner Hauptbahnhof ihre Rente aufbessern wollte.

München - Das ist doppelt bitter! Anna Leeb hatte sich lange Zeit ihre Rente mit Flaschensammeln am Hauptbahnhof aufgebessert. Vor knapp zwei Jahren wurde der heute 76-Jährigen der kleine Zuverdienst von zwei Bahn-Mitarbeitern untersagt. Die gehbehinderte Rentnerin erhielt Hausverbot. Wegen Hüftproblemen hatte sie jetzt eine Abkürzung durch die Bahnhofshalle nehmen wollen – und nahm gleich noch eine leere Bierflasche mit. Allerdings wurde sie prompt erwischt! Just von den zwei Mitarbeitern, die ihr vor zwei Jahren das Sammeln untersagt hatten.

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Vorsicht vor tödlichem Virus!
Die Folge: Ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs. „Die eigentlichen Verbrecher in München finden sie nicht, dann müssen sie jemanden wie mich rupfen“, klagt die Rentnerin. 2000 Euro Geldstrafe soll sie zahlen – und sie ist jetzt vorbestraft!

„Ich bin mit meinem Rollator durch die Bahnhofshalle, kam grad aus dem Krankenhaus, und dann hielten mich die zwei Männer der Bahn auf, haben mich am Arm gepackt, mit dem Rollator aus dem Hauptbahnhof gezerrt, und die Bierflasche musste ich wieder reinwerfen“, erzählt die Rentnerin.

Hausordnung verbietet Flaschensammeln

In München ist Anna Leeb keine Unbekannte: Normalerweise verkauft die Rentnerin entlang der Leopoldstraße bei jedem Wetter und mit ihrem Gehwägelchen das Münchner Stadtmagazin Charity München und hatte damals durch Zufall von dem einfach zugänglichem Geld gehört – so kam sie zum Flaschensammeln. Das Thema Pfandflaschensammeln am Hauptbahnhof bleibt ein Problem, um das sich niemand gerne kümmern möchte. Dabei halfen Anna Leeb vor dem Hausverbot auch viele Mitarbeiter der Bahn. „Es war oft so, dass mich Schaffnerinnen anhielten und mich fragten, ob ich nicht auch noch die Pfandflaschen aus den Zügen hole“, berichtet die geborene Münchnerin. „So hätte doch jeder etwas davon, und ich freue mich.“ Allerdings verbietet die Hausordnung das Flaschensammeln!

Ein Bahn-Sprecher teilt auf tz-Anfrage mit: „Wenn in den Abfallbehältern rumgewühlt wird, dann fällt eine Menge daneben. Sauberkeit ist für unsere Kunden ein wichtiger Punkt. Es geht nicht, dass ein Mülleimer durcheinandergebracht wird.“ Anna Leeb wird auf jeden Fall nichts mehr durcheinanderbringen. Auch wenn das Hausverbot bald ausläuft – der Hauptbahnhof ist für sie tabu! „Das waren jetzt genug Scherereien, der Hauptbahnhof wird mich nie wieder sehen.“

Am Hauptbahnhof gilt das Hausrecht der Deutschen Bahn

Der Hauptbahnhof München unterliegt dem Hausrecht des Unternehmens Deutsche Bahn. Und damit gilt dessen Hausordnung. Die Polizei greift daher nicht ein, wenn Beamte Pfandflaschensammler sehen. Wie am Flughafen München gilt also eine Sonder-Schirmherrschaft. Erst sobald es etwa zu Tätlichkeiten kommt oder zu einem Strafmandat wegen Hausfriedensbruchs, wird die Polizei dazugerufen.

Julia Langhof

https://www.tz.de/muenchen/stadt/ludwig ... 97128.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 19. September 2017, 19:51:07 
 
UM FEIERN ZU GEHEN! 17-JÄHRIGE LÄSST BABY STERBEN

Rostov - Einfach unfassbar! Die 17-jährige Russin Viktoria K. hat ihr Baby eine Woche lang allein in ihrer Wohnung gelassen, um in Ruhe feiern zu gehen.

Wie die Sun berichtet, wurde der Ehemann der minderjährigen Mutter vom Militär einberufen. Anstatt sich um ihr neun Monate altes Kind zu kümmern, verbrachte die junge Frau eine Woche mit Freunden in einem Studentenwohnheim und feierte ausgelassen. Ihr Baby sei bei ihrer Tante, behauptete sie.

Erst als Nachbarn besorgt die Polizei alarmierten, weil sie tagelang weder Mutter noch Kind zu Gesicht bekamen, wurde das verhungerte Kind tot in seinem Kinderwagen in der Wohnung gefunden.

Als die Polizei sie mit dem Ausmaß der Tragödie konfrontierte, erklärte die junge Mutter nur, dass sie sich nicht allein um das Kind habe kümmern wollen.

Ihr drohen nun zehn Jahre Gefängnis! Ihr Ehemann hat bereits die Scheidung eingereicht.

https://www.tag24.de/nachrichten/rostov ... ben-337586


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 23. September 2017, 09:38:08 
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Vater lässt 15jährigen Sohn den PKW fahren und stirbt bei Unfall - zwischen Dremmen und Randerath


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 25. November 2017, 00:11:54 
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Eine Spurensuche Auf Malta

Wie starb der Oldenburger Mike Mansholt wirklich?

von Karsten Krogmann

Im Juli 2016 wurde der 17-jährige Mike Mansholt auf Malta tot aufgefunden. Seiner Leiche fehlten die inneren Organe, die Todesursache ist unklar. Wir sind mit Mikes Vater nach Malta geflogen, um nach Antworten zu suchen.

Oldenburg /Malta - „Okay. Ich leih’ mir jetzt ‘n Fahrrad aus und fahr dann heute durch Malta. … Allerdings sind die Straßen so steil, ich schick’ Dir gleich mal ein Foto, dass man die nur hochlaufen kann zum Teil, äh, mit dem Fahrrad gar nicht hochkommt. Aber egal. Das ist ’ne sportliche Herausforderung, und das mag ich.“

Das letzte Lebenszeichen von Mike Mansholt war eine Sprachnachricht, versendet über den Messenger-Dienst WhatsApp am 18. Juli 2016 um 9.41 Uhr.

Am 19. Juli brachte er nicht wie verabredet das gemietete Mountainbike zurück.

Am 22. Juli landete er nicht wie erwartet auf dem Bremer Flughafen.

Am 26. Juli fand ein Suchtrupp der Polizei vormittags gegen 10 Uhr Mikes Leiche in den Dingli-Klippen. Er war erst 17 Jahre alt, vier Wochen später wäre er volljährig geworden.

Mikes Vater reißt den Mietwagen nach rechts, er hat einen Blumenhändler entdeckt, ohne Blumen möchte er nicht dort oben ankommen. Er kauft Chrysanthemen, dann treibt er den kleinen Peugeot weiter die schmale Straße hoch. „Hier könnte Mike langgefahren sein“, sagt Bernd Mansholt, 53 Jahre alt. Er wird diesen Satz häufig wiederholen in der nächsten halben Stunde.

Auf den Dingli-Klippen laufen wie immer ein paar Touristen herum und suchen ratlos die Klippen. Sie sehen sie nicht, weil sie obendrauf stehen. Vom Meer drückt der Wind, er reißt kleine Löcher in die Wolken. Sonnenstrahlen fallen hindurch, die Temperaturen sind mild auf Malta im November 2017.

Am 18. Juli 2016 gab es keine Wolken am Himmel. Die Luft stand und brannte.

Vom Gipfel windet sich ein schmaler Pfad hinab, er führt durch ein weit geöffnetes Gatter, links und rechts wuchern Kakteen. Ist Mike hier
runtergefahren? Nach ein paar Hundert Metern endet der Weg im Nichts, aber links schlängelt sich ein zweiter Pfad hoch, noch enger als der erste. Ist Mike da weitergefahren? Der zweite Pfad endet vor einer Felswand.

Dort fand die Polizei Mikes Leiche.

Mike lag in einer Felsmulde. „Friedlich“, so hat ihn die Polizeiinspektorin seinem Vater beschrieben, aber was kann sie einem Vater auch sonst sagen. Ein paar Meter höher hing in einem Strauch Mikes Fahrrad, noch etwas weiter lagen seine Sonnenbrille und seine Sportschuhe, er hatte sie wohl ausgezogen.

Zwischen den Felsen stehen überall Eisenstangen, auf die Stangen sind Steine geschraubt. Futter liegt auf den Steinen, es soll Vögel anlocken. Es ist eine Art grausamer Volkssport auf Malta: Vögel töten. Auf dem Boden liegen Patronenhülsen. Wir hören tatsächlich einen Schuss.

An vielen Stellen in den Dingli Cliffs liegen leere Patronenhülsen. (Bild: Krogmann)

Verdacht damals: Ist Mike vielleicht versehentlich erschossen worden? Es gab aber keinen Beleg dafür, in der Leiche fanden sich keine Schrotkugeln.

Die Polizei hatte schnell eine andere Theorie: Mike ist nicht die schmalen Pfade heruntergefahren, er ist mit dem gemieteten Mountainbike vom Gipfel gestürzt. 29 Meter und 80 Zentimeter sind es von dort bis zur Fundstelle.

Oben an der Straße steht John, er hat einen kleinen Verkaufsstand auf den Klippen, er handelt mit Getränken, Andenken und Kaktusfrüchten. „Oh“, sagt er betroffen, „du bist das.“ Er erinnert sich an Bernd Mansholt, er schüttelt ihm die Hand. Jeder auf Malta kennt den Fall Mike Mansholt. Der Junge, der von den Klippen gefallen ist.

Aber ist er das?

Mikes Leiche lag unter einem mächtigen Felsvorsprung, die Stelle ist vom Gipfel nicht zu sehen. Niemand, der abstürzt, könnte dorthin fallen.

An Mikes Leiche fanden die Gerichtsmediziner keine Knochenbrüche, keine Verletzungen, nicht einmal größere Wunden.

Mikes Fahrrad war kaum beschädigt, es hatte lediglich einen Platten und ein paar Kratzer am Rahmen.

Mikes Rucksack fehlt. Hätte er nicht nach einem Absturz bei der Leiche liegen müssen?

„Mike ist nicht abgestürzt“, sagt Bernd Mansholt, der Vater.

Aber was ist dann mit Mike passiert?

II. Die Fragen

„Achtung“, sagt Bernd Mansholt, bevor er die Tür zur Msida Police Station aufstößt: „Die Polizisten hier sind unfreundlich.“ Er weiß das, er ist bereits zum dritten Mal auf Malta, seit Mike vermisst gemeldet wurde.

Ein kahler Raum mit hohen Decken, hinter einem Tresen sitzen drei Polizisten. Alle drei schauen auf, keiner sagt etwas.

„Ich würde gern Inspektorin Butters sprechen“, sagt Mansholt.

„Inspektorin Butters ist beim Gericht“, antwortet eine Polizistin knurrig.

„Wann kommt sie denn zurück?“

„Sie müssen vorher anrufen.“

„Können Sie mir die Nummer geben?“

Die Polizistin verdreht die Augen, dann rasselt sie eine Zahlenfolge runter.

„Könnten Sie mir die Nummer bitte aufschreiben?“

Die Polizistin verdreht erneut die Augen, ein Kollege schiebt wortlos einen Zettel über den Tresen.

Die Nummer ist nutzlos, die Polizei wird nicht mit Bernd Mansholt über Mike sprechen. Keine Behörde auf Malta möchte über Mike sprechen. Dabei gibt es so viele Fragen.

Zum Beispiel diese hier:

1. Wo sind Mikes Organe?

Als der Leichnam nach Deutschland überführt und dort ein zweites Mal untersucht wurde, stellten die Rechtsmediziner fest: Mike fehlen fast alle wichtigen Organe. Im Einzelnen sind das: Herz, Lungen, Leber, Bauchspeicheldrüse, rechte Niere, Nebennieren, Harnblase, Prostata, Magen, Dünndarm. Auch Mikes Gehirn fehlte (Artikel der „Times of Malta“).

Der Leiter der gerichtsmedizinischen Untersuchung auf Malta, Professor Dr. Mario Scerri, erklärte, Mike sei ohne die Organe in der Leichenhalle des Mater-Dei-Hospitals angekommen. Wildtiere und Nager hätten die Organe gefressen, „leider“. Das Gehirn habe sich verflüssigt, der Tote habe ja mehrere Tage in den Klippen gelegen.

Die deutschen Gerichtsmediziner konnten keine Tierbisse entdecken. Eine vollständige Verflüssigung des Gehirns halten sie für nicht möglich.

In Deutschland stellten die Ärzte noch etwas fest: Der Leichnam war nicht einbalsamiert worden, obwohl Dr. Scerri das schriftlich beurkundet hatte.

antwortete ihm, die Feststellung der deutschen Mediziner sei falsch. Seine Sezierer hätten die Leiche einbalsamiert, sie hätten dafür vorschriftsmäßig eine Formaldehyd-Lösung verwendet, „zu meiner Zufriedenheit“.

Scerri ist ein angesehener Mann auf Malta, für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Im Internet findet sich ein Youtube-Video, in dem er stolz darüber spricht, wie es seinen Leuten gelungen sei, 29 angeschwemmte Flüchtlingsleichen in nur drei Tagen zu obduzieren (Artikel der MaltaToday).

2. Wo ist Mikes Rucksack?

Als Mike am Morgen des 18. Juli 2016 das Hotel „Astra“ in Sliema verließ, trug er einen dunklen Rucksack mit sich. Das zeigen Bilder einer Überwachungskamera des Hotels, Mikes Vater konnte sie sich ansehen. In dem Rucksack sollen sich unter anderem mehrere Hundert Euro Bargeld und Mikes Mobiltelefon befunden haben. Könnte das Mobiltelefon Auskünfte über Mikes letzten Weg geben? Sind darauf vielleicht Fotos gespeichert?

Der Rucksack ist verschwunden. Die Polizei konnte ihn nicht finden, Bernd Mansholt fand ihn auch nicht. Die Polizei sagte zu Mansholt, dass möglicherweise Touristen den Rucksack mitgenommen hätten.

Mansholt sagte, dass sich ein Bauer aus Dingli ihm gegenüber merkwürdig verhalten habe, als er nach dem Rucksack fragte. Dies teilte er der Polizei mit.

3. Wo ist Mikes Actionkamera?

Noch mehr Antworten als das Mobiltelefon könnte eine Actionkamera geben, die Mike im Urlaub dabei hatte: eine sogenannte GoPro. Zeugen haben bestätigt, dass Mike die Kamera im Urlaub ständig im Einsatz hatte; auch seinem Vater hatte er mehrfach Videoaufnahmen geschickt.

Die GoPro ist ebenfalls verschwunden. Als die Polizei später Bernd Mansholt die persönlichen Besitztümer seines Sohns aushändigte, gab man ihm stattdessen eine 17 Jahre alte Canon-Kamera. „Das ist nicht Mikes Kamera“, sagt der Vater.

Nachdem Mike vermisst gemeldet wurde, reiste sein Vater zum ersten Mal nach Malta. Er suchte seinen Sohn überall. Er war auch in den Klippen, als die Polizei Mikes Leiche fand. Bernd Mansholt glaubt, dass sein Sohn die Kamera am Gürtel trug; die ermittelnde Inspektorin habe ihm dreimal „ein schwarzes Etui“ bestätigt, einmal sogar vor Zeugen. Später habe sie die Aussage bestritten. Die GoPro ist verschwunden.

4. Was tun die maltesischen Behörden, um Antworten auf die Fragen 1 bis 3 zu geben?

Anfang des Jahres bekam die Staatsanwaltschaft Oldenburg Post aus Malta. Der Inhalt: die Ermittlungsakte aus Malta, „gänzlich“ und „wahrhaftig“, so bestätigt mit Stempel und Unterschrift durch das Büro des Generalstaatsanwalts.

Bernd Mansholt schöpfte neue Hoffnung. Denn:

Die Ermittlungsakte würde den Obduktionsbericht aus dem Mater-Dei-Hospital enthalten. Auf Malta, so berichten Insider, werden Obduktionen Schritt für Schritt protokolliert; üblicherweise wird jeder Schritt zudem durch Fotos dokumentiert. Der Bericht könnte also Hinweise auf den Verbleib von Mikes Organen enthalten.

In der Ermittlungsakte würden sich auch die Fotos vom Fundort der Leiche finden. Bernd Mansholt erinnert sich daran, dass an jenem 26. Juli 2016 „massenhaft“ Fotos in den Klippen geschossen wurden. Die Fotos könnten beweisen, dass Mike die GoPro am Gürtel trug, als er gefunden wurde.

Zu einer Ermittlungsakte gehört der Polizeibericht. Darin würden sich Hinweise finden, was die Polizei in den vergangenen Monaten unternommen hat, um Mikes verschwundenen Rucksack oder seine GoPro-Kamera aufzuspüren. Was hat der merkwürdige Bauer aus Dingli wohl der Polizei
gesagt?

Aber in der Akte findet Mansholt keinen detaillierten Obduktionsbericht. Es gibt nur eine einzelne Seite, die knapp die bekannten Aussagen zusammenfasst: fehlende Organe, Tierfraß, Todesursache unbestimmt.

Die Akte enthält kein einziges Foto vom Fundort oder von der Leiche.

Der Polizeibericht endet am Tag nach dem Leichenfund. Hinweise auf eine Suche nach Rucksack, GoPro oder fehlenden Organen gibt es keine, ein Bauer aus Dingli kommt im Bericht nicht vor.

Die Antwort auf die Frage, was die maltesischen Behörden tun, liegt für Mikes Vater nahe: Sie tun nichts.

III. Die Insel

Malta liegt im Mittelmeer, eineinhalb Schiffsstunden südlich von Sizilien. Die Inselgruppe ist dicht besiedelt wie das Ruhrgebiet: 436.000 Einwohner leben hier auf 316 Quadratkilometern, gefühlt hat jeder von ihnen mindestens ein Auto und geht damit ganztägig auf Parkplatzsuche. Der Verkehr ist irrwitzig, Blechschlangen winden sich im Linksverkehr durch Städte wie Sliema, Msida oder Birkikara, die zu einer einzigen Stadt zusammengewachsen scheinen. Mitten drin liegt Valletta, Kulturhauptstadt Europas 2018, die Altstadt voller ockergelber Barockpracht, ein beliebtes Kreuzfahrtziel.

Aber Malta ist mehr als Kultur und Tourismus, Malta ist ein Steuerparadies mitten in Europa. Millionärsyachten liegen in den Häfen. Hunderte Firmen, darunter zahlreiche deutsche, haben hier Niederlassungen, viele davon sind nicht mehr als ein Briefkasten. Wer will, kann für 650.000 Euro die maltesische Staatsbürgerschaft kaufen und wird damit zugleich Bürger der Europäischen Union.

Die maltesischen Steuertricks sind seit Jahren immer wieder Thema journalistischer Enthüllungen: in den sogenannten Malta-Files, in den Panama-Papers, zuletzt in den Paradise-Papers der „Süddeutschen Zeitung“. Vor gut einem Monat zerriss eine Autobombe Daphne Caruana Galizia, eine der bekanntesten Journalistinnen des Landes. Sie hatte an den Enthüllungen mitgearbeitet und die Regierung kritisiert.

In Valletta erinnert ein Foto, gesäumt von Blumen und Lichtern, an Daphne, gleich gegenüber dem Gericht. Ihre Mörder sind unbekannt, der verwendete Sprengstoff deutet auf eine mögliche Beteiligung der Mafia hin.

Seit dem Mord und nach den jüngsten Enthüllungen rund um die Paradise-Papers ist die internationale Kritik lauter geworden am Aufklärungswillen der maltesischen Regierung und der Justiz. In den örtlichen Medien gerät die Polizei zunehmend unter Druck.

Der Sohn von Daphne Caruana Galizia, selbst ein Journalist, und mehrere EU-Parlamentarier beklagen öffentlich ein „Schweigekartell“ auf Malta, einen „Sumpf aus Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung“, eine „Kultur der Straflosigkeit“.

Wie ernsthaft ermitteln die Behörden in einem solchen Land, wenn es um den Tod eines deutschen Jungen geht?

Im Fall Mike Mansholt hat Malta ein „Magistrate Inquiry“ einberufen. Das bedeutet, eine Untersuchungsrichterin benennt verschiedene Experten, die in ihren jeweiligen Fachgebieten ermitteln. Zu dem siebenköpfigen Expertenteam zählt zum Beispiel der Gerichtsmediziner Dr. Scerri. Auch zwei Polizisten sind Teil des Teams.

Ebenfalls Teil des Teams ist Professor Saviour Formosa. Er hat eine Raumanalyse erstellt, sie nimmt mit rund 80 Seiten den größten Platz in der maltesischen Ermittlungsakte ein. In der Raumanalyse geht es um Triangulations-Identifikatoren und Lichtdetektion, am Ende erfährt man zentimetergenaue Horizontal- und Vertikaldistanzen. Was man nicht erfährt, ist, warum Mikes Leiche lag, wo sie lag. Die Fundstelle des Fahrrads ließe sich laut Formosas Analyse damit erklären, dass Mike Mansholt versucht haben könnte, die Felswand vom Gipfel aus hinunterzufahren.

Wer unten vor der Felswand steht, hält vieles für denkbar – aber nicht, dass jemand auf die Idee kommen könnte, sie mit dem Fahrrad hinunterzufahren.

IV. Mike

Mike Mansholt, 17 Jahre alt, in einem Satz: „Mike war zuverlässig hoch drei.“

Das sagt der Vater über seinen Sohn. Ach was, er sagt es über einen Freund: Ihr gemeinsames Hobby war das Modellfliegen, gemeinsam haben sie „Clash of Clans“ gezockt, gemeinsam haben sie sich über Liebeskummer ausgetauscht. Mike sprach über seine Freundin, Bernd über die Trennung damals von Mikes Mutter.

Noch mehr Eigenschaften: „Einfach nett“ war Mike, sagt sein Vater auf Malta, „geradeheraus, experimentierfreudig“. Er sagt aber auch: „Mike war kein Gefahrensucher.“ Bernd Mansholt lächelt stolz, „ich bin sein Vater, ich kann nur Positives sagen“.

Die vielleicht größte Leidenschaft, die Sohn und Vater teilten, war der Sport. An Mikes 18. Geburtstag am 20. August wollten sie gemeinsam auf Island ihren ersten Marathon laufen.

Mike war ein Individualsportler, kein Mannschaftssportler. Seine Sportarten waren Skaten, Radfahren, Laufen, Klettern. Und vor allem: Gerätturnen. „Nicht Geräteturnen“, sagt sein Vater, „darauf hat er großen Wert gelegt: Gerätturnen, ohne E. Ich habe ihn dann immer damit aufgezogen: Deshalb bist Du auch Fluggerätmechaniker, nicht Fluggerätemechaniker.“ Der Vater lacht.

Mike war Auszubildender bei Airbus, er hatte sich gegen Hunderte von Bewerbern durchgesetzt. Die Oberschule in Ofenerdiek hatte er zuvor als bester Junge seines Jahrgangs abgeschlossen. Sein Vater lächelt wieder: „Klar bin ich stolz auf meinen Jungen.“

Noch eine gemeinsame Leidenschaft gab es: das Reisen. Als Familie Mansholt 2004 zu ihrer berühmt gewordenen Weltumseglung aufbrach („Wir hauen ab“), war Mike fünf Jahre alt. Die Familie kehrte nach Oldenburg zurück, die Reiselust blieb. Zuletzt war Mike gemeinsam mit seinem Vater Goldwaschen am Yukon River in Kanada.

Malta, die Felsen, das Radfahren, draußen sein: „Das war sein Ding“, sagt der Vater.

Es war Mikes erste Reise allein. Er flog nach Malta, um seine Freundin zu treffen, die dort einen Sprachkursus machte.

„Mensch“, sagte der Vater zum Sohn, „meine erste Reise ging mit dem Fahrrad zum Zelten ins Nachbardorf. Du fliegst gleich nach Malta. Was soll danach kommen? Der Mars?“

Bernd Mansholt blickt in den Nachthimmel über Malta und schweigt. Mike hat die weiteste Reise überhaupt angetreten. Ohne ihn.

Da liegt ein Junge tot in den Klippen. Woran ist er gestorben? Es gibt mindestens sieben verschiedene Szenarien.

1. Mike ist abgestürzt.

Dagegen spricht neben dem Fundort die Unversehrtheit seiner Leiche. Die deutschen Gerichtsmediziner zumindest haben keinen Zweifel: Ein Absturz aus 25 bis 30 Metern Höhe sei praktisch auszuschließen.

2. Mike wurde versehentlich von Jägern erschossen.

Dagegen spricht ebenfalls die Unversehrtheit der Leiche, im Körper wurden keinerlei Fremdkörper gefunden.

3. Mike hatte einen Unfall oben auf der Straße, vielleicht wurde er angefahren. Um den Unfall zu vertuschen, hat der Autofahrer den verletzten Mike oder seine Leiche in die Klippen gebracht oder hinuntergeworfen.

Auch gegen einen Unfall spricht die Unversehrtheit der Leiche, ebenso gegen ein Runterwerfen des Leichnams. Sollte ein zweiter Unfallbeteiligter die Leiche nach unten getragen haben, stellt sich die Frage, warum er ein so seltsames Arrangement wählte mit Fahrrad und Schuhen. Eine beteiligte zweite Person könnte immerhin eine Erklärung dafür sein, dass Rucksack und GoPro-Kamera verschwunden sind.

4. Mike ist Opfer eines Raubmords geworden. Dafür spricht das Fehlen seiner Wertsachen, dagegen spricht abermals die äußere Unversehrtheit der Leiche und das Fehlen von Fremdkörpern wie Metallteilen im Körper. Andere Todesursachen lassen sich nicht feststellen, weil die inneren Organe und das Gehirn verschwunden sind.

5. Mike ist von Organhändlern getötet worden. Dagegen spricht, dass Organe nicht in der freien Natur entnommen werden können, wenn sie transplantiert werden sollen. Die Mörder müssten also Leiche, Fahrrad und Schuhe nach der Organentnahme zu den Klippen gebracht und dort wie später vorgefunden arrangiert haben.

6. Mike hat Suizid begangen. Seine Freundin hatte die Insel (wie geplant) einen Tag zuvor verlassen. Abgesehen davon, dass Mikes Vater einen Suizid ausschließt und es keinerlei Hinweise darauf gibt, bliebe die Frage nach der Todesursache. Von den Klippen gestürzt haben kann er sich aus den oben genannten Gründen nicht. Medikamente, Gift, Erstickungstod lassen sich wegen der fehlenden Organe nicht nachweisen.

7. Mike ist an Erschöpfung gestorben, an Hitze, Anstrengung, Flüssigkeitsmangel. Belegen oder widerlegen lässt sich das wegen der fehlenden Organe nicht.

Sieben mögliche Szenarien, die nach Bekanntwerden des Todes von Mike Mansholt in Deutschland öffentlich hitzig diskutiert wurden.

Werden sie auch auf Malta diskutiert?

Der Polizeibericht endet am Tag nach dem Leichenfund.

Einen Monat später liefert Professor Saviour Formosa seine Raumanalyse ab.

Einen weiteren Monat später hält Richterin Marse-Ann Farrugia, die Untersuchungsrichterin, in zwei knappen Sätzen fest: Es gibt keinen Hinweis auf die Beteiligung anderer Personen am Tod von Mike Mansholt oder auf ein Verbrechen.

Damit stoppen die Ermittlungen offenbar.

Aus einer Anfrage des maltesischen Parlaments geht hervor, dass Richterin Farrugia die zweithöchste Zahl an unerledigten Ermittlungsverfahren vor sich herschiebt: Insgesamt sind es 99 offene „Magistrate Inquiries“.

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Mike Mansholt wegen des Verdachts des Totschlags. Vor wenigen Tagen haben die deutschen Ermittler ein weiteres Rechtshilfeersuchen auf den Weg gebracht, das nach den fehlenden Organen fragt, nach der nicht nachvollziehbaren Absturz-Theorie und nach möglichen Personen, mit denen Mike Mansholt auf Malta vielleicht gesehen worden ist. Das Rechtshilfeersuchen muss über Justizministerium, Auswärtiges Amt, Botschaft nach Valletta gebracht werden. „Die Einflussmöglichkeiten der Oldenburgischen Justiz sind begrenzt, da es sich bei Malta um einen souveränen Staat handelt“, teilt Torben Tölle mit, Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg.

VI. Die Verbündeten

Vor der deutschen Botschaft auf Malta hängen die Flaggen schlapp im Wind. Im Innern nimmt ein Wachmann Haltung an. Besucher müssen durch eine Sicherheitsschleuse gehen, anschließend sammelt die Wache Taschen und Mobiltelefone ein.

Noch wachsamer ist die Botschaftssekretärin. Sie begrüßt Bernd Mansholt, dann wendet sie sich mir zu, dem Journalisten. „Sie dürfen nicht mit“, sagt sie, „weil Sie Reporter sind.“

Deutsche Behörden haben eine Auskunftspflicht gegenüber Journalisten. Das bedeutet aber nicht, dass die deutsche Botschaft Valletta Auskunft geben muss über etwas, das die deutsche Botschaft Valletta betrifft. Auskünfte gibt nur das Auswärtige Amt in Berlin, „so ist leider die Regel hier“.

Aus dem Auswärtigen Amt heißt es dann: Der Fall Mike Mansholt sei der Botschaft bekannt, das Ermittlungsverfahren liege außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Botschaft. Man habe Herrn Mansholt aber zugesichert, „zu prüfen, was hier vonseiten der Botschaft unterstützend getan werden kann“.

In seinem Hotel in Sliema, nur wenige Schritte von Mikes Hotel entfernt, tut Bernd Mansholt lieber selbst etwas. Er schreibt Bittbriefe an den maltesischen Premierminister, an den Justizminister, an ihre Kommunikationschefs.

Ich laufe derweil die beteiligten Institutionen ab und stelle Presseanfragen. An das Polizei-Hauptquartier. An die Generalstaatsanwaltschaft. An Dr. Scerri, den Gerichtsmediziner. Antworten bleiben zumeist aus, mal will jemand meinen Presseausweis sehen, mal bittet jemand um Geduld (und meldet sich nicht wieder). Ich möchte vor allem wissen: Ist der Fall noch offen? Ermittelt auf Malta noch jemand?

Die Generalstaatsanwaltschaft verweist auf das maltesische Recht und erklärt, auf Malta seien solche Verfahren geheim, man könne deshalb nichts sagen.

Die Generalstaatsanwaltschaft verweist auf das maltesische Recht und erklärt, auf Malta seien solche Verfahren geheim, man könne deshalb nichts sagen.

Ich frage auch die Universität von Malta, sie liegt direkt neben dem Mater-Dei-Hospital. Kann es sein, dass Organe aus der Leichenhalle im Fachbereich Medizin der Universität für Forschungs- oder Ausbildungszwecke verwendet werden? Konkret: Hat die Fakultät um den 27. Juli 2016 herum Organe erhalten?

Das müsse er mit dem Fachbereich Medizin besprechen, teilt ein Sprecher der Universität mit, er bittet um Geduld.

Vor der Altstadt von Valletta liegen prustende Kreuzfahrtschiffe, in der Altstadt schieben sich die Kreuzfahrer durch die Souvenirshops. Einige Touristen bleiben vor dem Gedenkmal für Daphne Caruana Galizia stehen und schießen Erinnerungsfotos. Hier, nur wenige Schritte vom Gericht entfernt, hat Dr. Veronique Dalli ihr Büro, früher Fernsehjournalistin, heute Rechtsanwältin, 37 Jahre alt. Sie hat einen Verdacht, was die Ermittler mit dem Fall Mike Mansholt getan haben: „Sie haben ihn ins Regal gestellt!“

Dalli ist eine der wenigen Verbündeten von Bernd Mansholt auf Malta. Sie hat bereits das Gericht um weitere Ermittlungen gebeten (vergeblich). Jetzt setzt sie ein neues Gesuch auf, diesmal adressiert an den Polizeipräsidenten. Sie weist ihn auf die Widersprüche und offenen Fragen im Fall Mike Mansholt hin und fordert ihn auf: „Bitte untersuchen Sie das!“

Mansholts zweiter Verbündeter sitzt an einer Ausfallstraße am Stadtrand in einem engen Großraumbüro: Matthew Xuereb ist Nachrichtenchef der „Times of Malta“, der größten Tageszeitung auf der Insel mit rund 20.000 Exemplaren. („Und Facebook“, sagt Matthew, „Facebook ist: wow, so big!“) Matthew ist 39, seit 17 Jahren berichtet er über Verbrechen, sein Urteil zum Fall Mike Mansholt lautet: „Das ist sehr mysteriös.“

Matthew glaubt nicht, dass maltesische Matthew glaubt nicht, dass maltesische Polizisten schlechter arbeiten als andere Polizisten. Er glaubt auch nicht an eine „Kultur der Straflosigkeit“ auf Malta. Er glaubt aber, dass der Fall Mansholt jetzt „im System“ festhänge des „Magistrate Inquiry“ mit den sieben Experten: „Die Polizei ist da raus.“

Oder mit den Worten von Anwältin Dalli: Der Fall steht im Regal.

Bernd Mansholt hat eine neue Idee: Er setzt eine Belohnung von 10.000 Euro aus für denjenigen, der ihm Mikes verschwundenen Rucksack oder die GoPro-Kamera bringen kann. Matthew Xuereb verspricht, in dieser Woche einen großen Artikel darüber zu schreiben.

VII. Die Klippen, noch einmal

Bernd Mansholt klettert auf die Felsen. Er steigt über die Chrysanthemen, hangelt sich ein paar Meter höher.

Vielleicht war es ja so, sagt er:

Mike ist völlig erschöpft, diese Hitze, die kilometerlangen Straßen hoch nach Dingli, nirgendwo Schatten. Hat er genug zu trinken dabei? Ist er dehydriert? Er fährt in die erste Sackgasse, dann in die zweite. Was soll er tun? Den ganzen Weg zurückradeln? Mike ist ein erfahrener Kletterer. Kann er die 30 Meter hinaufklettern?

Vielleicht schultert er das Mountainbike. Er kommt ein paar Meter weit, ungefähr bis dort, wo jetzt sein Vater steht. Dann geht nichts mehr. Erleidet er einen Hitzschlag? Einen Schwächeanfall? Wirft er das Fahrrad noch in den nahen Strauch, damit es keinen großen Schaden nimmt? Zieht er die Schuhe aus, um ein bisschen Luft zu spüren? Verliert er die Orientierung? Er wankt hinab, legt sich in die Mulde. Die Sonne brennt gnadenlos vom Meer her, hier wirft ein Felsbrocken ein wenig Schatten.

Und dann stirbt Mike.

War es so, wie es sich Mikes Vater vorstellt?

Die deutschen Gerichtsmediziner halten es für denkbar, aber nicht beweisbar.

Bernd Mansholt hat auch eine Theorie zu den verschwundenen Organen. Er hält es für wahrscheinlich, dass die maltesischen Gerichtsmediziner, die 29 tote Flüchtlinge in drei Tagen untersuchen können, auch bei Mike eine Schnell-Obduktion vorgenommen haben. Dass sie seine Organe entnommen und anschließend nicht in den Körper zurückgelegt haben. Dass sie die Organe weggeworfen oder in die nahe Universität verbracht haben. Und dass sie das jetzt vertuschen wollen.

Beim letzten Mal war Bernd Mansholt mit Maria auf Malta, Mikes Schwester. Er lächelt, als kleine Kinder waren die beiden wie Hund und Katze, später dann die besten Freunde.

Vater und Tochter haben eine Gedenktafel an die Felswand geklebt. „Mike Mansholt“, steht darauf, „Du wirst geliebt und vermisst.“ Der Vater ist Goldschmied, in seiner Werkstatt in Oldenburg arbeitet er zurzeit an einer neuen, schöneren Gedenktafel. Bald will er ein viertes Mal nach Malta reisen, wieder mit Maria. Gemeinsam wollen sie die neue Tafel anbringen.

Er geht den schmalen Pfad zurück zum Gipfel. Das Gatter ist jetzt geschlossen, „Privateigentum“ steht auf einem Schild, „Zutritt verboten“.

„Nichts da“, sagt Bernd Mansholt grimmig: „Dieser Ort hier gehört mir!“

Karsten Krogmann

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 Betreff des Beitrags: Re: >>>> Familientragödien
 Ungelesener Beitrag Verfasst: Samstag, 25. November 2017, 09:23:24 
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Registriert: Dienstag, 13. November 2012, 14:49:09
Beiträge: 11122
Ich finde diesen Fall sehr tragisch. An die Suche nach dem Jungen kann ich mich noch gut erinnern.

Hoffentlich bekommt die Familie ihre Antworten. Denn nur dann werden sie irgendwann mit dem Tod von Mike abschliessen können.

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