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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 01. Juni 2018, 00:20:40 
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03. Mai 2018 15:39 Uhr

Chronik

Mordprozess im Fall Roland Krenn: Urteil nun erst im Juni

Der Zeitplan in dem Salzburger Mordprozess gegen drei Angeklagte, der in der kommenden Woche mit einem Urteil zu Ende gehen hätte sollen, ist nicht einzuhalten. Am fünften Verhandlungstag am Donnerstag erklärte der vorsitzende Richter Christian Ureutz, dass der Prozess zur weiteren Beweisaufnahme auf Juni vertagt wird. Konkret wird am 18., 19. und 20. Juni weiterverhandelt.

Nach der Gutachtenserörterung und der Einvernahme von rund zehn Zeugen hatten die Verteidiger wie auch die Staatsanwältin am Mittwoch sowie auch noch am Donnerstag Beweisanträge gestellt bzw. dazu Ergänzungen vorgenommen. Es handelt sich etwa um weitere Zeugenbefragungen und ein Experten-Gutachten zum Nachweis von digitalen Spuren auf den Mobiltelefonen und in den Google-Accounts der Angeklagten.

Wie berichtet wird einem 24-jährigen Flachgauer Musiker und dessen 21-jähriger Ex-Freundin die Ermordung des vermögenden Salzburger Roland Krenn (63) angelastet. Ein ebenfalls angeklagter Wirt (29) soll sie dazu angestiftet haben. Ins Interesse rückte dabei vor allem der SMS-Verkehr zwischen den Angeklagten vor der Tat und wer sich wann an welchen Örtlichkeiten aufgehalten hat. Der Schwurgerichtshof unter Vorsitz von Richter Christian Ureutz gab den Beweisanträgen schließlich teilweise statt. Der Mordprozess wurde zur weiteren Beweisaufnahme vertagt und wird am 18., 19. und 20. Juni fortgesetzt. So soll ein IT-Experte die digitalen Spuren der drei Angeklagten auf ihren Handys und im Internet analysieren, um bisherige Widersprüche im Prozess aufzuklären. Laut Anklage der Salzburger Staatsanwaltschaft sollen der 24-jährige Musiker (Verteidiger: RA Franz Essl) und dessen damalige, mittlerweile 21-jährige Freundin (Verteidiger: RA Kurt Jelinek) den vermögenden Salzburger Akademiker Roland Krenn nach der Verabreichung von Pralinen, in denen sieben bis acht Tabletten des Medikaments Noctamid gemischt waren, in dessen Villa in der Stadt Salzburg am 19. Juli 2016 getötet haben. Der 29-jährige Gastwirt (Verteidiger: RA Jörg Dostal) habe das Paar zu der Tat angestiftet. Das Motiv sei gewesen, aus dem Nachlass des Salzburgers ein schönes Leben zu führen. idpt.que.push(function() { idpt.loadAds(["inRead"]); idpt.renderAd("inRead"); }); Die Leiche von Roland Krenn wurde am 12. Mai 2017 in einem aufgelassenen Schweinestall auf dem Grundstück des Gastronomen im Innviertel nach einem Hinweis des bereits in Verdacht geratenen Musikers gefunden. Das beschuldigte Trio bestreitet eine Tötungsabsicht. Die drei wurden wegen Mordes, schweren Raubes und Einbruchdiebstahls angeklagt. Der Musiker bekannte sich zum Raub mit Todesfolge und zum Einbruchsdiebstahl für schuldig. Die beiden Mitangeklagten beteuerten ihre Unschuld. (SN)

https://www.sn.at/salzburg/chronik/mord ... i-27470476


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Donnerstag, 14. Juni 2018, 08:01:52 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
Beiträge: 1865
Krenn-Prozess: Finale
14.06.2018 06:00
Neues Gutachten über Mordangeklagten gefordert
Bevor der Prozess rund um den Mord am vermögenden Salzburger Dr. Roland Krenn am kommenden Montag in die Endphase geht, verlangt der Verteidiger des Hauptangeklagten ein neues psychiatrisches Gutachten über seinen Mandanten. Der Befund der Sachverständigen Dr. Adelheid Kastner soll mangelhaft sein.

Die Psychiatrische Gerichtsgutachterin hatte dem Hauptangeklagten Richard H. eine Persönlichkeitsstörung, die auf einer „höhergradigen seelisch-geistigen Abnormität beruht“, attestiert. Sie sieht die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gegeben.

Der Verteidiger von Richard H., Dr. Franz Essl, ließ wegen Zweifel an der ersten Expertise ein Privatgutachten anfertigen. Dieses widerspricht dem Schreiben von Kastner in gleich mehreren wichtigen Punkten. So sei die Psychiaterin nicht auf die ADHS-Störung (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) des Angeklagten eingegangen, die diesem aber bereits von mehreren Experten attestiert wurde.

Laut dem Privatgutachten zählt ADHS nicht zu jenen Beeinträchtigungen, durch die die Zurechnungsfähigkeit aufgehoben wird. Zu einer erhöhten Aggressionsneigung sei es vor allem durch den Drogenmissbrauch gekommen. Der Privatgutachter fand keine Hinweise auf eine Wahnerkrankung. Er hält eine Einweisung für falsch. Auch sei nicht von einer weiteren bzw. besonderen Gefahr durch den Mann auszugehen.

Da diese Expertise vor Gericht nicht anerkannt wurde, will Anwalt Essl bei der Prozessfortsetzung erneut einen Antrag auf Einholung eines zweiten psychiatrischen Gutachtens einbringen.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die Arbeit von Dr. Kastner angezweifelt wird. Auch in anderen Prozessen wurden bereits weitere Gutachten eingeholt, die die Ergebnisse Kastners zum Teil widerlegten.

Vom Tisch sind auch die Ermittlungen gegen zwei Kripobeamte, die obwohl das Ermittlungsverfahren schon abgeschlossen war, auf den Google-Account der Drittangeklagten Anna M. zugegriffen hatten. Der Verteidiger von Anna M. hatte Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen mangels „Anfangsverdacht“ - wie es heißt - eingestellt.

Im Mordprozess soll am kommenden Mittwoch ein Urteil fallen. Bis dahin dürfte es noch spannend werden.

https://www.krone.at/1722847


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 19. Juni 2018, 09:34:22 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
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Mordfall Roland K.: Am Dienstag könnte es ein Urteil geben
SALZBURG/HAIGERMOOS. Im Prozess um den Mord an Roland K., dessen Leiche in Mai des Vorjahres in einem Schweinestall im Innviertel gefunden worden war, könnte es bald ein Urteil geben. Auch ein Wirt aus Haigermoos ist angeklagt.

Am Montag sind vor Gericht digitale Spuren der drei Angeklagten am mutmaßlichen Tattag 19. Juli 2016 mit der Frage beleuchtet worden, wer von ihnen lügt. Der hauptbeschuldigte Musiker (25) und seine Ex-Freundin (21) schoben Widersprüchlichkeiten der Ermittlungsergebnisse mit ihren Aussagen jeweils dem anderen in die Schuhe.

Laut Anklage, die auf den Angaben des Musikers basiert, sollen er und seine damalige Freundin den vermögenden Akademiker (63) nach der Verabreichung von Pralinen, in denen sieben bis acht Tabletten des Medikaments Noctamid gemischt waren, in dessen Villa in der Stadt Salzburg getötet haben.

Ein befreundeter 29-jähriger Wirt aus dem Innviertel habe das Paar zu der Tat angestiftet. Das Motiv sei gewesen, aus dem Nachlass des Salzburgers ein schönes Leben zu führen. Die Leiche von Roland K. wurde am 12. Mai 2017 in einem aufgelassenen Schweinestall auf dem Grundstück des Gastronomen in Haigermoos (Bezirk Braunau am Inn) nach einem Hinweis des bereits in Verdacht geratenen Musikers gefunden. Dieser gestand einen Raub ohne Tötungsvorsatz ein, die beiden anderen Angeklagten beteuerten ihre Unschuld.

Widersprüchlichkeiten bei Klinik-Besuch
Am heutigen Verhandlungstag am Landesgericht Salzburg wurde die 21-Jährige erneut befragt, ob ihre Angaben tatsächlich stimmen, wonach sie am Nachmittag des 19. Juli 2016 wegen Schlafstörungen die Ambulanz der Salzburger Christian-Doppler-Klinik (CDK) aufgesucht und von einer Ärztin einen Notizzettel mit einer Auflistung von mehreren Schlafmitteln erhalten habe, darunter Noctamid, das sie noch am selben Tag von einer Hausärztin verschrieben bekam und in einer Apotheke erhalten hatte. "Ja, ich war kurz in der CDK. Es ist mir psychisch nicht gut gegangen. Ich habe drinnen mit der Ärztin geredet, sie hat mich zu meiner Hausärztin verwiesen." Die Ärztin habe ihr auch den Zettel mit den Medikamentenvorschlägen gegeben.

Ein Primar der Klinik hatte heute jedoch als Zeuge ausgeschlossen, dass eine Ärztin quasi im Vorbeigehen zu einer Patientin sagt, sie solle zur Hausärztin gehen und sich Medikamente verschreiben lassen, die sie auf einem Zettel notiert. "Wurde die Angeklagte damals in der Ambulanz behandelt?", fragte der Vorsitzende des Geschworenengerichtes, Richter Christian Ureutz. "Es gibt keine Eintragung im System", antwortete der Professor. Eine Behandlung ohne Anmeldung bei einer Krankenschwester und ohne Aufnahme der Patientin in das System sei nicht möglich. Die verschriebenen Medikamente müssten in einem Dekurs vermerkt werden. An jenem Nachmittag habe ein männlicher Kollege in der Ambulanz Dienst gehabt, sagte der Mediziner. Vor einer Behandlung durch einen Arzt sei auch mit einer Wartezeit von einer halben bis zu zwei Stunden zu rechnen, so der Zeuge. Dazu die Angeklagte: Sie habe die Dauer des Besuches vermutlich mit einem früheren Besuch der Klinik am 28. Juni verwechselt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 21-Jährige damals nicht in der Klinik war. Laut den Standortdaten ihres Handys war die Frau im Nahbereich der Klinik rund fünf Minuten eingeloggt. Ein IT-Experte der Polizei aus Innsbruck legte heute dar, dass die Genauigkeit der Standortangabe von Google bei 68 Prozent liege. Der Radius betrage zumeist 20 Meter, es gebe auch Unschärfen mit Radien von 1.000 Metern oder mehr.

Ehemaliges Paar belastete sich gegenseitig
Was den Einkauf um 16.45 Uhr bei einem Supermarkt im Flachgau am späten Nachmittag des 19. Juli 2016 betrifft, in dem laut Ermittlungsergebnissen jene Zutaten mittels Bankomatkarte der 21-jährigen gekauft wurden, die nach den Schilderungen des Musikers für das gemeinsame Abendessen mit "Garnelen und Salat" der beiden mit Roland K. und für die Herstellung der mit Schlafmittel versehenen Pralinen benötigt wurden, belasteten sich der 25-Jährige und seine Ex-Freundin gegenseitig. Der Musiker meinte, die 21-Jährige habe die Waren eingekauft. Er habe damals auch nicht, wie die Frau erklärt hatte, ihre Bankomatkarte öfters verwenden dürften. "Ich habe zu dieser Zeit noch Geld gehabt, ich habe ihren Bankomat-Code nicht gewusst."

Seine Ex-Freundin beteuerte hingegen, dass der Musiker, in den sie sehr verliebt gewesen sei, sowohl den Code ihrer Bankomatkarte also auch das Passwort für den Zugang zu ihrem Google-Account im Internet gewusst habe. Zur Erläuterung: Am Tattag wurde in ihrem Account der Wirkstoff von Noctamid zusammen mit Alkohol gegoogelt. Laut ihrem Verteidiger Kurt Jelinek müsse das aber der Musiker gewesen sein. Der Anwalt ist der Ansicht, dass der Musiker seine Mandantin aus Eifersucht belastet.

"Es hat fast jeden zweiten Tag Garnelen gegeben"
Die Angeklagte beteuerte zudem, sie habe an jenem 19. Juli 2016 "definitiv nicht den Einkauf bei Billa getätigt". "Ich habe mit meinem Hund draußen gewartet. Wir haben ausgemacht, dass ich die Einkäufe zahle und er die Miete." Der Musiker habe auch immer wieder mit ihrer Bankomatkarte abgehoben und eingekauft, weil er gemeint habe, sie sei "zu blöd" dafür. Den polizeilichen Erhebungen zufolge standen auf dem Billa-Kassazettel Lebensmittel wie Iglo Jumbo Garnelen, Iglo Königsgarnelen, Vogerlsalat, Schnittsalat, Biokarotten, Kuvertüre weiße Schoko und Haselnuss Krokant. "Es hat fast jeden zweiten oder dritten Tag Garnelen gegeben", meinte die Angeklagte noch.

Die Verteidigung stellte am Vormittag insgesamt sechs Beweisanträge, diese wurden allesamt abgelehnt. Am Nachmittag wurden laut einem Gerichtssprecher noch Akten verlesen, anschließend sollte mit den Plädoyers begonnen werden.

Das Urteil wird entweder morgen oder am Mittwoch erwartet. Zumindest die Staatsanwältin sollte heute zu Wort kommen, möglicherweise auch noch der Opferanwalt. Die Plädoyers der drei Verteidiger sind für morgen, Dienstag, geplant.

http://www.nachrichten.at/oberoesterrei ... 73#ref=rss


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 26. September 2018, 15:54:09 
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Lange Haftstrafen im Mordfall um den Millionär Roland Krenn
von Michael Hudelist


Mit hohen Haftstrafen endete am Mittwoch ein Geschworenenprozess gegen drei Angeklagte, die den Tod des 63-jährigen Millionärs Roland Krenn verschuldet haben sollen. Ein 24-jähriger Musiker aus Obertrum und seine damalige Freundin sollen am 19. Juli 2016 das Opfer mit Schlafmitteln in Pralinen betäubt und anschließend gefesselt im Keller seiner Villa liegen gelassen haben, dort sei Krenn dann verstorben. Die Leiche wurde erst acht Monate später in einem Schweinestall im Innviertel versteckt gefunden, die Todesursache konnte wegen starker Verwesung nicht mehr festgestellt werden.


Der Musiker wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt und gleichzeitig in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, seine damalige Freundin zu 7 Jahren Haft. Der mitangeklagte 29-jährige Gastwirt erhielt 16 Jahre, er soll das Pärchen angestiftet haben. Alle Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der sechstägige Prozess wurde von großem Medieninteresse begleitet, die monatelange Suche nach dem vermissten Millionär und das spätere Auffinden der Leiche in einem Schweinestall hatten für große Aufregung gesorgt. Staatsanwältin Sabine Krünes gründete ihre Anklage fast ausschließlich auf die Aussagen des Musikers. Dieser sei bei einer Einvernahme als Zeuge sehr nervös gewesen, nach seiner Festnahme habe er duzende Versionen der Tat geliefert und Mitte Mai 2017 schließlich das Versteck der Leiche preis gegeben.

https://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2 ... Krenn.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 26. September 2018, 15:55:19 
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Mordfall Krenn: Erbkrimi um viele Millionen
Zwei Frauen streiten um das enorme Vermögen des ermordeten Roland Krenn. Auch um eine Villa im Süden der Stadt. Beide haben ein Testament. Bei einem gibt es brisante Widersprüche.
Es war ein grausiges, heimtückisches Verbrechen. In einem Schweinestall im Innviertel wurde der Salzburger Immobilienbesitzer und Privatier Roland Krenn (63) im Mai 2017 ermordet gefunden. Drei junge Leute und Bekannte Krenns sind (nicht rechtskräftig) verurteilt.

Das Motiv: Krenns Vermögen. Der Millionär, der aus der ÖWD-Dynastie erbte, besaß ein Zinshaus, drei Eigentumswohnungen in bester Stadtlage und in Wals, eine Villa an der Hellbrunner Allee, ein Seegrundstück in Fuschl, ein Bauernhaus im Burgenland, ein Waldgrundstück; Krenn hatte teure Motorräder, darunter Harley Davidson, Oldtimer, Luxusautos, Schmuck, Wertgegenstände und Gold, wie seine letzte Geliebte und Freundin, Ursula P. (44), sagt. Krenn selbst habe ihr „einen Plastiksack voll mit Goldmünzen“ gezeigt. Sie seien verschwunden.

Ermittlungen eingestellt
Am Bezirksgericht Hallein startet demnächst ein Verfahren um das Erbe. Denn Krenns Ex-Freundin und seine 56-jährige Schwester verfügen jeweils über ein Testament, das sie als Alleinerbin vorsieht. P.s Dokument vom 29. Oktober 2015 wurde vor einem Salzburger Notar unterfertigt. Jenes der Schwester vom 20. März 2016 ist von drei Zeugen beglaubigt und wird vom Gericht als das aktuellere anerkannt. Ursula P. hat die Schwester bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, da sie die Echtheit des Testaments bezweifelt. „Es ist unter fragwürdigen Umständen entstanden, die Justiz geht dem nicht in gebührender Weise nach“, sagt die 44-jährige Juristin.

Fakt ist: Das Ermittlungsverfahren gegen die Schwester wurde vor kurzem eingestellt. Der Verdacht, wonach ein „gefälschtes Testament“ vorliegen könnte, sei widerlegt, so Staatsanwalt Roland Finster in seiner Begründung. Das graphologische Gutachten verleihe „den Zeugen sowie der Beschuldigten Glaubwürdigkeit“. Allerdings sind dem Ankläger ein paar brisante Details entgangen – oder er hat sie schlicht nicht gelesen.

So ist der dritte Zeuge auf dem Testament, der mit krakeliger Hand unterzeichnet, laut Polizei unbekannt. Auch der Gerichtskommissär habe dies nicht erhoben, das Testament entspreche den damaligen Anforderungen (seit 2017 müssen Zeugen identifizierbar sein). Die beiden übrigen Zeugen sind der Lebensgefährte und eine Freundin der Schwester. Sie schilderten nahezu wortgleich das Zustandekommen des Testaments vier Monate vor Krenns Verschwinden.

Testament entstand am Fuschlsee
Man sei am Palmsonntag 2016 beim Wochenendhaus der Schwester am Fuschlsee mit Laubarbeiten beschäftigt gewesen. Krenn, der angrenzend ein Blockhaus hat, sei ebenfalls vor Ort gewesen. Er habe ihn und die Freundin kurz zu sich gebeten, so der Lebensgefährte.
„Beim Blockhaus lag auf dem Tisch der Veranda ein Schriftstück. Roland sagte zu uns, das ist mein letzter Wille, könnt ihr mir das als Zeugen unterschreiben“ (Polizeiprotokoll). Beide hätten den Text „nur kurz überflogen“ und nicht lesen können, wen Krenn bedachte. Roland Krenn habe dann „vor unseren Augen unterschrieben“, sein Kugelschreiber sei an die beiden Zeugen „weitergereicht“ worden.
Erst am Abend erzählte der Lebensgefährte Krenns Schwester von der Begebenheit. Diese fand das Testament 16 Monate später in einer schwarzen Mappe in der Villa des abgängigen Bruders, zusammen mit P.s Testament und einem noch älteren Vermächtnis zu Gunsten der Schwester. Noch am selben Tag, dem 3. Mai 2017, trug der Notar die Verfügung ins Testamentsregister ein. Neun Tage später wurde Krenns Leiche gefunden.
Das Gutachten des Schriftsachverständigen Wolfgang Caspart widerspricht den Zeugen diametral. Zwar sei Krenns Unterschrift echt, es seien jedoch „unterschiedliche Kugelschreiberpasten“ verwendet worden. „Das zeigte sich unter verschiedener Beleuchtung. Was immer die Zeugen sagen, es war nicht derselbe Kugelschreiber“, sagt Caspart zum SF. Krenns Schwester wollte sich nicht äußern, sie reagierte verärgert. Anwalt Michael Hofer ist nicht mehr mit der Causa befasst. In der Kanzlei von Franz Teufel wollte man eine Anfrage wegen Urlaubs nicht weiterleiten. Ursula P. hat vorige Woche mit einer 40-seitigen Eingabe die Fortführung der Ermittlungen beantragt. Die Staatsanwaltschaft oder ein Richtersenat werden nun darüber entscheiden, sagt Sprecher Marcus Neher.

Von Sonja Wenger

https://www.salzburger-fenster.at/2018/ ... millionen/


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Mittwoch, 26. September 2018, 15:56:09 
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Registriert: Donnerstag, 04. Januar 2018, 18:43:55
Beiträge: 1865
Die Testamente des Millionärs
Mordfall Krenn wird nun in Wien geprüft. Viele Geheimnisse liegen noch im Dunkeln.

Der Mordfall Roland Krenn geht in die nächste Runde. Der Gerichtsakt ist auf dem Weg nach Wien, wo der OGH und die Generalprokuratur sich mit den Rechtsmitteln der Verteidigung befassen werden. Sein Mandant sei kein Psychopath und Mörder, sagt Anwalt Franz Essl. Der Tod des 63-Jährigen sei Folge eines „schief gelaufenen schweren Raubs“ gewesen. Drei junge Leute wurden wegen Mordes zu sieben bis 16 Jahren (nicht rechtskräftig) verurteilt.


Er bedachte Freundinnen
Möglicherweise bringt die Befassung der obersten Anklagebehörde eine Wende. Die Generalanwälte prüfen die korrekte Arbeit der Justiz und haben auch schon Urteile aufgehoben. So etwa im Prozess um die Millionenbetrügereien mit gefälschten Testamenten am Bezirksgericht Dornbirn, die in Salzburg verhandelt wurden. Auch im Fall des Salzburger Privatiers seien noch nicht alle Geheimnisse gelüftet, glauben Kenner. „Es geht um sehr viel Geld, es gibt zwei widerstreitende Testamente und viele Ungereimtheiten“, meint Anwalt Kurt Jelinek, der die verurteilte 21-Jährige vertritt.

Motiv Habgier
Im Zentrum steht Habgier. Roland Krenn hat zu Lebzeiten offenbar vielen Personen versprochen, sie zu Erben zu machen; Krenn besaß zahlreiche Liegenschaften, Autos, Motorräder, Wertgegenstände, er bezahlte Rechnungen mit einer American Express Gold Card. Tatsächlich gibt es mehrere Testamente, darunter für (ehemalige) Partnerinnen sowie ein altes für die Schwester.
Doch dann lernte der Lebemann, der gern Alkohol trank, in einem Lokal den 25-jährigen Hauptangeklagten kennen. Der arbeitslose Musiker lebte von 780 Euro und konsumierte Kokain. Laut Anklage habe sich bald „eine innige Freundschaft“ entwickelt. Die möglicherweise weniger echt war als auf dem Papier steht.

„Parasitärer Lebensstil“
Denn die psychiatrische Gerichtsgutachterin attestierte dem 25-Jährigen einen „parasitären Lebensstil“ und eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung mit „pathologischem Lügen“. Als Krenn meinte, er wolle den jungen Mann adoptieren, ihn zum Universalerben machen, war sein Schicksal besiegelt. Am 19. Juli 2016 betäubten der Musiker, seine Freundin und ein Wirt (30, als Anstifter) Krenn im Zuge eines Abendessens mit Alkohol und einem Schlafmittel, knebelten ihn in seiner Villa, wo er erstickte. Anschließend raubten sie Kameras, Schmuck, Münzen, Uhren, einen Teddybären mit eingenähtem Gold. Der eigentliche Plan, sich mit Krenns Vermögen „ein schönes Leben“ zu machen, ging nicht auf. Denn es liege ein Testament für ihn bei einem Notar, erzählte der 25-Jährige einem Mithäftling. Ob es tatsächlich existiert, ist nicht bekannt.

Telefonat in der Mordnacht
Ungeklärt ist auch, warum der 25-Jährige in der Mordnacht mit dem Lebensgefährten von Krenns Schwester telefonierte. Anwalt Franz Essl sagt: „Vergessen Sie das, der hat mit Tod und Teufel telefoniert.“ Fakt ist, dass der Lebensgefährte nunmehr Zeuge auf einem umstrittenen Testament ist, das Krenns Schwester begünstigt. Es soll am 20. März 2016 am Badeplatz Krenns entstanden sein. Die zweite Zeugin ist eine Freundin der Schwester, der dritte Zeuge ist unbekannt und bis heute nicht identifiziert. Die Justiz anerkennt das Dokument und schmettert Anträge von Krenns letzter Freundin Ursula P. (44) ab. Sie hat ein notariell beglaubigtes Testament, das wenig älter ist.

Die Kugelschreiber-Frage
Die Staatsanwaltschaft hat die Polizei mehrfach ermitteln lassen – und erhält immer verworrenere Aussagen. Es geht um die Kugelschreiber, mit denen unterschrieben wurde. Der Lebensgefährte sagte zunächst: „Krenn setzte vor unseren Augen seine Unterschrift auf das Schriftstück. Anschließend reichte er mir den Kugelschreiber, woraufhin ich unterschrieb. Ich gab dann den Kugelschreiber an XY weiter, die ebenfalls unterschrieb mit dem Zusatz Zeuge.“ Laut dem Schriftsachverständigen Wolfgang Caspart wurden jedoch dezidiert „unterschiedlich lumineszierende“, also mehrere Kugelschreiber verwendet. Nun sagt der Zeuge: Krenn habe ihm „den Kugelschreiber“ überreicht. „Ich habe nicht behauptet, dass Krenn denselben Kugelschreiber für seine Unterschrift verwendete.“

Sonja Wenger

https://www.salzburger-fenster.at/2018/ ... llionaers/


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