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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 01. April 2016, 13:11:52 
 
Letzter Versuch, die vermisste Annika Hutter zu finden
1981 verschwand die Gymnasiastin Annika Hutter in Kemptthal. Grossfahndung und Aufrufe über «Aktenzeichen XY» blieben ohne Erfolg. Jetzt sucht eine Gruppe in der Region nochmals nach Spuren.

«Annika Hutter, vermisst, seit 11. 7. 1981» – das steht auf laminierten A4-Blättern, die derzeit in Waldgebieten im Zürcher Oberland und dem Oberen Glattal zu finden sind. Wer die angegebene Telefonnummer anruft, wird mit Kurt Werner verbunden. Werner wohnt in Oetwil am See, ist Inhaber einer Firma für Bojenservice und die Reparatur von Bootsmotoren, und er gehört der Interessengemeinschaft für ungelöste Fälle mit Sitz in Lindau an.

Die kleine Gruppe legt den Fokus auf die gut ein Dutzend Fälle von verschwundenen Kindern und Jugendlichen Anfang der 80er-Jahre, von denen viele bis heute nicht geklärt sind. Mehr als die Hälfte der Kinder wurde nie gefunden.

Nur einer kommt infrage

Auch die Akte Annika Hutter ist noch nicht geschlossen. Die Gymnasiastin war am erwähnten Datum im Sommer 1981 von ihrem Wohnort Nürensdorf aufgebrochen, um Schulkollegen in Winterthur zu treffen. Dort kam sie nie an. Tags darauf wurde ihr Mofa im Wald bei Kemptthal gefunden. Sie hatte es offenbar wegen eines technischen Defekts stehen lassen. Eine gross angelegte Suchaktion in der Region Kemptthal/Lindau blieb erfolglos.

Doch es gingen diverse Hinweise ein – auch dank der TV-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst, die den Fall zweimal aufgriff. Verschiedene Zeugen wollten Annika zwischen Kemptthal und Dübendorf in einem Mofaanhänger gesehen haben. Doch einen Fahndungserfolg konnte die Polizei nicht nachweisen. Für Kurt Werner ist klar, wieso: Die Aufklärung des Falls sei damals durch «Schlamperei» und Unzulänglichkeiten einiger Involvierter erschwert worden. Die Polizei sei wichtigen Hinweisen nicht nachgegangen. Auch habe das Bild des Mofas nicht gestimmt, das in der Zeitung und im Fernsehen gezeigt wurde. «Gemäss Zeugen handelte es sich um einen ganz anderen Typ.»

Nach Hinweisen graben

Werner hat seine eigene Theorie zum Fall. Zuerst einmal ist für ihn klar, dass nur einer für die Tat verantwortlich sein kann: Es ist der Mann, der wegen des Mords an einem Mädchen in St. Gallen erst verurteilt, später aber nach einem Urteil des Bundesgerichts mangels Beweisen wieder freigesprochen wurde. Dieser hatte während der Vernehmung auch gestanden, Annika Hutter getötet zu haben, die Aussage später jedoch widerrufen.

Ebenfalls vermutet Werner, dass es nicht der Täter war, der das Mädchen in seinem Mofaanhänger mitgenommen hatte und dabei von Zeugen gesehen worden war. Vielmehr sei möglich, dass die gesuchte Person Annika habe helfen wollen, diese aber aufgrund ihrer schweren Verletzungen im Anhänger gestorben sein könnte. Um nicht selber als Täter verdächtigt zu werden, so die Theorie, sei der Mofafahrer nicht zur Polizei gegangen und habe die Spuren verwischt.

Diese These sei keineswegs aus der Luft gegriffen, betont Werner und erzählt von den vielen Zeugenaussagen sowie den Hinweisen, die er selbst überprüft habe. Um sich Klarheit zu verschaffen, geht Werner auch schon mal mit der Schaufel in den Wald. Dabei stösst er zwar immer wieder auf menschliche Knochen, die er dann zur Auswertung ans Institut für Rechtsmedizin schickt. Ein brauchbares Resultat ergebe sich daraus aber in der Regel nicht. Denn das Problem sei, dass früher vielerorts die exhumierten Gebeine von Friedhöfen im Wald «entsorgt» worden seien.

Familie erlaubt weitere Suche

Dass die IG 29 Jahre nach dem Verschwinden Annika Hutters nochmals einen Versuch macht, den Fall aufzuklären, hat einmal mit der Verjährungsfrist zu tun, die bei Mord 30 Jahre beträgt. Mit ihrer neuerlichen Aktion möchte die Gruppe nicht zuletzt den Mofafahrer als möglichen Hauptzeugen dazu bewegen, eine Aussage zu machen – auch anonym. Zudem ist das Engagement für Kurt Werner ein Mittel, um mit der eigenen Wut und Ohnmacht klarzukommen. Die befällt ihn immer, wenn er von Gewalt an Kindern hört – auch wenn er selber keine Kinder hat. Doch da ist noch etwas anderes. Vor 29 Jahren verfolgte Werner den Fall Annika Hutter als Privatdetektiv. Er versprach der mittlerweile verstorbenen Mutter von Annika, dass er ihre Tochter finden werde. «Und dieses Versprechen will ich unbedingt halten», sagt Werner.

Allerdings will die IG nicht alte Wunden aufreissen. Zwar habe man von Annikas Vater das Einverständnis erhalten, weitere Anstrengungen zur Lösung des Falls machen zu dürfen. Laut IG-Gründer Markus Fisler will der Vater, der heute im Zürcher Unterland lebt, sich aber nicht über Details unterhalten. Dasselbe gelte für Annikas Schwester, die sich nicht mehr mit dem Fall beschäftigen könne und wolle, wie sie im Gespräch erklärt habe. Gemäss Kurt Werner werde sich die IG daher erst bei der Familie melden, wenn hundertprozentig klar sei, was mit Annika an jenem 11. Juli 1981 geschehen ist.

Für Hinweise und weitere Informationen: http://www.spurlos.ch oder 079 442 34 31. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 24.11.2010, 20:11 Uhr)

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Let ... y/21945915


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 01. April 2016, 13:12:53 
 
Vor 30 Jahren verschwunden:
Der Fall Annika Hutter ist verjährt
Von Gabriela Frischknecht. Aktualisiert am 11.07.2011 2 Kommentare
Heute Montag, 11. Juli, ist es 30 Jahre her, dass Annika Hutter auf einem Parkplatz bei Kemptthal verschwunden ist. Jetzt ist die Verjährungsfrist abgelaufen. Ein möglicher Täter würde nun straffrei davonkommen.



Der 11. Juli 1981 war ein Samstag, der Tag, an dem Annika Hutter in der Nähe von Kemptthal zum letzten Mal gesehen wurde. Seither ist die damals 18-jährige Schülerin verschwunden. Vor zehn Jahren nahm die Interessengruppe für ungelöste Fälle mit Sitz in Lindau die Suche nach Annika Hutter auf, nachdem die Mutter der Verschwundenen der IG Ungelöst das Mandat für den Fall erteilt hatte. Zahlreiche Indizien und Zeugenaussagen, die sich in den zwanzig Jahren seit dem Verschwinden angesammelt hatten, deuteten daraufhin, dass ­Annika Hutter einem Gewaltver­brechen zum Opfer gefallen war.

Als IG-Initiant Markus Fisler im letzten Herbst – kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist – gemeinsam mit weiteren IG-Mitgliedern eine Flugblattaktion startete, um vielleicht neue Zeugen zu finden, kam für einige Monate etwas Leben in den Fall (wir berichteten). Neben dem grossen Medienecho gingen bei der IG Ungelöst neue Hinweise ein. «Fast vierzig Personen haben sich aufgrund unserer Aktion bei uns gemeldet», sagt Markus Fisler. Eine Person erzählte, sie habe Annika Hutter kurz nach deren Verschwinden im Anhänger eines Personenwagens gesehen, der auf der Hauptstrasse von Frauenfeld nach Winterthur fuhr. «Das sind einerseits ganz neue Aspekte, die den Fall auf die andere Seite des Kemptthals verlagert, andererseits stützt diese Aussage unseren bisherigen Verdacht.»

Aussagen aus «zweiter Hand»

Die IG Ungelöst hat seit einigen Jahren einen potenziellen Entführer im Visier. Dies aufgrund von Aussagen einer mittlerweile verstorbenen Person, die aus dem nahen Umfeld des möglichen Täters kommt. Die IG nahm mehrere Jahre lang weitreichende Abklärungen im Umfeld des verdächtigen Mannes vor, aus denen man laut Fisler wichtige Erkenntnisse gewonnen hat. Weil die Person, die diese Aussagen machte, jedoch verstarb und mit ihren Verdachtsmomenten nicht bei der Polizei vorstellig geworden war, gelten diese bei der Justiz als «aus zweiter Hand» gewonnene Aussagen.

«So wie der Fall sich präsentiert, muss man von Mord ausgehen», erklärt T. Knodel, Vorstandsmitglied des Zürcher Anwaltsverbands, und bestätigt, dass hier die Strafverfolgung nach dreissig Jahren verjährt. Würde sich ein Täter in nächster Zeit zu erkennen geben, könnte er für sein Verbrechen nicht mehr belangt werden.

Mit dem heutigen Tag kommt auch für IG-Initiant Markus Fisler der Zeitpunkt, nicht mehr öffentlich auf den Fall Annika Hutter aufmerksam zu machen. «Rein juristisch gesehen, ist der Fall damit abgeschlossen, und natürlich muss man es auch selber irgendwann abhaken», sagt Fisler.

http://www.zol.ch/bezirk-pfaeffikon/lin ... y/22038144


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 01. April 2016, 13:13:45 
 
«Ein perfekter Mord passt nicht in unseren Rechtsstaat»
Würde heute der Mörder von Annika Hutter gefunden, könnte er nicht mehr bestraft werden. Die Tat ist verjährt. Aber der Privatermittler Kurt Werner gibt nicht auf.

In der Nähe von Kemptthal im Kanton Zürich: Kurt Werner versucht seit 30 Jahren das Rätsel um das Verschwinden von Annika Hutter zu lösen. (Video: Jan Derrer)
Jan Derrer
Videoreporter
@JanDerrer
11.07.2011


Heute vor 30 Jahren verschwand die damals 18-jährige Gymnasiastin Annika Hutter. Zum letzten Mal wurde sie in der Nähe von Kemptthal (ZH) gesehen. Vermutlich wurde sie verschleppt und umgebracht. Ihre Leiche ist nie gefunden worden. Die Ermittlungen verliefen im Sand. Von 2005 an beschäftigte sich ein Sonderstaatsanwalt mit dem Fall – aufklären konnte er ihn nicht.

Kurz nachdem Annika Hutter verschwunden war, fing Kurt Werner an, eigene Nachforschungen anzustellen. Damals war er Privatdetektiv. «Mich interessiert immer das, was unlösbar ist.» Auch die ausgeschriebene Belohnung interessierte ihn. «Als Privatdetektiv muss man von irgendetwas leben». Mehr ist von ihm nicht über seine Motivation zu erfahren. Privatdetektiv ist er schon lange nicht mehr. Heute installiert er auf dem Zürichsee Bojen.

Viele ungeklärte Fälle

Vielleicht ist es ja einfach die Suche nach Gerechtigkeit, die ihn unermüdlich und bis anhin erfolglos nachforschen lässt. «Es kann ja nicht sein, dass man einen Täter laufen lässt». Auch heute war Kurt Werner wieder in der Nähe des Bahnhof Kemptthal unterwegs. Obwohl er wohl selber weiss, dass es nicht viel bringen wird. In dieser Gegend wollen Zeugen Annika Hutter gesehen haben. Und auf einem Waldweg in der Nähe der Zürcherstrasse wurde ihr Töffli gefunden. Früher war er auch mit der Schaufel unterwegs und grub nach Beweisstücken.

Konkrete Spuren hat Werner in all den Jahren nicht gefunden. «Es gibt Hinweise, denen ich nachgehen möchte und ich habe persönlich eine Theorie aufgestellt.» Diese Theorie will er jedoch noch nicht verraten. Und er weist darauf hin, dass es noch viele weitere Fälle aus den achzigern Jahren gibt, die noch nicht aufgeklärt sind. Kurt Werner wird dranbleiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 11.07.2011, 18:24 Uhr)

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/ve ... y/23432835


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Freitag, 01. April 2016, 13:15:01 
 
Annika, geboren 1963, aus Nürensdorf ZH, war 18 Jahre alt, als sie am Samstag, 11. Juli 1981, in der Nähe von Kemptthal ZH verschwand.

Ihr Mofa hatte offensichtlich einen Defekt, weshalb sie es stehen lassen musste. Es wurde rund 50 Meter von der Strasse entfernt gefunden. Annika selber wurde von Zeugen in einem Mofa-Anhänger gesehen, später gemäss vertrauenswürdigen Zeugenaussagen, im Anhänger eines Personenwagens, der auf der Hauptstrasse von Frauenfeld in Richtung Winterthur fuhr. Wir haben Grund zur Annahme, dass Annika einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist und bitten um Zeugenaussagen oder ein Tätergeständnis.

Hintergrund:
Nach dem Eintreten der damals gültigen Verjährungsfrist von 20 Jahren, am 11. Juli 2001, wurde die "IG ungelöst" mit der Website www.spurlos.ch gegründet und damit auch die anderen ungelösten 80-er Jahr-Fälle erstmals im Internet veröffentlicht. Am 13. August 2001 startete die IG ungelöst den ersten Suchaufruf für Annika über ein lokales Radio in Winterthur. In der Folge meldeten sich knapp 60 Personen, welche relevante Aussagen zu machen glaubten. Der durchbrechende Hinweis kam rund zwei Monate später von einer Frau, die sich sicher war, dass der gesuchte Entführer der Partner einer nahen Freundin sei. Daraufhin erteilte Annikas Mutter der IG ungelöst das Mandat für den Fall.

Die Zeugin belegte ihren Verdacht mit einigen konkreten Hinweisen, beispielsweise mit dem Wissen, dass der Verdächtige einen Anhänger mit grossem Kistenaufbau hatte. Auch habe er diverse versteckte Hütten in der Deutschschweiz angemietet, die sich auffällig oft in der Nähe der ungelösten Fälle befanden. Da die Zeugin kein gutes Verhältnis zu den Behörden hatte, verzichtete sie auf eine offizielle Aussage.


Die IG ungelöst führt seither weitreichende Abklärungen durch, betrachtet das Umfeld des Verdächtigen genauer und gewann kontinuierlich interessante Erkenntnisse bis heute. Damalige Zeugen wurden erneut befragt. Einer davon identifizierte in einem von der IG ungelöst zusammengestellten Fotokatalog den Verdächtigen.
So kamen weitere, teils schwer belastende Indizien zusammen. Bis heute sind der IG ungelöst keine entlastenden Indizien bekannt.

Nach einer aktuellen glaubhaften Zeugenaussage, müssen wir sogar davon ausgehen dass Annika nach dem 11. Juli 1981 in einem Autoanhänger mit einer Plache bedeckt, gesehen wurde!
Ein direktes Gespräch hat der Verdächtige stets abgelehnt. Die IG ungelöst würde ihm gerne konkrete Fragen stellen, allenfalls mit Hilfe der Behörden DNA-Abklärungen beantragen und gegebenenfalls in der Folge sogar seine Unschuld

http://www.spurlos.ch/annika_hutter.html

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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:02:17 
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Lucienne-Camille Vaudan
19.07.2012

Führen die Knochen zu einem ungelösten Fall?

Ein Passant fand im Ustermer Wald Menschenknochen. Die Polizei wird die Auswertungen der Skelettteile mit der Liste der Vermissten abgleichen. Der bekannteste ungelöste Fall ist jener von Annika Hutter.

Menschenknochen in einem Plastiksack mitten im Wald – das ist ein grausiger Fund. Wie kam der gelbe Plastiksack in den Ustermer Wald, von wem stammen die Knochen und wie verstarb diese Person? Diesen Fragen geht derzeit die Polizei nach. Sobald Geschlecht und Alter der Knochen bekannt sind, werden die Ermittler die Listen der vermissten Personen und ungelösten Tötungsdelikte überprüfen.

Auf der Fahndungsseite der Kantonspolizei sind derzeit zehn erwachsene Personen als vermisst gemeldet. Die älteste Vermisstenakte stammt aus dem Jahr 2004; eine 36-jährige Stadtzürcherin, die plötzlich verschwand. Ungelöst ist auch der Fall des jungen Mannes, der auf seinem Heimweg nach Uerikon zuletzt am Zürcher Bürkliplatz gesehen wurde. Seit 2008 fehlt von dem damals 21-Jährigen jede Spur.

Seit 30 Jahren verschollen

Doch der wohl bekannteste ungelöste Fall aus der Region ist derjenige der 18-jährigen Annika Hutter. Die junge Frau verschwand 1981 auf dem Weg von ihrem Wohnort Nürensdorf nach Winterthur, wo sie an einem Klassentreffen teilnehmen wollte. Die Polizei ging von einem Verbrechen aus. Einen Täter konnte sie aber nie dingfest machen. Auch Annikas Leichnam blieb spurlos verschwunden, 2011 verjährte der Fall. Der Privatdetektiv Kurt Werner suchte jahrelang auf eigene Faust nach Spuren des verschwundenen Mädchens.

Aufgrund von Sendungsbeiträgen in «Aktenzeichen XY ungelöst» meldeten sich verschiedene Zeugen, die Annika damals zwischen Kemptthal und Dübendorf in einem Mofaanhänger gesehen haben wollen. Die Polizei erzielte damals aber keinen Fahndungserfolg.

DNA-Vergleich

«Da der Fall nun verjährt ist, wäre es möglich, dass der Täter sich der Knochen entledigen wollte», sagt Kurt Werner gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Schliesslich liegt Uster unweit von Dübendorf. Doch bevor die Ermittler diese Spur verfolgen und möglicherweise einen DNA-Abgleich vornehmen, müssen die Resultate der forensischen Untersuchungen vorliegen. Und das dauere mindestens weitere vier Wochen, sagt die Zürcher Kantonspolizei auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet.

Zurzeit ist ungewiss, ob es sich bei den gefundenen Knochen überhaupt um Überreste eines Gewaltopfers handelt. Möglich ist auch, dass sich jemand illegal der Knochen entledigen wollte, die er irgendwo gefunden hatte. Gewiss ist, dass die Polizei im Falle eines Tötungsdeliktes kantonsübergreifend ermitteln wird. (DerBund.ch/Newsnet)

https://www.derbund.ch/zuerich/stadtzue ... y/17902729


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:04:33 
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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:09:24 
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Jan Derrer
11.07.2011

Video-Interview

«Ein perfekter Mord passt nicht in unseren Rechtsstaat»

Würde heute der Mörder von Annika Hutter gefunden, könnte er nicht mehr bestraft werden. Die Tat ist verjährt. Aber der Privatermittler Kurt Werner gibt nicht auf.

Heute vor 30 Jahren verschwand die damals 18-jährige Gymnasiastin Annika Hutter. Zum letzten Mal wurde sie in der Nähe von Kemptthal (ZH) gesehen. Vermutlich wurde sie verschleppt und umgebracht. Ihre Leiche ist nie gefunden worden. Die Ermittlungen verliefen im Sand. Von 2005 an beschäftigte sich ein Sonderstaatsanwalt mit dem Fall – aufklären konnte er ihn nicht.

Kurz nachdem Annika Hutter verschwunden war, fing Kurt Werner an, eigene Nachforschungen anzustellen. Damals war er Privatdetektiv. «Mich interessiert immer das, was unlösbar ist.» Auch die ausgeschriebene Belohnung interessierte ihn. «Als Privatdetektiv muss man von irgendetwas leben». Mehr ist von ihm nicht über seine Motivation zu erfahren. Privatdetektiv ist er schon lange nicht mehr. Heute installiert er auf dem Zürichsee Bojen.

Viele ungeklärte Fälle

Vielleicht ist es ja einfach die Suche nach Gerechtigkeit, die ihn unermüdlich und bis anhin erfolglos nachforschen lässt. «Es kann ja nicht sein, dass man einen Täter laufen lässt». Auch heute war Kurt Werner wieder in der Nähe des Bahnhof Kemptthal unterwegs. Obwohl er wohl selber weiss, dass es nicht viel bringen wird. In dieser Gegend wollen Zeugen Annika Hutter gesehen haben. Und auf einem Waldweg in der Nähe der Zürcherstrasse wurde ihr Töffli gefunden. Früher war er auch mit der Schaufel unterwegs und grub nach Beweisstücken.

Konkrete Spuren hat Werner in all den Jahren nicht gefunden. «Es gibt Hinweise, denen ich nachgehen möchte und ich habe persönlich eine Theorie aufgestellt.» Diese Theorie will er jedoch noch nicht verraten. Und er weist darauf hin, dass es noch viele weitere Fälle aus den achzigern Jahren gibt, die noch nicht aufgeklärt sind. Kurt Werner wird dranbleiben. (baz.ch/Newsnet)

https://bazonline.ch/panorama/vermischt ... y/23432835


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:18:49 
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14.01.2011

Staatsanwalt zum Fall Annika: «Ich habe es wirklich nochmals versucht»

Während Privatdetektiv Kurt Werner auch nach 30 Jahren noch eine heisse Spur der verschwundenen Annika Hutter verfolgt, hat die Staatsanwaltschaft vor zwei Jahren die letzte Akte geschlossen.

Seit bald 30 Jahren sucht der Privatdetektiv Kurt Werner nach Spuren von Annika Hutter, die im Juli 1981 spurlos verschwunden ist. Vor zwei Wochen hat er einen Hinweis erhalten, der ihn der Lösung des Falls wieder ein Stück näher gebracht habe, sagte er gegenüber Tagesanzeiger.ch. Er konnte den Mofaanhänger identifizieren, in dem Annika Hutter zum letzten Mal lebend gesehen wurde – und den Mann, dem der Anhänger gehört.

Keine Hinweise auf eine Straftat

So gross die Freude bei Kurt Werner über die neuste Entwicklung im Fall Hutter ist, so gross ist die Ernüchterung beim zuständigen Staatsanwalt. «Es gab zwar ein paar Zeugen, die ein Mädchen in einem solchen Mofaanhänger gesehen haben. Ich weiss aber nicht, ob ein so klarer Zusammenhang zwischen diesem Anhänger und dem Verschwinden von Annika Hutter besteht», sagt Jürg Vollenweider von der Staatsanwaltschaft See/Oberland auf Anfrage. Auch die Spur, die Kurt Werner derzeit verfolgt, ist ihm bekannt. «Ich bin dieser Geschichte auch nachgegangen. Es haben sich keine Hinweise auf eine Straftat ergeben», so Vollenweider.

Seit dem Verschwinden von Annikat Hutter in der Nacht vom 11. Juli 1981 hat die Zürcher Staatsanwaltschaft mehrere Verfahren gegen Verdächtige eröffnet und wieder eingestellt. Obwohl nie eine Leiche gefunden wurde, geht man von einer Tötung aus. «Wir sind im Fall Hutter hunderten von Hinweisen nachgegangen. Keiner davon konnte einen Tatbestand erhärten», sagt Vollenweider, der den Fall rund acht Jahre lang intensiv betreut hat. «Es gab und gibt keine erfolgversprechende Spur und es konnte nie jemandem etwas nachgewiesen werden. Im März 2009 habe ich das letzte Verfahren im Fall Hutter eingestellt.»

«Ich wollte der Familie Ruhe bringen»

Vollenweider glaubt auch nicht daran, dass der Fall Hutter noch geklärt werden kann. «Ich habe es wirklich nochmals versucht und bin allen Spuren nachgegangen», beteuert er. «Es hat mich sehr beschäftigt, dass ich da nicht weitergekommen bin. Aber es gibt einfach Fälle, die nicht aufzuklären sind. Damit muss man leben können.» Für den Staatsanwalt stand bei all der Fahndungsarbeit allerdings nicht die Bestrafung der Schuldigen im Vordergrund. «Ich wollte vor allem Ruhe und Frieden in die Familie bringen. Das ist mir leider nicht gelungen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/re ... y/24721819


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:26:04 
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Tina Fassbind
14.01.2011

Die Spur führt in den Aargau

Vor 30 Jahren ist die Gymnasiastin Annika Hutter verschwunden. Heute hat der Privatdetektiv Kurt Werner neue Hinweise und ist überzeugt, ihren Mörder zu kennen.

Knapp 30 Jahre ist es her, seit die damals 18-jährige Annika Hutter spurlos verschwunden ist. Bis heute ist ungeklärt, was in jener Nacht vom 11. Juli 1981 geschehen ist, als man sie zum letzten Mal lebend sah. Damals war die Gymnasiastin von ihrem Wohnort Nürensdorf aufgebrochen, um Schulkollegen in Winterthur zu treffen. Dort kam sie nie an.

Der ehemalige Privatdetektiv Kurt Werner ist noch heute auf Spurensuche. Spuren, die sich irgendwo in einem Waldstück bei Kemptthal verlieren. Dort hat man das Mofa des Teenagers gefunden. Sie musste es wegen eines technischen Defekts stehen lassen.

Endlich übereinstimmende Aussagen

Doch was geschah danach? Wurde sie tatsächlich von jemandem in einem Mofaanhänger mitgenommen, wie verschiedene Augenzeugen damals sagten? Und wohin ging die Fahrt? Ein Artikel im «Tages-Anzeiger» brachte wieder Bewegung in Kurt Werners Ermittlungen. «60 Personen haben sich bei uns gemeldet», sagt er, «einer hat ausgesagt, dass er in der fraglichen Zeit eine Frau und einen Mann auf einem Parkplatz bei Kemptthal sah. Daneben ein Anhänger und ein Mofa.»

Ein Glücksfall für Werner, denn zum ersten Mal wurde der Anhänger so genau beschrieben, dass damit eine konkrete Spur verfolgt werden konnte. «Die Aussagen stimmen mit der Beschreibung einer anderen Zeugin überein, die vor zwei Tagen mit mir in Kontakt getreten ist. Sie hat den Mofaanhänger auf dem Grundstück ihres damaligen Nachbars gesehen.»

Werner kennt den Mann. Er habe damals in der Forch oberhalb des Greifensees gewohnt. Heute lebt er im Aargau. Laut Werner wurde er 1988 sogar von seiner eigenen Frau angeklagt, Annika umgebracht zu haben. «Man konnte ihm aber nie etwas nachweisen. Solange man Annikas Leichnam nicht findet, gibt es keinen Beweis für ein Tötungsdelikt.»

Die Verjährung des Falls rückt näher

Die Hoffnung auf eine Klärung des Falls will Werner trotzdem nicht aufgeben. Schliesslich hat er der mittlerweile verstorbenen Mutter von Annika versprochen, dass er ihre Tochter finden werde. Jetzt will er auf einem neuen Weg nach Spuren von Annika suchen. «Der Verdächtige hatte in den 80er Jahren in verschiedenen Ortschaften Scheunen gemietet. Wenn wir die ausfindig machen könnten, liesse sich vielleicht ein Hinweis – vielleicht ein Kleidungsstück oder ein Ohrring – finden. In der Regel behalten die Täter nämlich ein Souvenir von ihren Opfern.»

Die Zeit drängt jedoch. Bei Mordfällen beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre. Werner ist darob allerdings nicht beunruhigt. «Falls wir den Täter nach Ende der Verjährungsfrist ausfindig machen, können wir seine Personalien veröffentlichen. Dann werden wir ihn an den Pranger stellen.»

Für Hinweise und weitere Informationen: www.spurlos.ch oder 079 442 34 31.

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/re ... y/28414386


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:32:05 
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Beiträge: 6593
07.04.2010

Von Daniel Jositsch

Essay

Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Das offenkundige Unbehagen in der Bevölkerung über die geltenden Verjährungsfristen im Strafrecht muss man ernst nehmen. Bei Wirtschaftsdelikten sollten die Fristen ausgedehnt werden, bei Gewaltdelikten ist die heutige Regelung untauglich.

Am 11. Juli 1981 war die 18-jährige Annika Hutter mit ihrem Mofa unterwegs nach Winterthur zu einem Klassenfest. Sie ist dort nie angekommen. Bis heute gibt es keine Gewissheit über das Schicksal der jungen Frau. Es ist anzunehmen, dass sie einem unbekannten Sexualstraftäter zum Opfer gefallen und getötet worden ist. Am 11. Juli 2011 verjährt die Tat definitiv und unwiderruflich.

Verjährung bedeutet, dass eine begangene Straftat nicht mehr verfolgt und nicht mehr bestraft werden kann. Wenn der Mörder von Annika Hutter sich also am 12. Juli 2011 bei der Polizei melden und die Tat gestehen würde, bliebe er straflos und die Tat ungesühnt. Wie lässt sich das erklären?

Die Verjährung sieht vor, dass eine Straftat nach einer gewissen Zeit nicht mehr verfolgt werden soll, weil, wie man sagt, «Gras über die Sache gewachsen» ist und niemand mehr wirklich Interesse an der Aufklärung hat. Natürlich hängt die Zeitdauer, bis der Rechtsfrieden wieder einkehrt, von der Art des Delikts ab. Deshalb ist die Verjährung umso länger, je schwerer das Delikt ist.

Doch ist das in jedem Fall so? Ist es gerechtfertigt, dass der mutmassliche Mord an Annika Hutter verjährt? Die Antwort ist einfach, wenn man sich die Sache konkret vorstellt: Wenn der Mörder von Annika Hutter, nachdem er endlich gefasst wäre, nicht bestraft werden könnte, so wäre dies schlicht unverständlich und eine Zumutung für ihre Angehörigen. Denn die Zeit heilt eben nicht alle Wunden. Schwere Gewalt- und Sexualdelikte prägen das Opfer und sein Umfeld lebenslang.

Verjährung aus Beweisnot?

Die Verjährung einer solchen Tat kann daher nicht verstanden werden. Das zeigte auch die Abstimmung über die Verjährungsinitiative, bei der die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entschieden haben, dass Sexualdelikte, die an Kindern begangen werden, in Zukunft nicht mehr verjähren sollen. Es ist schwer einzusehen, weshalb ein Mord dagegen verjähren soll.

Ein praktischer Grund, warum Straftaten nach einer gewissen Zeit verjähren, ist die Beweislage, die tendenziell immer schwieriger wird. Man stelle sich vor, es müssten in einem Strafverfahren gegen den Mörder von Annika Hutter Zeugen aussagen. Deren Erinnerung an Ereignisse, die vor dreissig Jahren stattgefunden haben, ist verblasst und verfälscht. Solche Aussagen liessen sich kaum mehr verwenden. Deshalb, so die Begründung für die Verjährung, solle eine Tat nach einer gewissen Zeit nicht mehr verfolgt werden; denn es bringe dem Geschädigten nichts, wenn ein Verfahren nochmals aufgerollt und alte Wunden wieder aufgerissen würden, eine Verurteilung dann aber mangels Beweisen nicht erfolgen könne.

Es scheint indes wenig überzeugend, weshalb es dem Opfer einer Gewalttat lieber sein soll, wenn der Täter gar nicht erst verfolgt wird, als wenn er verfolgt und dann mangels Beweisen nicht verurteilt werden kann. Das Resultat ist wohl das Gleiche. Ausserdem kann sich die Beweislage im Lauf der Zeit auch verbessern. Dies, weil neue Methoden zur Verfügung stehen, die eine Überführung des Täters nach Jahrzehnten gar vereinfachen können. Man denke nur an die Möglichkeiten der DNA-Analyse, mit deren Hilfe heute Beweismittel zur Verfügung stehen, die es vor dreissig Jahren noch nicht gegeben hat.

Insbesondere bei grösseren Wirtschaftsfällen, bei denen die Untersuchungen sehr aufwendig und zeitraubend sind, machen relativ kurze Verjährungsfristen eine Strafverfolgung bisweilen fast unmöglich. Während dem Opfer einer Körperverletzung die Tat schon mit der Ausführung schmerzlich bewusst wird, braucht ein Geschädigter bei einer Veruntreuung oder einem Betrug unter Umständen Monate oder gar Jahre, bis er überhaupt erkennt, dass ihm ein Schaden entstanden ist. Während dieser Zeit aber läuft die Verjährung bereits. Dann nützt es auch nichts, wenn die Verfahren beschleunigt werden. Im Swissair-Prozess beispielsweise wären Verurteilungen schon allein wegen der drohenden Verjährung kaum möglich gewesen.

Differenzierte Lösungen

Bei gewissen Wirtschaftsdelikten sollte daher die Verjährung wesentlich verlängert werden. Es darf nicht sein, dass die Fristen eine sorgfältige Untersuchung verunmöglichen. Dies hat auch das Parlament erkannt, das zwei Vorstösse, die das verlangen, überwiesen hat. Bei schweren Gewaltdelikten stellt sich die Frage, ob sie überhaupt verjährbar sein sollten. Auch andere schwere Delikte wie Völkermord verjähren nicht. Dabei könnte durchaus auf den konkreten Fall Rücksicht genommen werden.

Das Strafgesetzbuch sieht schon heute vor, dass der Täter milder bestraft werden kann, «wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat» (Art. 48 Bst. e).

Mit dieser Bestimmung hat der Richter heute schon die Möglichkeit, die lange Zeitdauer und das seitherige Täterverhalten zu berücksichtigen. Eine Erweiterung der Bestimmung liesse es sogar zu, dass der Täter zwar verurteilt, auf eine Strafe aber aufgrund der langen Zeitdauer und des bisherigen Wohlverhaltens verzichtet werden könnte. Das würde im Fall von Annika Hutter bedeuten, dass ein Richter den Mörder auch nach Jahrzehnten verurteilen könnte, bei der Bemessung der Strafe aber volle Freiheit hätte, von ganz milder Bestrafung bis zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe.

Daniel Jositsch ist Nationalrat (SP) und Professor für Strafrecht an der Universität Zürich.

https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010_ ... unden.html


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:36:56 
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25.11.2010, 09:00 Uhr

Letzte Suche nach Annika Hutter

Die seit dem 11. Juli 1981 vermisste Annika Hutter wurde nie gefunden. Nun sucht die Lindauer Interessengemeinschaft für ungelöste Fälle nochmals nach der Gymnasiastin - denn der Fall verjährt im nächsten Sommer.

Annika Hutter wird seit dem 11. Juli 1981 vermisst. Die Gymnasiastin war an diesem Tag von ihrem Wohnort Nürensdorf nach Winterthur aufgebrochen, um einen Kollegen zu treffen. Dort kam sie jedoch nie an.

Annikas Mofa wurde mit einem technischen Defekt im Wald bei Kemptthal gefunden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Eine gross angelegte Suchaktion in der Region Kemptthal/Lindau blieb erfolglos. Trotz Hinweisen aus der Bevölkerung - die Fernsehsendung «Aktenzeichen xy ungelöst» griff den Fall zweimal auf - wurde die Gymnasiastin nie gefunden.

Lindauer Gruppe fahndet nach Vermissten

Kurt Werner gehört der Interessengemeinschaft für ungelöste Fälle mit Sitz in Lindau an. Die Gruppe kümmert sich um rund ein Dutzen Fälle, in denen Kinder und Jugendliche Anfang der 80er Jahre verschwunden und bis heute nicht aufgetaucht sind.

Werner ist überzeugt, dass einige am Fall Beteiligte «schlampig» gehandelt haben. So sei etwa die Polizei wichtigen Hinweisen nicht nachgegangen, wie Werner gegenüber dem «Tagesanzeiger» sagt. Er ist überzeugt, dass nur einer der Täter sein kann: Der Mann, der erst den Mord an Annika Hutter gestanden, später aber seine Aussage widerrufen hatte. Derselbe Mann war bereits wegen eines Mordes verurteilt, später aber vom Bundesgericht mangels Beweisen wieder freigesprochen worden.

Ein letztes Mal suchen

Nun will die Interessengemeinschaft ein letztes Mal nach Annika suchen, wie es im Bericht des «Tages-Anzeigers» weiter heisst. Denn nach 30 Jahren - also im nächsten Juli - verjährt der Fall. Die Mitglieder will vor allem den Mofafahrer, den Zeugen gesehen haben wollen und der nach Kurt Werners Theorie dem Mädchen helfen wollte, finden und ihn zu einer Aussage bewegen.

Für Werner spielt noch etwas anderes mit: Er hatte den Fall vor 29 Jahren als Privatdetektiv den Fall verfolgt. Und der inzwischen verstorbenen Mutter versprochen, Annika zu finden.

Die Familie von Annika habe weitere Nachforschungen erlaubt, wie es im Bericht heisst, könne und wolle sich aber selber nicht mehr mit dem Fall beschäftigen. Daher werde sich die Gemeinschaft erst bei der Familie melden, wenn «hundertprozentig klar» sei, was mit Annika passiert sei. (khe)

http://zueriost.ch/letzte-suche-nach-an ... ter/104020


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Montag, 04. Juni 2018, 23:41:51 
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Jacqueline Surer
22.01.2011

Annikas Mörder zu finden, ist seine Lebensaufgabe

Der Oetwiler Kurt Werner war Privatdetektiv, dann Schatzsucher. Heute versucht er, den Fall Annika Hutter aufzuklären. Dabei würde er auch zu unkonventionellen Methoden greifen.

Beim Gespräch mit Kurt Werner fühlt man sich, als sei man in einen «Tatort»-Krimi hineinversetzt worden. Der Oetwiler, der tagsüber eine Firma für Bojenservice und Bootsreparaturen betreibt, pflegt nach Feierabend eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er beschäftigt sich mit Kindern und Jugendlichen, die spurlos verschwunden sind.

Die Statistik, die Kurt Werner zusammengetragen hat, ist keine leichte Kost: Gemäss seinen Recherchen sind in der Schweiz zwischen 1971 und 2007 35 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 26 Jahren einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Viele Fälle sind bis heute nicht geklärt, zahlreiche Kinder wurden nie gefunden. Auch Annika Hutter. Die 18-jährige Gymnasiastin verschwand im Juli 1981 spurlos.

Details zu wenig genau geprüft?

Kurt Werner hat einen ganz persönlichen Grund, warum ihn Annikas Fall besonders beschäftigt. 1981 war er hauptberuflich Privatdetektiv und arbeitete unter anderem an diesem Fall. «Ich habe Annikas Mutter damals versprochen, dass ich ihre Tochter zurückbringen würde», sagt Kurt Werner. «Leider ist mir das nicht gelungen.» Obwohl die Mutter vor fünf Jahren gestorben ist, empfindet er es nach wie vor als seine Pflicht, dieses Versprechen zu halten. «Ich werde so lange weiter machen, bis ich es geschafft habe.»

Um bei Annikas Vater und Schwester nicht ständig alte Wunden aufzureissen, hat sich Werner dazu verpflichtet, sie erst dann wieder zu kontaktieren, wenn restlos geklärt ist, was mit dem Mädchen geschehen ist.

Für Kurt Werner ist klar, dass die Polizei die Details zu wenig genau geprüft hat. So habe etwa das Bild des Mofas nicht gestimmt, das in der Zeitung und im Fernsehen gezeigt wurde. «Laut Zeugen handelte es sich um einen anderen Typ.»

Skelett in Badehosen gefunden

Was genau Werner antreibt, sich mit verschwundenen Kindern zu beschäftigen, ist schwer zu fassen. Ist es Wut auf die Täter? Mitgefühl mit den Angehörigen? Sorge um die Kinder – obwohl er keine eigenen hat?

Ende der 80er-Jahre gab Kurt Werner seine berufliche Tätigkeit als Privatdetektiv auf, weil seine Hauptaufgabe darin bestanden habe, «gehörnte Eheleute zu verfolgen». Eine Beschäftigung, die ihn überhaupt nicht gereizt habe. Mehrere Jahre lang betätigte er sich daraufhin als «Schatztaucher». In einer Zeit, als der Begriff Seereinigung noch ein Fremdwort war, gab es in den Schweizer Gewässern Kostbares zu entdecken: von gestanzten Bierflaschen über alte Auto- und Velonummern bis hin zu wertvollen Ofenkacheln. Einmal barg Kurt Werner einen Totenschädel aus dem Zugersee, und im Zürichsee fand er in der Nähe der Badi Utoquai gar ein Skelett, das noch die Badehose trug.

Später zog er sich nach Oetwil zurück und eröffnete sein eigenes Geschäft. Seine Lebensaufgabe, den Mörder von Annika Hutter zu finden, hat er währenddessen nie aus den Augen verloren.

Eigene Fahndungsplakate

Dass Annika Hutters Fall nach 29 Jahren jetzt wieder publik wurde, hat damit zu tun, dass der Fall in diesem Sommer verjährt. Der Zeitdruck belastet Kurt Werner jedoch wenig: Sollte der Fall erst nach der Verjährung geklärt werden, will Werner den Mörder auf einem anderen Weg bestrafen: «Ich werde im ganzen Kanton Plakate mit seinem Gesicht und seinem Namen aufhängen.»

Um die Suche nach Annika zu verstärken, hat sich Kurt Werner mit Markus Fisler zusammengetan, der eine Interessengemeinschaft für ungelöste Vermisstenfälle mit Sitz in Lindau betreibt. Gemeinsam lancierten sie im Herbst im Zürcher Oberland eine Plakatkampagne, um neue Hinweise im Fall zu erhalten.Tatsächlich meldeten sich rund 60 Personen, die glaubten, Entscheidendes beobachtet zu haben. «Viele Leute erinnerten sich an Annikas Verschwinden, als sei es gestern passiert.» Brauchbare Aussagen gab es jedoch wenige. Trotzdem findet es Kurt Werner wichtig, die Öffentlichkeit miteinzubeziehen. «Manche Zeugen haben mit der Polizei schlechte Erfahrungen gemacht und kommen lieber zu mir.» (Tages-Anzeiger)

http://www.tagesanzeiger.newsnetz.ch/zu ... y/30403085


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 Ungelesener Beitrag Verfasst: Dienstag, 05. Juni 2018, 09:24:09 
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